Chronische Bronchitis

Bei der chronischen Bronchitis handelt es sich um eine weit verbreitete Krankheit. Die Schätzungen der Prävalenz in Deutschland belaufen sich auf etwa 10-15% der Bevölkerung. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe seines Lebens an einer chronischen Bronchitis zu erkranken, ist somit im Vergleich zu vielen anderen Krankheiten relativ hoch.

Chronische Bronchitis – Definition und Symptomatik

Bei der chronischen Bronchitis liegt eine Entzündung der Schleimhäute in den unteren Atemwegen vor. Dieser Abschnitt des menschlichen Atmungssystems besteht zu einem Großteil aus dem Bronchialsystem, woher der Name der Erkrankung rührt. Im Gegensatz zur akuten Bronchitis, welche häufig in Folge einer Erkältung auftritt und innerhalb weniger Wochen abklingt, ist eine chronische Bronchitis laut WHO durch die folgenden zwei Merkmale gekennzeichnet:

  • Husten und Auswurf bestehen dauerhaft über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten
  • dies ist in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren der Fall

Liegen verschleimte Bronchien und ein produktiver Husten über einen längeren Zeitraum vor, ist dies also ein eindeutiges Alarmsignal. Zu weiteren möglichen Symptomen können ein allgemeines Gefühl von Schlappheit, Schnupfen oder Kopfschmerzen zählen, wie sie auch im Rahmen einer Erkältung auftreten.

Chronische Bronchitis als Vorstadium zur chronisch obstruktiven Bronchitis

Der Verdacht auf eine chronische Bronchitis ist sehr ernst zu nehmen, da die Erkrankung im schlimmsten Fall zu einer chronisch obstruktiven Bronchitis, der COPD (chronic obstructive pulmonary disease) führen kann, welche nicht vollständig heilbar ist. Der Übergang verläuft hier schleichend und ist vor allem an der zunehmender Atemnot erkennbar, die mit dem fortschreitenden Entzündungsprozess an den Schleimhäuten einhergeht. COPD stellt heute eine der am weitesten verbreiteten nicht-infektiösen Krankheiten der Welt dar. Im Verhältnis zu anderen Volkskrankheiten ist sie allerdings der Allgemeinheit recht unbekannt, was einer frühen Diagnose im Wege steht. 86% aller Deutschen geben an, den Begriff COPD nicht zu kennen. Wird eine chronische Bronchitis jedoch rechtzeitig erkannt und noch im Anfangsstadium entsprechend behandelt, indem die Ursachen beseitigt werden, steht einer Genesung im Normalfall nichts im Wege.

Was sind die Risikofaktoren für eine chronische Bronchitis?

Rauchen

Die Hauptursache für eine Erkrankung an chronischer Bronchitis stellt unumschränkt das Rauchen dar. Auch die mit dem Passivrauchen verbundene Gefahr ist nicht zu unterschätzen. Allerdings werden die ersten Anzeichen gerade von Rauchern häufig nicht ernstgenommen. Symptome wie das morgendliche Abhusten von Schleim werden zur Gewohnheit und dadurch als normal wahrgenommen. Dies wird auch anhand der allgemein geläufigen Bezeichnung als Raucherhusten deutlich. Durch das mangelnde Bewusstsein über den tatsächlichen Gesundheitszustand wird häufig die Diagnose einer chronischen Bronchitis und damit die notwendige Behandlung verzögert.

Weitere Ursachen

Während das Rauchen also bei weitem mit dem größten Risiko verbunden ist, können auch weitere Faktoren eine Erkrankung begünstigen. Hierzu zählen zum einen schädliche Einflüsse aus der Umwelt, wie zum Beispiel Industrieabgase und Feinstaub. Auch das in vielen Fällen beruflich bedingte häufige Einatmen von Schadstoffen kann eine Ursache sein. Zum anderen erhöhen häufige virale oder bakterielle Infektionen der Atemwege langfristig das Risiko, an einer chronischen Bronchitis zu erkranken. Letztlich kann auch eine nicht ausgeheilte akute Bronchitis chronisch werden.

Wie entsteht eine chronische Bronchitis?

