Diaphragma

Bei einem Diaphragma handelt es sich um ein mechanisches Produkt zur Empfängnisverhütung. Es besteht aus einer Latex oder Silikon gefertigten elastischen, halbkugelförmigen Kappe und wird vor jedem Geschlechtsverkehr angewandt. Es verhindert, dass Spermien in den Muttermund gelangen und eine Befruchtung herbeiführen.

Wie funktioniert ein Diaphragma?

Die Wirkung des Diaphragmas zeigt sich als eine mechanische Barriere, bei welcher der Zugang zum Muttermund umschlossen wird. Auf diese Weise wird der innere Unterleib in zwei Bereiche geteilt, wobei der untere Teil durch das Diaphragma vom oberen getrennt wird. Spermien gelangen nicht in den oberen Bereich und werden so auf dem Weg zum Befruchtungsziel aufgehalten. Grundvoraussetzung dafür ist eine perfekte Passform des Diaphragmas, damit sich dessen Ränder exakt um den Muttermund herum aufsetzen und keine Spermien unter ihnen hindurch gelangen können.

Diaphragma verhindert

In der Regel wird bei der Verwendung eines Diaphragmas zusätzlich ein Spermizid darauf verteilt. Bei einem Spermizid handelt es sich ebenfalls um eine mechanische Barriere zu Verhütungszwecken. Mit diesem wird ein weiterer Verhütungsschutz gegeben, der je nach Spermizid-Präparat unterschiedliche Wirkungseffekte zusätzlich zum Umschließen des Muttermunds bietet:

  • Spermien werden abgetötet
  • Der Zervixschleim wird verzähflüssigt, damit Spermien nicht hindurchdringen können
  • Die Spermien werden in ihrer Bewegungsintensität gehemmt

Wie sicher ist ein Diaphragma?

Um die Sicherheit von Verhütungsmethoden festzustellen, werden regelmäßig verschiedene Studien und ärztliche Statistiken erstellt, die zusammen für die Berechnung des sogenannten Pearl-Index herangezogen werden. Der Pearl-Index ergibt sich den Ergebnissen und zeigt an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Frau trotz einer bestimmten Verhütungsmethode schwanger werden kann. Dazu werden die Daten von 100 Frauen pro Jahr verwendet.

Durch den Vergleich mit dem Pearl-Index einer Antibabypille, der zwischen 0,1 - 0,9 liegt, wird deutlich, dass ein Diaphragma über einen verhältnismäßig hohen Sicherheitswert verfügt. Im Vergleich zu einer alleinigen Spermizid Anwendung mit einem Pearl-Index von mindestens 4 bis zu 21, ist das Diaphragma wiederum als sicherer anzusehen.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Diaphragma?

Das Diaphragma zeigt sich mit Vor- und Nachteilen, die sich überwiegend aus dem Vergleich mit anderen Verhütungsmethoden ergeben, wie zum Beispiel der Antibabypille oder Spiralen.

Vorteile eines Diaphragmas:

  • Das Einsetzen kann eigenständig erfolgen und ist mit ein wenig Übung leicht durchzuführen
  • Das Diaphragma ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich
  • Die Anwendung findet nur temporär statt, wenn Geschlechtsverkehr bevorsteht
  • Das Diaphragma nimmt keinen Einfluss auf den Hormonhaushalt oder den weiblichen Zyklus
  • Es kann unbedenklich von stillenden Müttern verwendet werden
  • Nebenwirkungen wie Gewichtszunahmen, Zwischenblutungen oder Zyklusstörungen bleiben aus
  • Bei richtiger Pflege hält das Diaphragma bis zu zwei Jahre

Nachteile eines Diaphragmas:

  • Weniger Sicherheit durch geringeren Pearl-Index als beispielsweise der Antibabypille
  • Geschützter Spontan-Sex ist aufgrund der Wartezeit von mindestens einer Stunde nicht möglich
  • Ein Diaphragma schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten
  • Das richtige Einsetzen verlangt Übung
  • Anwendungsfehler erhöhen das Schwangerschaftsrisiko
  • Manchmal wird das Diaphragma als Störfaktor während des Geschlechtsverkehrs empfunden
  • Vor jedem Samenerguss muss grundsätzlich erneut ein Spermizid verwendet werden

Wie wird ein Diaphragma angewandt?

Die Grundvoraussetzungen für eine bestmögliche Verhütung durch das Diaphragma sind das korrekte Einsetzen und eine passgenaue Größe des Diaphragmas, welches zwischen sechs und acht Zentimeter erhältlich ist.

