Aciclovir gegen Gürtelrose

Gürtelrose ist die wiederholte Infektion mit dem hochansteckenden Windpocken-Virus nach einer bereits überstandenen Windpocken-Erkrankung. Das Virus gehört zur Gruppe der Herpesviren und wird mit Virostatika, also Wirkstoffen gegen Viren behandelt. Einer dieser Wirkstoffe ist Aciclovir, der 1974 auf der Basis einer karibischen Schwammart entwickelt wurde und heute eines der bekanntesten Virostatika ist.

Was ist Gürtelrose?

Gürtelrose ist ein gürtelförmig am Rumpf (oder auf einer anderen lokal begrenzten Körperregion) auftretender Hautausschlag, der mit starken Schmerzen oder Juckreiz einhergehen kann. Der medizinische Fachbegriff der Infektion lautet Herpes Zoster. Sie wird über den Windpocken-Virus übertragen und kann deshalb nur bei Personen auftreten, die bereits Windpocken hatten.

Gürtelrose Symptome

Ursachen & Symptome einer Gürtelrose

Verursacht wird die Gürtelrose durch eine Infektion mit dem Windpocken-Virus (medizinisch: Varicella-Zoster-Virus). Das Virus gehört zur Familie der Herpes-Viren, die weltweit auftreten und sehr ansteckend sind. Es löst - vor allem bei Kindern - zunächst Windpocken mit dem typischen Ausschlag aus. Noch lange, nachdem dieser Ausschlag abgeklungen und die akute Windpocken-Erkrankung überwunden ist, bleibt das Virus im menschlichen Körper, und zwar das ganze Leben lang. Vor allem in den Nervenwurzeln des Rückenmarks und in den Hirnnerven ist es zu finden.

Je älter der Mensch wird oder wenn er zum Beispiel unter einem geschwächten Immunsystem leidet, kann sich das Virus reaktivieren, das heißt, wieder vermehren und eine Gürtelrose auslösen. Mögliche Ursachen für ein geschwächtes Immunsystem sind Stress, UV-Strahlung, Traumata oder die Einnahme bestimmter Medikamente. In den meisten Fällen gibt es für die Reaktivierung des Virus jedoch keinen direkt ersichtlichen Grund.

Als erste Symptome einer Gürtelrose tritt meist ein Gefühl der Müdigkeit oder Erschöpfung auf. Manchmal ist ein brennender Schmerz in einer bestimmten Hautregion zu spüren, der bei einigen Patienten mit einer Berührungsüberempfindlichkeit oder einem Juckreiz einhergeht. In der betroffenen Hautregion bilden sich kurz darauf rote, teilweise blutgefüllte Bläschen.

Anders als bei Windpocken ist dieser Hautausschlag lokal begrenzt, häufig einseitig und "gürtelförmig". Zwar tritt er oft im Rumpfbereich auf, kann jedoch ebenso das Gesicht oder andere Körperregionen betreffen. Die Bläschen platzen nach einigen Tagen auf und bilden Krusten, von denen Narben zurückbleiben können. Bis alle Symptome verschwunden sind, können bis zu vier Wochen vergehen.

In seltenen Fällen kann es zu Komplikationen kommen, vor allem, wenn Augen oder Ohren betroffen sind. Dann drohen bleibende Sehstörungen (bis zur Erblindung) oder Gesichtslähmungen. Sehr selten kann die Gürtelrose eine Hirnhautentzündung oder Entzündung im Gehirn zur Folge haben. Tritt die Gürtelrose im Kopfbereich auf, steigt - mit zunehmendem Alter - das Risiko einer sogenannten postzosterischen Neuralgie. Hierbei handelt es sich um starke Schmerzen, die chronisch werden können.

Wie wirkt Aciclovir gegen Gürtelrose?

Aciclovir ist ein Wirkstoff, der als Herpesmittel eingesetzt wird. Er verhindert, dass sich die Viren vermehren, und stoppt damit die Ausbreitung in den gesamten Körper. Aciclovir beschleunigt die Abheilung der Bläschen und verringert zugleich das Risiko einer postzosterischen Neuralgie als Folgeerkrankung. Darüber hinaus lindert er den Juckreiz und die Schmerzen, die bei einer Gürtelrose auftreten. Woher die schmerzstillende Wirkung von Aciclovir kommt, ist bislang noch nicht geklärt.

Wie wird Aciclovir richtig eingenommen?

