Antibabypille und Antibiotika: Sind Wechselwirkungen möglich?

Frauen sind häufig unsicher, ob die Antibabypille noch wirkt, wenn zusätzliche Medikamente eingenommen werden müssen und trotz Einnahme der Pille werden Frauen gelegentlich schwanger. Insbesondere Antibiotika müssen häufig einmal eingenommen werden, um einen bakteriellen Infekt zu kurieren. Im Zweifel sollte lieber doppelt verhütet werden, zum Beispiel zusätzlich zur Pilleneinnahme mit Kondom. Weshalb Frauen schwanger werden, obwohl sie hormonell verhüten, kann unterschiedliche Gründe haben.

Welche Symptome hat eine Grippe?

Von der Ansteckung mit dem Influenzavirus bis zum Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) vergehen meist nur wenige Tage. Typisch für die Virusgrippe ist ihr plötzlicher Krankheitsbeginn. Nicht selten entwickelt sich aus einer vollständigen Beschwerdefreiheit innerhalb von zwei bis drei Stunden ein stark ausgeprägtes Krankheitsgefühl, das mit hohem Fieber (bis zu 41 °C), Kopf- und Gliederschmerzen, Schweißausbrüchen und Schüttelfrost einhergeht.

Neben den anfänglichen Beschwerden können im weiteren Verlauf der Influenzainfektion die folgenden Symptome auftreten:

  • Appetitlosigkeit
  • Heiserkeit, trockener Husten
  • Halsschmerzen, Schluckbeschwerden
  • tränende und schmerzende Augen
  • Durchfall, Erbrechen
  • Abgeschlagenheit

Das für die Virusgrippe charakteristische Fieber ist eine Abwehrreaktion des Körpers auf die Influenzaviren und hält in der Regel drei bis vier Tage an. Bei einem normalen Krankheitsverlauf erreicht es am zweiten Tag seinen Höhepunkt. Kommt es am dritten Tag zu einem erneuten Anstieg des Fiebers, ist die Ursache häufig eine zusätzliche bakterielle Infektion. Bakterien nutzen das geschwächte Immunsystem, um unter anderem die Lunge zu besiedeln, was zu einer Lungenentzündung führen kann.

Bei einem unkomplizierten Verlauf der Virusgrippe sind die meisten Symptome nach 7 bis 14 Tagen abgeklungen. Der oft als lästig empfundene Reizhusten sowie ein verminderter Appetit und eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit können jedoch noch einige Wochen lang fortbestehen.

Beeinflussen Antibiotika die Wirkung der Antibabypille?

Die Studienlage zur Frage, ob Antibiotika die Wirkung der Antibabypille beeinflussen, ist noch nicht eindeutig. Je nach Quelle werden unterschiedliche Informationen darüber verbreitet, ob zusätzlicher Verhütungsschutz mittels Kondom oder Diaphragma während einer antibiotischen Therapie notwendig ist. Wenige Studien halten die Antibiotika-Einnahme in Hinsicht auf die Pille für völlig unbedenklich. Der Großteil der Studien geht von Wechselwirkungen aus.

Mikropillen, bei denen es sich um ein sehr niedrig dosiertes Kombinationspräparat aus Östrogen und Gestagen handelt, scheinen anfälliger für diese Wechselwirkungen zu sein. Ein Hinweis auf eine verringerte Wirkung der hormonellen Verhütung können Zwischen-, Schmier- oder Abbruchblutungen sein. Durch die verringerte Hormongabe kann es möglich sein, dass es zum Eisprung kommt, womit eine Schwangerschaft möglich wird. Ähnliches gilt für die Anwendung von einem Vaginalring, einem Hormonpflaster oder einem Hormonimplantat.

Manche Studien nehmen an, dass die Minipille, die nur ein Gestagen enthält, weniger anfällig für Wechselwirkungen mit Antibiotika ist. Bei Unsicherheit, was zu tun ist, sollte immer bis mindestens sieben Tage nach Beendigung der antibiotischen Therapie zusätzlich mit Kondom verhütet werden. Alternativ gilt, dass bis zur nächsten Regelblutung zusätzlich mittels Kondom verhütet werden kann, um sicher zu gehen.

Muss ein Antibiotikum während der zweiten oder dritten Einnahmewoche der Pille eingenommen werden, kann auf die Pillenpause verzichtet werden. Wenn während der Pillenpause ein Antibiotikum anzuwenden ist, ist die zusätzlich Verhütung mittels Kondom nicht unbedingt notwendig.

Wie unterscheiden sich die Symptome von Influenza von jenen eines grippalen Infekts?

Die Symptome von einer Virusgrippe (Influenza) sind deutlich stärker als die Symptome eines grippalen Infekts, der im Vergleich zur Influenza schneller abheilt und seltener zu Komplikationen führt. Während die Krankheitsanzeichen bei der Influenza plötzlich auftreten und schnell zu einer Verschlechterung führen, entwickeln sie sich bei einem grippalen Infekt deutlich langsamer und meist über mehrere Tage.