Die menschliche Lunge verfügt über ein ausgezeichnetes Selbstreinigungssystem. Millionen von sogenannten Flimmerhärchen, die auf den Schleimhäuten sitzen, sorgen in einem gesunden Bronchialsystem mithilfe eines dünnen Schleimfilms für den Abtransport von Giftstoffen, welche über die Atmung in die Bronchien gelangt sind. Werden diese Flimmerhärchen jedoch dauerhaft mit den giftigen Inhaltsstoffen belastet, die in Zigarettenrauch und Atemluft enthalten sind, können sie diese Aufgabe nicht mehr ausreichend ausführen. Es lagern sich mehr und mehr Schadstoffe in den Bronchien an. Die vermehrte Ansammlung dickflüssigen Schleims und der ungenügende Abtransport führen zu einem Abwehrmechanismus in den Bronchien, in welchem weiße Blutkörperchen die vorhandenen Schadstoffe bekämpfen. In diesem Prozess entstehen jedoch sogenannte freie Radikale, deren Gegenwart im Bronchialsystem zu einer Entzündung der Schleimhäute führen kann. Die chronische Bronchitis entsteht.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei chronischer Bronchitis?

Zur Therapie einer chronischen Bronchitis gibt es mehrere Ansatzpunkte. Neben der Beseitigung der Ursachen, die ursprünglich zu einer Erkrankung geführt haben, bestehen verschiedene medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten. Die jeweilige Behandlung hängt zudem vom Schweregrad der Erkrankung ab.

Beseitigung der Ursachen

An oberster Stelle steht für eine erfolgreiche Behandlung selbstverständlich der Rauch-Stopp. Den Zigaretten endgültig abzudanken stellt im Grunde die Vorbedingung für den Erfolg jeglicher weiterer Behandlungen dar, da sich bei anhaltendem Zigarettenkonsum das Bronchialsystem nicht erholen kann. Auch weitere mögliche Faktoren, die den Atemwegen schaden könnten, sollten so weit wie möglich gemieden werden. Hierzu zählen Berufe, bei denen das Bronchialsystem vermehrt Schadstoffen ausgesetzt ist sowie Umgebungen, in denen vermehrt bakterielle und virale Krankheitserreger vorkommen.

Nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Abgesehen von der Tabakabstinenz gibt es weitere wirksame Therapiemöglichkeiten zur Ergänzung der medikamentösen Behandlung. Einen wichtigen Baustein stellt dabei die physikalische Therapie dar. Zum einen können Gymnastik und leichtes Kraft- sowie Ausdauertraining hilfreich sein, um ein maximales Ausmaß an Funktionsfähigkeit und Belastbarkeit zu erhalten. Klare Richtlinien – im Idealfall unter Anleitung eines Arztes - sind hier essentiell, um eine Überlastung zu vermeiden. Die Betroffenen haben bezüglich körperlicher Betätigung häufig Bedenken und sind der Meinung, dass eine vollkommene Schonung angeraten sei. Die Anwesenheit eines Arztes kann auch in dieser Hinsicht hilfreich sein. Die richtige Hustentechnik zu erlernen kann ebenfalls zur Genesung beitragen, da der Schleim dann besser aus den Bronchien abtransportiert werden kann. Wichtig ist auch das Trainieren der Atemmuskulatur, was durch gezielte Atemgymnastik erreicht werden kann. Ein Beispiel hierfür ist das Training mit Atemdruck-Geräten, in die der Betroffene gegen einen Widerstand ausatmet. Nicht zuletzt spielt auch bei der Behandlung von chronischer Bronchitis eine gesunde und ausgewogene Ernährung eine Rolle, da sowohl Über- als auch Untergewicht sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Medikamentöse Behandlung von chronischer Bronchitis

Bei der Anwendung von Medikamenten zur Behandlung der chronischen Bronchitis ist es wichtig, zunächst sicherzustellen, dass alle Ursachen der Krankheit beseitigt sind, denn durch die medikamentöse Behandlung werden Symptome wie Husten, die an sich der Genesung dienen, teils unterdrückt. Die Einnahme von Antibiotika ist ausschließlich dann sinnvoll, wenn zusätzlich zur chronischen Bronchitis eine bakterielle Infektion vorliegt. Grundsätzlich besteht die medikamentöse Therapie aus bronchialerweiternden Medikamenten, den Betasympathomimetika die kurzfristig oder langfristig wirksam sein können. Auch Anticholinergika haben eine bronchialerweiternde Wirkung. Diese Gruppe von Medikamenten wird inhalativ eingenommen, während als Basistherapie Theophyllin in Tablettenform verabreicht werden. Kortison kommt nur dann zum Einsatz, wenn die chronische Bronchitis eine asthmatische Komponente hat.

So funktioniert unser Service
Wählen Sie
ein Medikament
Füllen Sie den
medizinischen Fragebogen aus
Rezeptausstellung
Lieferung am
nächsten Tag
Kostenfreier Versand