Zur Behandlung einer Gürtelrose wird Aciclovir entweder in Tablettenform eingenommen oder - in schweren Fällen - als Infusion verabreicht. Die übliche Dosierung bei den verschreibungspflichtigen Tabletten liegt zwischen 200 bis 800 Milligramm. In Abhängigkeit von der ärztlichen Anweisung müssen diese 2 bis 5 Mal täglich eingenommen werden.

Für einen bestmöglichen Behandlungserfolg ist eine frühzeitige Einnahme zu empfehlen. Sie sollte unmittelbar nach dem ersten Auftreten des Hautausschlags, spätestens jedoch innerhalb der ersten drei Tage beginnen. Danach verlieren sie ihre direkte Wirksamkeit. Nur bei einer Gürtelrose im Gesicht kann ein späterer Behandlungsbeginn ebenfalls Wirkung zeigen.

Mögliche Nebenwirkungen von Aciclovir

Die Einnahme von Aciclovir kann mit Nebenwirkungen einhergehen. Diese können bei manchen, müssen aber nicht bei allen Patienten auftreten. Die Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen unterscheidet sich, je nachdem ob der Wirkstoff in Tablettenform oder als Infusion verabreicht wird.

Bei der Anwendung von Aciclovir-Tabletten kann es gelegentlich zu Hautausschlag, Haarausfall, Schläfrigkeit, Schwingel und Verwirrtheit kommen. Ebenfalls wurden Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Problemen, veränderte Blutwerte und eine Verringerung der Blutzellen festgestellt. Selten leiden Patienten unter Müdigkeit, Kopfschmerzen und Atemproblemen.

Wird Aciclovir als Infusion verabreicht treten häufig Begleiterscheinungen wie Juckreiz, Hautausschlag, Übelkeit und veränderte Blutwerte sowie ein Anstieg der Leber-Enzym-Werte auf. Gelegentlich kommt es zu Blutarmut und einer geringeren Zahl an weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen.

Alternative Behandlungsmöglichkeit von Herpes zoster

Bei jungen Patienten mit einer leichten Gürtelrose ohne Anzeichen für einen schweren Verlauf oder Komplikationen reicht meist eine symptomatische Behandlung. Hier werden nur die Symptome, nicht jedoch die Ursache behandelt. Gegen den Hautausschlag können antiseptische oder austrocknende Salben oder Tinkturen auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden.

Geeignet sind dreiphasige, hydrophile Cremepasten aus Fett, Wasser und Feststoff mit hohem Wasseraufnahmevermögen. Bei einer Gürtelrose im Gesicht bietet sich ein farbloses Zinkgel an. Beides muss 3 bis 4 Mal täglich auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Damit beschleunigen sie die Heilung und schützen zugleich vor einer weiteren bakteriellen Infektion. Haben sich bereits Krusten auf den Bläschen gebildet, können diese durch entsprechende Salben aufgeweicht werden.

Die oftmals starken Schmerzen werden mit Schmerzmitteln behandelt. Aufgrund der Schmerzintensität reichen Medikamente wie Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol meist nicht aus. Hier kommen häufig schwache Opioide zum Einsatz. Sollte deren Wirkung ebenfalls nicht ausreichen, ist die Gabe starker Opioide möglich. Der Einsatz von Aciclovir und anderen Virostatika zur Behandlung von Gürtelrose ist nicht immer zwangsläufig notwendig, wird jedoch dringend empfohlen bei:

  • einer Gürtelrose am Hals, Kopf oder im Gesicht
  • schwerem Krankheitsverlauf
  • Patienten über 50 Jahren
  • Patienten mit atopischen Hauterkrankungen (z. B. Neurodermitis)
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. durch eine Krebserkrankung oder AIDS)

In manchen Fällen kann die (zusätzlich zur antiviralen Therapie!) Behandlung mit Kortikosteroiden wie Cortisol sinnvoll sein. Sie lindern die Entzündungsreaktion des Körpers, müssen allerdings richtig dosiert sein. Ansonsten können sie durch die Reduzierung der körpereigenen Immunreaktion die Bekämpfung der Viren behindern.


Quellen:

  1. Gürtelrose (Herpes zoster). Wort & Bild Verlag. URL: apotheken-umschau.de
  2. Ursachen der Gürtelrose. Berufsverband Deutscher Internisten. URL: internisten-im-netz.de
  3. Frühe Therapie verhindert Komplikationen. Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH. URL: pharmazeutische-zeitung.de
  4. Die antivirale Therapie des Herpes zoster. Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. URL: p-e-g.org

Aktualisiert am: 17.07.2017

So funktioniert unser Service
Wählen Sie
ein Medikament
Füllen Sie den
medizinischen Fragebogen aus
Rezeptausstellung
Lieferung am
nächsten Tag
Kostenfreier Versand