Es ist empfehlenswert, die Größenbestimmung durch den behandelnden Gynäkologen vornehmen zu lassen. Zudem zeigt der Gynäkologe den richtigen Umgang beziehungsweise die Anwendung beim Einsetzen des Diaphragmas. Nur auf diese Weise kann gewährleistet werden, dass bereits bei der ersten Anwendung das Diaphragma den Muttermund so umschließt, dass keine Spermien hinein gelangen können und es zu einer Befruchtung kommt.

Das Diaphragma sollte ausschließlich mit einem Spermizid angewendet werden. Dieses wird auf der gesamten Kappe verteilt. Es ist dabei zu beachten, dass Spermizide über andere Wirkungs- und zusätzliche Wartezeiten verfügen, die entscheidend für den richtigen Zeitpunkt zum Einsetzens des Diaphragmas mit Spermizid sind. Während ein Diaphragma ohne Spermizid spätestens eine Stunde und frühestens zwölf Stunden vor dem geplanten Geschlechtsverkehr eingeführt werden sollte, muss die Wirkungsdauer von zwei Stunden bei Spermiziden berücksichtigt werden.

Diaphragma einsetzen

Für die Anwendung bedeutet dies, dass das Diaphragma mit aufgetragenem Spermizid entsprechend kurzfristig vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden muss. Da das Diaphragma mindestens eine Stunde benötigt, um sich bestmöglich um den Muttermund festzusetzen, sollte bei der gleichzeitigen Anwendung von Spermiziden dies als optimaler Anwendungszeitpunkt betrachtet werden. Es verbleibt dann circa eine Stunde für den Geschlechtsverkehr und einem Samenerguss mit der höchstmöglichen Sicherheit.

Kommt es in diesem Zeitraum nicht zum Samenerguss beziehungsweise soll ein weiterer Samenerguss erfolgen, muss erneut ein Spermizid eingeführt werden. Das Einführen des Diaphragmas erfolgt ähnlich wie bei einem Tampon. Mit der kugeligen Seite nach unten, wird es vor den Muttermund geschoben, der im sich hinteren Bereich des Scheidengewölbes in der Schambeinnische befindet.

Nach dem Aufsetzen des Diaphragmas sollte stets der richtige Sitz überprüft werden. Dazu wird mit dem Finger auf die Rundung gedrückt. Ist der Muttermund tastbar, sitzt das Diaphragma korrekt. Da es keine 100 prozentige Gewährleistung gibt, dass alle Spermien durch das Spermizid in ihrer Aktivität reduziert werden, muss das Diaphragma nach dem Geschlechtsverkehr mindestens für acht Stunden vor dem Muttermund platziert bleiben, um Schutz vor eventuellen noch aktiven Spermien zu bieten. Nach circa 24 Stunden ist das Diaphragma spätestens zu entnehmen.

In der Regel hält ein Diaphragma zwischen einem Jahr und zwei Jahren. Sollten sich Merkmale wie Risse oder poröse Stellen zeigen, ist das Diaphragma nicht mehr anzuwenden und auszutauschen. Sollte das Diaphragma während einer vaginalen Infektion angewendet werden, ist dieses ebenfalls gegen ein neues Diaphragma zu ersetzen.

Die notwendige Größe eines Diaphragmas kann sich durch eine Geburt oder diverse Operationen im Scheidenbereich ändern. Aus diesem Grund sollte in diesen Fällen eine neue Größenbestimmung durch den Gynäkologen erfolgen.

Wann darf ein Diaphragma nicht angewandt werden?

Frauen, die über Fehlbildungen an der Gebärmutter oder im Scheidenbereich verfügen, sollten von der Anwendung eines Diaphragmas absehen. Gleiches gilt bei Zysten- oder Tumorbildungen in der Muttermundregion.

Liegt eine Überempfindlichkeit gegenüber des Materials eines Diaphragmas vor, darf dieses nicht angewendet werden. Bei vaginalen Entzündungen ist die Anwendung eines Diaphragmas zu unterlassen. Sehr junge Mädchen, die sich noch im Wachstum befinden, sollten ein Diaphragma nicht benutzen.

Kann es bei der Anwendung eines Diaphragmas zu Nebenwirkungen kommen?

Nebenwirkungen können bei einem Diaphragma auftreten, wenngleich diese eher seltener der Fall sind. Folgende Nebenwirkungen sind bekannt:

  • Harnwegsinfektionen
  • Allergische Reaktionen

In Kombination mit einem Spermizid können zudem folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Hautreizungen und Entzündungen im Scheidenbereich
  • Brennen
  • Juckreiz
  • Wärmegefühl

Quellen:

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