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Betablocker zur Behandlung von Bluthochdruck

Betablocker sind eine populäre Behandlungsmethode für Patienten mit Bluthochdruck und werden auch bei anderen Krankheiten wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz erfolgreich zur Therapie eingesetzt. Sie sind auch unter dem Namen Beta-Rezeptorenblocker bekannt, da sie die sogenannten Beta-Rezeptoren im Körper blockieren.

Diese Rezeptoren an der Zelloberfläche binden sich an Signalstoffe und lösen damit Reaktionen in den Zellen aus. Beta-Rezeptoren entfalten ihre Wirkung im vegetativen Nervensystem, speziell durch den Sympathikus. Dieser beeinflusst die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin, welche Einfluss auf den Blutdruck und Puls haben. Werden sie gehemmt, sinkt der Blutdruck.

Was sind Betablocker?

Betablocker werden auch als Beta-Rezeptorenblocker oder β-Blocker bezeichnet, da sie ihre Wirkung vorwiegend durch eine Hemmung der β-Adrenozeptoren des Herzens entfalten. Arzneimittel mit derartigen Wirkstoffen senken die Ruhefrequenz des Herzens und den Blutdruck, daher werden sie vor allem bei der Behandlung von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) und diversen Herzkrankheiten eingesetzt.

Dank der weitreichenden Einsetzbarkeit und durch zahlreiche Studien belegten Wirksamkeit sind Betablocker seit ihrer Markteinführung schnell in die führende Gruppe der meistverschriebenen Arzneimittel aufgestiegen. So kam eine Meta-Analyse gesammelter medizinischer Tests aus den Jahren von 1973 bis 2012 zu dem Schluss, dass Betablocker in Fällen von mittlerem bis schwerem Bluthochdruck besonders bei jüngeren Patienten einen klar erkennbaren positiven Einfluss auf die Lebenserwartung zeigen.[1] Insbesondere der Wirkstoff Metoprolol wird sehr häufig eingesetzt und ist der wohl bekannteste Betablocker auf dem Markt.

Die Arzneimittelgruppe der Blutdrucksenker (Antihypertensiva) beinhaltet neben Betablockern auch Diuretika zur Entwässerung, Kalzium-Antagonisten sowie ACE-Hemmer wie Ramipril oder Amlodipin.

Fakten zur Betablockern

  • Betablocker werden vor allem für Patienten verschrieben, bei denen die Herzfrequenz reduziert werden muss.
  • Die Medikamente werden vorwiegend zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris und Bluthochdruck angewendet.
  • Grüner Star, Schilddrüsenüberfunktion und Angststörungen werden ebenfalls mit Betablockern therapiert.
  • Betablocker enthalten unterschiedliche Wirkstoffe und sind unter zahlreichen Markennamen verfügbar.
  • Nebenwirkungen sind beispielsweise Schwindel, kalte Hände und Füße, Gewichtszunahme und Müdigkeit.

Wie wirken Betablocker?

Betablocker werden in ihrer Wirkung auf Beta-1-Rezeptoren und Beta-2-Rezeptoren unterschieden, wobei letztere auf die glatte Muskulatur beispielsweise der Bronchien und Blutgefäße einwirken. Beta-1-Rezeptoren finden sich hauptsächlich am Herz und der Niere. Werden diese spezifisch blockiert, wird die Ausschüttung von Noradrenalin und Adrenalin gehemmt, wodurch die Herzleistung beeinflusst wird. In der Niere bewirkt die Blockade der Rezeptoren die Hemmung des Enzyms Renin, wodurch unter anderem einen Anstieg des Blutdrucks verhindert wird.

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Betablocker hemmen das Andocken von Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin an β-Adrenozeptoren, wodurch der Sympathikus in der Stimulierung des Herzens gestört wird und eine gegensätzliche Reaktion zur Adrenalinausschüttung stattfindet. Die Blockade der Renin-Ausschüttung in der Niere bewirkt einen geringeren Blutdruck.

Alphablocker gehören ebenfalls zur Gruppe der Sympatholytika, allerdings senken diese den Blutdruck durch eine Regulierung des Herzschlags. Das Herz wird dadurch entlastet und der Blutdruck in den Arterien gemindert.