Häufig beginnt die Erkältung mit einer Entzündung der Rachenschleimhaut (Pharyngitis), die sich durch ein Kratzen im Hals, leichte Halsschmerzen, Heiserkeit und leichtem Husten bemerkbar macht. Oft handelt es sich um einen Husten mit schleimigem Auswurf. Im Gegensatz dazu ist der Husten bei der Influenza eher trocken, ohne Schleim und sehr schmerzhaft. Influenza-Betroffene leiden unter einem starken Hustenreiz, der mit starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden einhergeht.

Im weiteren Verlauf kann es bei einem grippalen Infekt zu leichten Gliederschmerzen, eher dumpfen Kopfschmerzen, tränenden Augen und einer laufenden Nase kommen. Patienten fühlen sich müde und abgeschlagen. Dagegen geht die Influenza häufig mit starken Gelenk- und Muskelschmerzen sowie bohrenden Kopfschmerzen einher, Patienten erleben ein ausgeprägtes Schwächegefühl bis hin zu Kreislaufbeschwerden. Schnupfen-Symptome wie eine laufende oder verstopfte Nase und häufiges Niesen sind bei der Influenza seltener zu beobachten.

Im Gegensatz zur Influenza sind die Symptome des grippalen Infekts oft nach einer Woche vollständig verschwunden. Eine Behandlung durch den Hausarzt ist in der Regel nur bei sehr schweren Infekten und Risikopatienten (Säuglinge, Schwangere, ältere Menschen, chronisch Kranke) notwendig. Sie erfolgt in der Regel symptombezogen und hat zum Ziel, die bestehenden Beschwerden zu lindern und die Genesung des Patienten positiv zu beeinflussen.

Welche Antibiotika können die verhütende Wirkung herabsetzen?

Besonders gut belegt ist die Beeinflussung der Pillenwirkung durch die Antibiotika Rifampicin und Rifabutin, die als Arzneimittel bei Tuberkulose und Meningitis (Hirnhautentzündung) und auch als Prophylaxe einer Meningitis zur Anwendung kommen. Diese Medikamente haben nach ihrer Einnahme zur Folge, dass der Körper die Anzahl von Enzymen in der Leber erhöht. Dadurch kann sich die Leber sogar vergrößern. Der Effekt dieser sogenannten Enzyminduktion hält bis zu zwei Monate an.

Die Antibabypille wird von diesen Enzymen abgebaut. Wenn nun mehr Enzyme zur Verfügung stehen, werden die Wirkstoffe schneller abgebaut und die Wirkung der Pille verringert sich. Nach der Einnahme von Rifampicin oder Rifabutin sollte währenddessen und mindestens noch 28 Tage nach Ende der antibiotischen Therapie zusätzlich mittels Kondom oder ähnlichem verhütet werden. Zum Glück wird Rifampicin nicht häufig eingesetzt, zumindest nicht in Deutschland, da hier die Tuberkulose eine seltene Krankheit ist.

Bei einer Tuberkulose muss die antibiotische Therapie mit einer Kombination aus vier Antibiotika, zu denen das Rifampicin gehört, über mehrere Monate fortgeführt werden. Frauen, die sich dieser Therapie stellen müssen, sollten erwägen, für diesen Zeitraum mittels Kupferspirale zu verhüten. Die Wirkung dieses Verhütungsmittels bleibt von Rifampicin und der Enzyminduktion unbeeinträchtigt.

Manchen Studien ist zu entnehmen, dass auch bei Penicillinen, Tetracyclinen, Cephalosporinen und Chloramphenicol Wechselwirkungen auftreten könnten. Frauen sollten vor Einnahme des Arzneimittels ihren Arzt nach möglichen Neben- und Wechselwirkungen in Bezug auf die Pille fragen und den Beipackzettel des Medikaments lesen.

Was tun, wenn erste Grippe-Symptome auftreten?

Bei einer normal verlaufenden Virusgrippe reicht es in der Regel aus, die einzelnen Symptome zu lindern und Bettruhe einzuhalten. Gegen Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen sowie hohes Fieber helfen Schmerzmittel mit fiebersenkender Wirkung. Bei festsitzendem Husten und einer verstopften Nase können Hustenlöser und Nasentropfen die Beschwerden lindern.

Neben Medikamenten können bewährte Hausmittel wie Hühnersuppe zum Abschwellen der Schleimhäute und Wadenwickel zum Fiebersenken eingesetzt werden. Verschlechtert sich der körperliche Zustand trotz dieser Maßnahmen, gehört der Betroffene einer Risikogruppe an oder besteht das Risiko eines schweren Verlaufs, ist eine Untersuchung durch den Hausarzt unumgänglich.

Der Arzt hat die Möglichkeit, den Patienten in einem frühzeitigen Stadium der Virusgrippe (innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome) sogenannte Virostatika zu verschreiben. Zu diesen zählen unter anderem die Neuraminidasehemmer. Sie wirken gegen die für Menschen relevanten Influenzaviren des Typs A und B und verhindern deren weitere Ausbreitung im Körper. Aktuell stehen zur Therapie der Virusgrippe die Virostatika Zanamivir und Oseltamivir zur Verfügung.

