Gestagen-Check: Drospirenon

Drospirenon ist ein Wirkstoff, der für die Empfängnisverhütung und zur Behandlung von Menstruationsstörungen eingesetzt wird. Dabei tritt er meist in Kombination mit dem Östrogen-verwandten Wirkstoff Ethinylestradiol auf.

Zusammen mit einem anderen Wirkstoff, Estradiol, wird er außerdem nach der Menopause verwendet, falls hier beispielsweise ein Hormonungleichgewicht besteht. Wie alle Hormonersatzprodukte können Risiken für Venenthrombosen bestehen und unerwünschte Nebenwirkungen sowie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten.

Was ist Drospirenon?

Bei Drospirenon handelt es sich um einen Wirkstoff, welcher der Gruppe der Gestagene (Gelbkörperhormone) zuzuordnen ist. Er ähnelt dem natürlichen Progesteron des Körpers hinsichtlich seiner pharmakologischen Eigenschaften.

In Kombination mit einem Östrogen kommt Drospirenon als orales Kontrazeptivum oder zur Hormonersatztherapie nach den Wechseljahren zum Einsatz.

Anwendungsgebiete für Drospirenon

In einer Fixkombination mit dem Östrogen Ethinylestradiol wird Drospirenon zur oralen Empfängnisverhütung eingesetzt. Diese Wirkstoffkombination wird außerdem bei Akne durch einen Überschuss männlicher Hormone im weiblichen Körper oder bei unregelmäßigen Zyklen angeraten. Zu starke, zu schwache oder ausbleibende Monatsblutungen können dank der Fixkombination reguliert werden.

Mit dem Wirkstoff Estradiol ist Drospirenon unabhängig von der Schwangerschaftsverhütung im Einsatz. Es dient hier als Mittel der Hormonersatztherapie bei Frauen im höheren Alter, deren Menopause bereits eingetreten ist. Estradiol mit Drospirenon ist unter dem Handelsnamen "Angeliq" bekannt.

Die Antibabypille mit Drospirenon

Die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol - Drospirenon ist in Deutschland als Antibabypille zum Beispiel unter den Handelsnamen aida, Yasmin und Yasminelle sowie deren jeweilige Generika erhältlich.

euroClinix Pille Abbildung entspricht Dosierung Weitere Informationen
Yasmin
Yasmin
Yasminelle
Petibelle
Ethinylestradiol 0.03mg & Drospirenon 3mg Mehr zu Yasmin
Eloine Eloine Yaz Ethinylestradiol 0.02mg & Drospirenon 3mcg Mehr zu Eloine (Yaz)

Zur oralen Empfängnisverhütung wird täglich eine Tablette, möglichst zu ähnlichen Zeiten, eingenommen. Nach 21 Tagen Einnahme erfolgt eine siebentägige Pause, während dieser der Empfängnisschutz weiterhin besteht. Bei korrekter Einnahme bietet die Antibabypille einen sehr sicheren Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft.

Wie wirkt Drospirenon?

Zusammen mit Ethinylestradiol, einem verwandten Wirkstoff des Hormons Estradiol, hemmt das progesteron-ähnliche Drospirenon den Eisprung und verhindert somit, dass eine Schwangerschaft eintreten kann. Dies wird durch die Verminderung eines Anstiegs des Hormons LH (Luteinisierendes Hormon), welches Eisprung und Gelbkörperbildung fördert, erzielt.

Ein weiterer Wirkmechanismus ist die Veränderung und Verdickung des Zervixschleimes; dieser wird für Spermien undurchlässig und versperrt den Weg zur Gebärmutter. Gleichzeitig verhindern die beiden Wirkstoffe und insbesondere Drospirenon, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbauen kann. Einem Ei wird somit keine Chance auf die Einnistung gegeben.

Die Wirkstoffkombination täuscht dem Körper durch die erhöhte Gabe von Östrogenen und Gestagenen schlussendlich eine Schwangerschaft vor, sodass keine tatsächliche Schwangerschaft eintreten kann.

Eine weitere Wirkungsweise von Drospirenon ist die antimineralkortikoide Wirkung. Dahinter verbirgt sich ein Entgegenwirken von Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen, die zu weiteren Beschwerden wie Brustspannen oder Atemnot führen können.

Eine antiandrogene Wirkung wird Drospirenon ebenfalls nachgesagt: Diese hebt die Wirkung männlicher Geschlechtshormone auf. Frauen, die an einem Überschuss männlicher Geschlechtshormone leiden, weisen beispielsweise eine Neigung zu Akne oder vermehrter Körperbehaarung auf. Drospirenon kann bei diesen Beschwerden Abhilfe schaffen.

Mögliche Nebenwirkungen

Wie alle oralen Kontrazeptiva kann Drospirenon mit Ethinylestradiol neben der gewünschten Wirkung unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen.