Welche Betablocker gibt es?

Betablocker umfassen eine große Gruppe von Arzneimitteln diverser Hersteller mit unterschiedlichen Wirkstoffen, welche unterteilt wird in selektive und nicht-selektive Betablocker. Zur Behandlung von Bluthochdruck werden in Deutschland gewöhnlich selektive Betablocker angewendet, welche speziell auf die Beta-1-Rezeptoren wirken und daher meist geringere Nebenwirkungen aufweisen. Die am weitesten verbreiteten Wirkstoffe sind:

  • Metoprolol: verfügbar unter den Handelsnamen Beloc, Lopresor, Jeprolol, Jutabloc u.a.
  • Bisoprolol: verfügbar unter den Handelsnamen BisoHEXAL, Bisogamma, Concor u.a.
  • Atenolol: verfügbar unter den Handelsnamen Cuxanorm, Tenormin u.a.
  • Propanolol: verfügbar unter den Handelsnamen Dociton, Obsidan, Propra-ratiopharm u.a.

Betablocker werden neben der Anwendung bei Bluthochdruck oft auch zur Behandlung von anderer Krankheiten verschrieben. So wird Metoprolol beispielsweise in der Therapie von koronaren Herzkrankheiten, Herzrhythmusstörungen sowie bei akuten Herzinfarkten und zur Migräne-Prophylaxe eingesetzt.

Trotz gleicher Wirkprinzipien weisen die diversen Wirkstoffe auch leicht unterschiedliche Eigenschaften auf. So führt beispielsweise Atenolol aufgrund einer verminderten Fettlöslichkeit bei den meisten Patienten zu geringeren Nebenwirkungen, wie beispielsweise Kopfschmerzen oder Müdigkeit.

Anwendungsgebiete für Betablocker

Neben der Anwendung bei Bluthochdruck werden Betablocker noch für eine Reihe weiterer Krankheiten zur Therapie eingesetzt. Hauptsächlich behandelt werden dabei:

  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Herzinfarkt
  • Herzinsuffizienz
  • Herzrhythmusstörungen

Bei koronarer Herzkrankheit, Angina pectoris oder nach einem Herzinfarkt können Betablocker wissenschaftlich belegt die Lebenserwartung erhöhen, indem sie die Herzleistung herabsetzen und damit den Sauerstoffbedarf reduzieren. Gleichzeitig werden die Herzkranzgefäße besser durchblutet, da die Herzfrequenz gesenkt wird.

Die zur Behandlung von Herzinsuffizienz zugelassenen Betablocker werden langsam in ihrer Dosierung gesteigert und verbessern die Arbeit des Herzens. Auch hier wird nachweisbar die Lebenserwartung beeinflusst. Gleiches gilt bei der Therapie von Herzrhythmusstörungen, wobei die erregungshemmende Wirkung von Betablockern genutzt wird.

Darüber hinaus können individuelle Betablocker in bestimmten Fällen nach Absprache mit dem Arzt auch als Einzeltherapie oder ergänzende Behandlung für folgende Krankheiten verwendet werden:

  • Glaukom
  • Migräne
  • Schildrüsenüberfunktion
  • Tremor
  • Phäochromozytom
  • Angststörung
  • Portale Hypertension
  • Ösophagusvarizenblutungen
  • Hämangiom
  • Dumping-Syndrom
  • Ehlers-Danlos-Syndrom

Welche Nebenwirkungen haben Betablocker?

Die Blockade von Beta-1-Rezeptoren und Beta-2-Rezeptoren kann neben der gewünschten Blutdrucksenkung bei einigen Patienten auch Nebenwirkungen auslösen. Zu Nebenwirkungen durch gehemmpte Beta-2-Rezeptoren gehören beispielsweise Durchblutungsstörungen der Hände und Füße sowie von Organen wie Leber und Niere.

Darüber hinaus kann die durch fehlende Adrenalinreaktion eine Verengung der Atemwege erfolgen. Dies tritt meist als Bronchospasmus mit einem Atemnotgefühl auf.

