Entzugserscheinungen bei Raucherentwöhnung

Obwohl das Rauchen von Zigaretten heutzutage schon als wesentlich weniger attraktiv gesehen wird als noch vor einigen Jahren, ist es durchaus noch immer eine durchaus salonfähige Sucht. Einer Umfrage aus dem Jahr 2012 zufolge gaben 28 Prozent der Deutschen an, regelmäßig zu rauchen. Die Kosten, die aufgrund von durch Rauchen verursachten Krankheiten entstehen, belaufen sich in Deutschland auf über 20 Milliarden Euro pro Jahr, denn Rauchen führt nachweislich zu einer Reihe schwerer Erkrankungen wie unter anderem COPD und Krebs.

Die Gesundheitsrisiken sind den meisten Rauchern bekannt. Auch hat so manch einer unter dieser hohen Anzahl von Rauchern sicher schon mit dem Gedanken gespielt, das Rauchen aufzugeben. Jedoch handelt es sich bei der Nikotinabhängigkeit um eine sehr ernstzunehmende Sucht und der Nikotinentzug kann für Raucher oft eine schwierige Herausforderungen darstellen.

Wieso führt eine Raucherentwöhnung zu Entzugserscheinungen?

Bei dem Wirkstoff, der für die körperliche Abhängigkeit von Zigaretten verantwortlich ist, handelt es sich um Nikotin. Beim Rauchen gelangt das Nikotin über die Lunge ins Blut und wird von dort innerhalb weniger Sekunden ins Gehirn transportiert. Dort entfaltet sich seine Wirkung wie folgt: Das Nikotin dockt an den Rezeptoren des Botenstoffes Acetylcholin an. Dadurch werden im sogenannten Belohnungszentrum Neurotransmitter wie Noradrenalin und Dopamin freigesetzt, die zu jenem Gefühl von Entspannung und Wohlgefühl beim Inhalieren von Zigarettenrauch führen, das jedem Raucher bekannt ist. Gelangt durch einen Rauchstopp kein weiteres Nikotin mehr an die Rezeptoren, entstehen die Entzugssymptome.

Aus welchen Symptomen bestehen Entzugserscheinungen beim Rauchen?

Nicht jeder Raucher erfährt die gleichen Entzugserscheinungen bei einem Rauchstopp. Je nachdem, wie viele Zigaretten und über wie viele Jahre hinweg geraucht wurde, unterscheiden die Symptome sich zudem in ihrer Länge und Intensität. Zu den häufigsten Entzugserscheinungen zählen:

  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schlafstörungen
  • Unruhe und Gereiztheit

Dazu können gerade bei starken Rauchern auch depressive Verstimmungen kommen.

Kann man die Entzugserscheinungen beim Rauchen lindern?

Zur Linderung der Entzugserscheinungen besteht eine Reihe von Möglichkeiten:

  • Nikotinersatz: Anhand von Nikotinersatzprodukten wie Pflastern, Kaugummis und Lutschtabletten von Nicotinell kann die Nikotinzufuhr individuell gesteuert und nach und nach gesenkt werden. Die typischen körperlichen Symptome des Nikotinentzugs können so weitestgehend vermieden werden.
  • Vareniclin: Hier handelt es sich um eine Substanz, welche die Rezeptorwirkung von Nikotin an der Synapse imitiert. Hierdurch werden Entzugserscheinungen vermieden, ohne dem Körper Nikotin zuzuführen. Vareniclin ist in Form des verschreibungspflichtigen Medikaments Champix erhältlich.
  • Alternative Therapien: Neben der Einnahme von Medikamenten stellt auch die Anwendung alternativer Heilmethoden wie der Hypnose oder der Akupunktur eine Möglichkeit dar, die bezüglich der Entzugserscheinungen Abhilfe schaffen kann.
  • Rauchfrei-Spritze: Auch die Rauchfrei-Spritze hilft gegen Entzugserscheinungen wie Unruhe, Nervosität und Gereiztheit.
  • Nichtraucher werden ohne Entzugserscheinungen?

    Die Therapie mit Medikamenten zielt auf die mit dem Nikotinentzug verbundenen Entzugssymptome ab. Zu der körperlichen Sucht gesellt sich beim Rauchen außerdem eine starke psychische Abhängigkeit. Viele Raucher probieren schon in jungen Jahren ihre erste Zigarette, und die wird schnell zur Gewohnheit. Die Zigarette in der Hand wird über die Jahre sozusagen zu einem Teil der Persönlichkeit. Als treuer Freund steht sie uns in jeder Lebenssituation zur Seite. Aus alltäglichen Situationen wie dem Warten an einer Bushaltestelle oder dem Genuss des morgendlichen Kaffees lässt sich die Zigarette auch bald nicht mehr wegdenken.