Häufige Nebenwirkungen
  • Schmierblutungen, Zwischenblutungen, ein unregelmäßiger Zyklus oder vermehrter Vaginalausfluss
  • depressive Verstimmungen
  • Kopfschmerzen bis hin zur Migräne
  • Schmerz-/ Spannungsgefühl in der Brust
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Pilzerkrankungen im Genitalbereich

Gelegentliche Nebenwirkungen
  • Akne, Hautausschlag und Juckreiz
  • Gewichtszunahme oder -abnahme
  • Veränderungen der Libido
  • Blutdruckveränderungen (Hypertonie, Hypotonie)

Seltene Nebenwirkungen
  • Flüssigkeitsabsonderung der Brustdrüsen
  • Asthma
  • Schwerhörigkeit
  • Thrombosen

Sonderhinweise Thromboserisiko

Das Risiko für mitunter lebensbedrohliche Gefäßverschlüsse (Thrombosen) kann durch die Einnahme von Drospirenon mit Ethinylestradiol steigen. Thrombosen können an spezifischen Symptomen wie beispielsweise unerklärlichen, starken Schmerzen (zum Beispiel im Bein), einer lokalen Schwellung, Hautveränderungen und Atemnot erkannt werden.

Bei derartigen Nebenwirkungen muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, da eine gefährliche Lungenembolie die Folge sein kann. Drospirenon steigert das Risiko für eine Thrombose im Vergleich zu anderen Gestagenen wie zum Beispiel Levonorgestrel um ein Vielfaches. Daher ist bei der Einnahme besondere Vorsicht geboten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Gemeinsam mit anderen Medikamenten eingenommen, kann es bei Drospirenon mit Ethinylestradiol zu Wechselwirkungen kommen. Diese verstärken oder schwächen die Wirkung des Kontrazeptivums ab. Außerdem können wiederum Wirkstoffe in anderen Medikamenten durch die Pille verstärkt oder aufgehoben werden.

Folgende Medikamente verringern die Wirksamkeit von Drospirenon mit Ethinylestradiol:

  • Antibiotika (Ampicillin, Griseofulvin, Rifampicin und Tetracycline)
  • Schlafmittel, die sich den Barbituraten zuordnen lassen
  • Antiepileptika (zum Beispiel Felbamat, Hydantoin, Phenytoin und Topiramat)
  • Gichtmittel (Phenylbutazon)
  • virenhemmende Arzneien, die zur Therapie von HIV verwendet werden (Nelfinavir oder Ritonavir)
  • Aktivkohle
  • Johanniskraut-Präparate

Drospirenon mit Ethinylestradiol hingegen verändert die Wirkung folgender Arzneien:

  • Medikamente mit dem Wirkstoff Ciclosporin
  • Antiepileptika wie Lamotrigin (erhöhtes Risiko für Krampfanfälle durch die Pille)
  • Theophyllin gegen Atemprobleme
  • Tizanidin bei Muskelschmerzen und Krämpfen

Weitere Veränderungen sind durch die Antibabypille bei Diabetikern und Personen mit Schilddrüsenproblemen zu beobachten. Bei einem Diabetes Mellitus wird möglicherweise eine Anpassung der Insulindosis bzw. der Dosis ihrer oralen Antidiabetika benötigt.

Bei Schilddrüsenproblemen muss gegebenenfalls die Einnahme von Thyroxinen angepasst werden. Ethinylestradiol kann außerdem die Konzentration von natürlichen Schilddrüsenhormonen erhöhen.

Gegenanzeigen - Wann darf Drospirenon nicht eingenommen werden?

Bei der Einnahme von Drospirenon sind eine Reihe an Gegenwirkungen zu beachten.

Die Fixkombination von Drospirenon mit Ethinylestradiol darf nicht eingenommen werden von:
  • Schwangeren
  • von Kindern und Jugendlichen (früheste, mögliche Einnahme: ab der ersten Monatsblutung)
  • bettlägerigen Personen (zum Beispiel nach einer Operation)
  • Menschen mit einem Blutgerinnsel oder einer Störung der Blutgerinnung (akut oder in der Vergangenheit)
  • Herzinfarkt- oder Schlaganfallpatienten
  • Personen, die an Angina Pectoris leiden oder früher litten

Die Einnahme sollte vermieden werden bei:
  • einer bestehenden oder vergangenen Migräne mit Aura
  • Lebererkrankungen
  • Niereninsuffizienz
  • irregulären Blutungen aus der Vagina
  • einer Brust- oder Genitalkrebserkrankung
  • Lebergeschwülsten

Außerdem erhöhen die folgenden Krankheiten das Risiko für eine Thrombose, die lebensbedrohliche Folgen haben kann:

  • Diabetes in fortgeschrittenem Stadium (zum Beispiel mit Schädigung der Blutgefäße)
  • hoher, kaum behandelbarer Blutdruck (Hypertonie)
  • erhöhter Blutfettspiegel (zum Beispiel ein erhöhter Cholesterinwert)

Wer allergisch auf das Präparat reagiert, was sich beispielsweise durch Jucken, Schwellungen und Hautausschlag bemerkbar macht, sollte die Einnahme sofort abbrechen und einen Arzt zu Rate ziehen.

Während der Stillzeit sollte Drospirenon mit Ethinylestradiol ebenfalls nicht eingenommen werden, da geringe Mengen des Mittels in die Muttermilch übergehen und auf den Säugling übertragen werden könnten. Außerdem hemmt die Einnahme oraler Kontrazeptiva die Produktion der Muttermilch.

Quellen:

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