Diabetes-Patienten sowie Personen mit einem erhöhten Risiko, an Diabetes (Zuckerkrankheit) zu erkranken, sollten eine Behandlung mit Betablockern besonders sorgfältig abwägen, da diese durch die Blockade der Rezeptoren in der Leber eine Insulinintoleranz auslösen können. Auch der Blutzuckerspiegel kann dadurch verändert werden.

Zudem sind besonders bei jungen Patienten Gewichtszunahmen bei der Behandlung mit Betablockern zu beobachten, vor allem bei Wirkstoffen wie Metoprolol und Bisoprolol. Diese verursachen eine Verlangsamung des Stoffwechsels, wodurch der Körper schneller Fettreserven anlegt, sofern keine Anpassung der Ernährung erfolgt. Andere Wirkstoffe aus der Gruppe der Betablocker oder andere Blutdrucksenker wie beispielsweise ACE-Hemmer können diese Nebenwirkung minimieren.

Mögliche Wechselwirkungen mit Betablockern

Werden Betablocker gleichzeitig mit anderen Medikamenten eingenommen, können abhängig von den enthaltenen Wirkstoffen unerwünschte Wechselwirkungen ausgelöst werden. Da diese Wechselwirkungen mitunter schwerwiegende gesundheitliche Probleme beinhalten, muss vor der Behandlung grundsätzlich der behandelnde Arzt über alle weiteren aktuell oder kürzlich verwendeten Arzneimittel informiert werden.

Da Betablocker unterschiedliche aktive Wirkstoffe enthalten, können sich die Wechselwirkungen je nach Medikament voneinander unterscheiden. Grundsätzlich dürfen Betablocker nicht gleichzeitig mit anderen Blutdrucksenkern oder Antiarrhythmika zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen verwendet werden. Die Nutzung von Acetylcholinesterase-Hemmern ist ebenfalls zu vermeiden.

Dr. Caroline Fontana

"Zu beachten ist besonders bei Patienten mit Diabetes, dass eine gleichzeitige Therapie mit Insulin oder Antidiabetika zu Unterzuckerung führen kann, während dafür typische Symptome durch Betablocker kaschiert werden. Bei Diabetikern ist daher eventuell eine Anpassung der Dosis durch den behandelnden Arzt notwendig. Außerdem sollten Blutzuckerwerte während der Behandlung besonders sorgfältig überprüft werden." - Dr. Caroline Fontana

Gegenanzeigen für Betablocker

Betablocker dürfen nicht bei allen Patienten zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden. Überempfindlichkeit oder Allergien gegenüber den aktiven Wirkstoffen oder sonstigen Bestandteilen der jeweiligen Medikamente gelten als absolute Kontraindikationen. Auch bei Asthma, stark verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie) und chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen (COPD) dürfen Betablocker keinesfalls angewendet werden.

Auch bei bestehender und schlecht kontrollierter Diabetes sowie bei erektiler Dysfunktion (Impotenz) darf keine Therapie mit Betablockern erfolgen.

In bestimmten Fällen ist eine Behandlung mit Betablockern möglich, darf aber erst nach einer ausführlichen Analyse sowie genauer Kontrolle durch den behandelnden Arzt erfolgen. Dazu gehören unter anderem:

  • metabolisches Syndrom
  • Glukoseintoleranz (Prä-Diabetes)
  • Schuppenflechte

Darüber hinaus ist Vorsicht bei der Anwendung von Betablockern geboten, wenn es sich bei dem Patienten um Athleten oder sportlich aktive Personen handelt. Die Wirkstoffe reduzieren die körperliche Leistungsfähigkeit und beeinflussen damit nachweislich den Trainingserfolg. Gleichzeitig finden sich Betablocker bei bestimmten Sportarten auf der Dopingliste, da Konzentration und Präzision durch die Reduzierung der Herzleistung gesteigert werden können. Professionelle Athleten sollten sich daher vor Behandlungsbeginn informieren, welche Wirkstoffe in ihren Sportarten erlaubt sind.

Bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion der Leber muss der passende Betablocker durch den Arzt gewählt werden, da die Ausscheidung des aktiven Wirkstoffs je nach Medikament über Nieren oder Leber erfolgt und es bei mangelnder Funktionsfähigkeit der Organe zu einer übermäßigen Anreicherung im Körper kommen kann.

Quellen:

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