Behandlung bei Diabetes

Schätzungen zufolge, leiden allein in Deutschland über acht Millionen Menschen an Diabetes. Die Mehrheit mit 90 Prozent ist an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. Diabetes Mellitus Typ 1 betrifft in vielen Fällen Frauen und Männer ab dem 40. Lebensjahr und überwiegend ab dem 60. Lebensjahr, weshalb es im Volksmund "Altersdiabetes" genannt wird.

Die Blutzuckerveränderungen außerhalb der Normalwerte können schwerwiegende Folgeerkrankungen vor allem an den Augen, Nieren, Nerven sowie der Durchblutung, mit sich bringen. Aus diesem Grund ist es wichtig, einen Diabetes Mellitus rechtzeitig behandeln zu lassen, um die Normalisierung des Blutzuckerspiegels zu erreichen.

Behandlung von Diabetes Typ 1

Bei einem Diabetes Mellitus des Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem gegen die Zellen angeht, die in der Bauchspeicheldrüse Insulin produzieren. Daraus entsteht ein Insulinmangel, den es heißt durch eine entsprechende Behandlung wieder auf Normalniveau steigen zu lassen.

Bei Insulin handelt es sich um ein Eiweiß-Hormon. Eiweiß ist dem Körper nicht oral durch Tabletten oder in flüssiger Form zuzuführen, da es im Magen durch die vorhandene Säure zersetzt werden würde. Aus diesem Grund muss durch die Haut in den Körper gelangen, weshalb ein Diabetes mellitus Typ 1 grundsätzlich nur über eine Insulininjektion behandelt werden kann.

Aufbau von Humaninsulin

Dabei wird mittels einer Spritze mit sehr feiner Nadel das Insulin in das Unterhautgewebe injektiert. Die Höhe der Insulinzufuhr ist individuell auf jeden Patienten abzustimmen und abhängig von Faktoren wie Ernährung und Bewegung.

Bei der Insulintherapie stehen zwei Behandlungsarten zu Verfügung:

  • Intensivierte Insulintherapie
  • Insulinpumpentherapie

Bei der intensivierten Insulintherapie wird das Insulin mit einer Einmal-Spritze oder einem sogenannten Pen injektiert. Während bei der Verwendung einer Einmal-Spritze Insulin jedes Mal die benötigten Einheiten aufgezogen werden müssen, funktioniert der Pen halbautomatisch. Hier wird eine Insulin-Ampulle eingesetzt und die Insulinmenge voreingestellt. Für jede Injektion muss nur noch die Injektionsnadel aufgesetzt werden.

Ein permantentes Neu-Aufziehen des Insulins entfällt damit, was für mehr Komfort, aber vor allem die die Fehlerquote von falschen Insulinmengen minimiert. Zudem kann die Insulin-Injektion unauffälliger vonstatten gehen, was sich vor allem beim Spritzen in der Öffentlichkeit als positiv erweist.

Bei der Insulinpumpentherapie kommt eine vollautomatische Funktionalität zum Einsatz, bei der Insulin in das Unterhautgewebe injektiert wird. Der Unterschied zur Intensiverten Insulintherapie liegt darin, dass eine Injektionsnadel durchgehend auf der Haut angelegt ist und mit einer Pumpe verbunden ist. Auf diese Weise wird durch ein kleines Gerät zuvor programmierte Dosismengen an Insulin mittels einer Kathederverlängerung zur Injektionsnadel in das Unterhautgewebe injektiert.

Dies kann automatisch über den gesamten Tag erfolgen. Bei Bedarf kann zudem per Knopfdruck eine Injektion ausgelöst werden, wenn zum Beispiel durch eine Mahlzeit der Blutzuckerspiegel stark beeinflusst wird und eine spontane Insulinregulierung erforderlich ist. Bei einer Behandlung von Diabetes mellitus Typ 1 spielt die Ernährung insoweit eine Rolle, dass die Insulin-Dosisberechnung davon abhängig ist.

Werden beispielsweise viele Kohlenhydrate verzehrt, kommt es zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Bei gesunden Patienten wird eine vermehrte Ausschüttung von Insulin automatisch über die Bauspeicheldrüse veranlasst, um den Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Bei Patienten mit Diabetes Typ 1 muss dies über die Insulin-Injektion erfolgen. Damit ist eine kontrollierte Ernährung Teil einer jeden Behandlung, um richtige Einschätzung notwendiger Insulin-Dosen vornehmen zu können und damit zu hohen oder zu tiefen Blutzuckerspiegeln vorzubeugen.