    Mit diesen Gewohnheiten zu brechen, stellt vermutlich die größte Herausforderung für angehende Nichtraucher dar. Der feste Entschluss, das Rauchen tatsächlich aufzugeben sowie ein eiserner Wille, auch in schwierigen Momenten durchzuhalten, sind hier erforderlich. Unterstützend kann der psychischen Abhängigkeit zudem mit weiteren Maßnahmen entgegengetreten werden.

    Selbsthilfebücher können eine Quelle wertvoller Tipps und Denkanstöße sein. Meist bieten die Autoren im gleichen Zuge auch Seminare an, bei denen Informationen zum Rauchstopp gegeben werden. Außerdem lernen die anstrebenden Nichtraucher dort weitere Raucher mit dem gleichen Ziel kennen, was eine motivierende Wirkung haben kann. Ähnlich verhält es sich mit dem Austausch über Online-Foren. Wer sich professionelle Unterstützung wünscht, kann eine Verhaltenstherapie in Betracht ziehen.

    Führen Entzugserscheinungen beim Rauchen zu Gewichtszunahme?

    Viele Raucher befürchten, stark zuzunehmen, wenn sie mit dem Rauchen aufhören. Tatsächlich steht eine Raucherentwöhnung mit einem verlangsamten Stoffwechsel in Verbindung. Dazu kommt, dass Raucher häufig zu Süßigkeiten oder Knabbereien greifen, um die fehlende Zigarette zu ersetzen. Somit nehmen Raucher im Schnitt nach der Entwöhnung zwei bis drei Kilo zu. Allerdings kann dem vorgebeugt werden:

    • bewusste Ernährung: Schon nach wenigen Tagen verbessert sich der Geruchs- und Geschmackssinn ehemaliger Raucher. Diese Gelegenheit kann genutzt werden, bewusster zu essen und mehr auf den Nährwert von Lebensmitteln zu achten. Kochen und neue, gesunde Rezepte auszuprobieren kann zudem eine neue Aktivität darstellen, durch die der Raucher sich von dem Drang nach den Zigaretten ablenken kann.
    • regelmäßig Sport treiben: Auch eine neue Sportart kann sich in vielerlei Hinsicht positiv auswirken. Es werden Kalorien abgebaut, aber auch der Spaßfaktor kommt nicht zu kurz.

    Eine Ernährungsumstellung sowie regelmäßiger Sport können zu einem neuen, gesunden und aktiven Lebensgefühl beitragen, in dem Zigaretten keine Rolle mehr spielen. Neue Verhaltensweisen können so die alten ersetzen und es wird gleichzeitig der Gewichtszunahme vorgebeugt.

    Lange Nichtraucher und immer noch Entzugserscheinungen?

    Der Drang nach einer Zigarette kann bei der Raucherentwöhnung teils recht frustrierend sein. Viele Raucher klagen zudem darüber, dass sie auch viele Monate nach der letzten Zigarette in bestimmten Situationen noch immer das Verlangen verspüren, zu rauchen. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Rauchen eine starke Sucht erzeugt und der Drang, sich doch wieder eine Zigarette anzuzünden, keine Schwäche darstellt.

    Obwohl Raucher nach mehreren Monaten meist nicht mehr ans Rauchen denken, so kann es auch Jahre später noch zu Momenten kommen, in denen sie sich plötzlich doch wieder nach einer Zigarette sehnen. Idealerweise können diese Situationen durchgestanden werden, ohne tatsächlich zum zur Zigarette zu greifen. Sollte der ehemalige Raucher aber doch einmal rückfällig werden, besteht kein Grund zur Verurteilung.

    Manchmal hilft auch ein starker Wille nicht, um der Versuchung zu widerstehen. Wichtig ist dann, dass es bei der einen Zigarette bleibt. Die Gefahr besteht vor allem darin, sich nach einigen Monaten als Nichtraucher in Sicherheit zu wiegen und sich zur einen und anderen Gelegenheit eine Zigarette zu gönnen. Diese Gelegenheitszigaretten sind jedoch der schnellste Weg zurück in die Sucht und schon sieht sich der Raucher erneut der Notwendigkeit einer Raucherentwöhnung gegenüber.

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