Wie können Antibiotika die Wirkung der Antibabypille beeinflussen?

Derzeit werden verschiedene Theorien diskutiert, wie Antibiotika die Wirkung der Antibabypille beeinflussen können. Entweder scheint der Blutspiegel der verabreichten Hormone reduziert zu sein oder/und die Wirkung vermindert zu sein. Bezüglich der Verminderung des Blutspiegels wird angenommen, dass die Antibiotika die Darmflora verändern. Bakterien leben natürlicherweise im menschlichen Darm und helfen bei der Verdauung. Sie selbst erhalten dafür ebenfalls Nährstoffe und Umweltbedingungen, bei denen sie wachsen und sich vermehren können.

Antibiotika richten sich nicht selektiv gegen die Bakterien, die den Menschen krankgemacht haben, sondern töten auch harmlose und nützliche Bakterien ab. Dadurch kann die Aufnahme der Wirkstoffe der Pille, Östrogen und Gestagen, verringert sein. Es kommt zu niedrigeren Hormonspiegeln im Blut. In einigen Studien wird dieser Mechanismus als Hauptursache einer Verminderung der Pillenwirkung vermutet. Außerdem können Antibiotika zu Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall führen, wodurch die Aufnahme der Hormone vermindert sein kann. Andere Meinungen beziehen sich auf den Abbau der Hormone über Enzyme der Leber.

Es wird davon ausgegangen, dass durch eine erhöhte Anzahl von Enzymen ein gesteigerter Abbau der Hormone stattfindet. Dies betrifft sowohl die Kombinationspräparate als auch die Minipille als reines Gestagen-Präparat. Die Steigerung des Hormonabbaus erfolgt der Theorie nach relativ langsam und soll nach etwa zwei Wochen wieder abklingen. Eine abschließende Klärung, wie Antibiotika genau die Wirkung der Pille beeinflussen, steht noch aus.

Wie wird Influenza diagnostiziert?

Ob ein Patient an einer Virusgrippe oder einer eher harmlosen Erkältung bzw. einem grippalen Infekt leidet, kann der behandelnde Arzt anhand der Symptome und einer eingehenden körperlichen Untersuchung herausfinden.

In vielen Fällen geben bereits Fragen nach dem Krankheitsbeginn (plötzlich oder über mehrere Tage) und begleitenden Symptomen (Beteiligung des Magen-Darm-Trakts, hohes Fieber) Aufschluss über den Krankheitserreger. Besteht der Verdacht auf eine durch Influenzaviren verursachte Virusgrippe, wägt der Arzt ab, ob eine weitere Diagnostik nötig ist.Bei Patienten, die trotz der Symptome in gutem körperlichem Zustand sind und keiner Risikogruppe angehören (ältere Menschen, chronisch Kranke und Kleinkinder), ist dies oftmals nicht erforderlich. Besteht allerdings das Risiko, dass die Influenzainfektion einen schweren und damit möglicherweise lebensbedrohlichen Verlauf nehmen könnte, veranlasst der Arzt einen Virus-Nachweis.

Durch einen Abstrich aus der Nase oder dem Rachen wird dem Erkrankten Speichel entnommen und mit einem Influenza-Schnelltest auf Antikörper untersucht. Verfärbt sich der Schnelltest, gilt eine Infektion mit dem Influenzavirus als sehr sicher. Da die Sensitivität des Tests jedoch nur 80 bis 85 Prozent beträgt, ist eine weitere Absicherung der Diagnose durch ein Labor erforderlich.

Quellen:

Aktualisiert am: 07.03.2017

Welche Antibiotika beeinflussen hormonelle Verhütungsmittel nicht?

Antibiotika, die lokal aufgetragen werden, zum Beispiel Lösungen oder Salben, werden zu einem verschwindend geringen Teil absorbiert, sodass die systemische Wirkung im Körper vernachlässigbar gering ist. Bezüglich Penicillin, Doxycyclin und Tetracyclin scheint noch keine Einigkeit zu bestehen, ob diese Antibiotika die Wirkung der Pille beeinflussen oder nicht. Andere Antibiotika wie Ampicillin, Metronidazol, Ciprofloxacin und Sulfonamide scheinen die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel nicht zu beeinflussen.

Ciprofloxacin ist ein Gyrasehemmer oder Topoisomerase-Hemmer und gehört in die Gruppe der Fluorochinolone. Das Antibiotikum wirkt gegen ein breites Spektrum an Bakterien und wird darum gegen viele Infektionen, wie zum Beispiel Atemwegs-, Harnwegs- und Magen-Darm-Infektionen, eingesetzt. Zu den Sulfonamiden gehören Sulfamethoxazol, Sulfadiazin und Sulfamerazin. Die Kombination aus Sulfamethoxazol und Trimethoprim wird als "Cotrimoxazol" zum Beispiel bei Harnwegsinfekten, Pneumocystis-Pneumonie und Toxoplasmose eingesetzt.

Quellen:

Veröffentlicht am: 16.05.2017

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