Stufentherapie bei Diabetes Typ 2

Anders als bei dem Diabetes mellitus Typ 1, handelt es sich bei Typ um keine Funktionsstörung bei der Insulinproduktion, sondern um eine Insulinresistenz, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Dementsprechend gestaltet sich die Behandlung, die unterschiedliche Therapieformen vorsieht. Hier sprechen die Mediziner von der Vier-Stufen-Therapie.

Erste Stufe: Veränderung des Lebensstils

Die Basis einer jeden Diabetes-Behandlung des Typs 2 bildet der Lebensstil. Bestimmte Faktoren begünstigen einen Diabetes mellitus Typ 2, wie eine falsche Ernährung, Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel. In vielen Fällen kann eine Insulinresistenz bereits durch die Änderung des Lebensstils verbessert oder sogar ganz abklingen. Dementsprechend zählen Gewichtsreduzierungen, ein Raucher-Stopp, eine gesunde Ernährung sowie mehr Bewegung zu den ersten Maßnahmen gegen Diabetes mellitus Typ 2.

Können keine Normalwerte des Blutzuckers dadurch erreicht werden oder können diese Risiko-Faktoren ausgeschlossen werden, erfolgt die zweite Behandlungsstufe. Ergänzend sei zu erwähnen, dass eventuell vorhandene Diabetes begünstigende Lebensstil-Faktoren unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung, geändert werden sollten.

Zweite Stufe: Medikamentöse Behandlung mit oralen Antidiabetia

In der Stufe 2 wird eine medikamentöse Behandlung mit oralen Antidiabetika eingeleitet. Dazu stehen verschiedene Medikamente zur Blutzuckerregulierung zu Verfügung. Wird mit der oralen Medikamenten-Behandlung innerhalb von drei bis sechs Monaten keine Normalisierung es sogenannten HbA1c-Wertes erreicht, wird zur Behandlungsstufe 3 übergegangen.

Stufe 3: Kombinationstherapie zweier Antidiabetiker

In der Stufe 3 der Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 wird auf eine Kombinationstherapie von zwei oraler Antidiabetika oder eine Insulinbehandlung gesetzt. Kommt keine ausreichende Wirkung durch ein Antidiabetikum zustande, wird in Stufe 3 ein zweites orales Medikament verordnet, um eine bessere Wirksamkeit zu erreichen. Dabei greifen die behandelnden Ärzte in Regel auf zwei Medikamente zurück, die über unterschiedliche Wirkstoffe sowie Wirkungsweisen verfügen, die sich ergänzen.

Je nach Schwere der Blutzuckererkrankung kann der behandelnde Arzt bereits in Stufe 3 eine Insulintherapie verordnen. Dies geschieht aber in der Regel erst, nachdem alle oralen medikamentösen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden und damit keine zufriedenstellende Behandlungsziele erreicht werden konnten.

Stufe 4: Insulintherapie

Lässt sich mit einer oralen Kombinationsmedikation keine Normalisierung des Blutzuckerspiegels erzielen, so geht der Behandlungsprozess in Stufe 4 über und eine intensivierte Insulintherapie wird mit anderen Antidiabetika kombiniert, eingeleitet. Das Grundprinzip besteht darin, dass eine Aufteilung stattfindet, bei der Insulin mahlzeitenunabhängig und nochmals mahlzeitenabhängig verabreicht wird.

Welche Medikamente werden zur Behandlung von Diabetes Typ-2 eingesetzt?

Eines der am meisten eingesetzten oralen Medikamente, ist Metformin. Der Wirkstoff gehört der Gruppe der Biguanide an und findet seinen Einsatz überwiegend zur Blutzuckersenkung bei Diabetes mellitus Typ 2. Das Wirkungsprinzip basiert auf dem Eingreifen in den Glukosestoffwechsel, wozu sich Metformin verschiedener Wege bedient.

Januvia ist eine weiteres Medikament, das den Wirkstoff Sitagliptin beinhaltet und als Tablette verabreicht wird. Es zählt zu den DPP4-Hemmer (Dipeptidyl-Peptidase-4-Inhibitoren), die bei einer Diabetes mellitus Typ 2 Erkrankung zur Regulierung des Blutzuckerspiegels dient.

In Janumet ist ein oral zu verabreichendes Kombinationsmedikament zu finden, das Sitagliptin und Metformin als Wirkstoffe beinhaltet. In der Regel wird es verordnet, wenn die dritte Behandlungsstufe bei Diabetes mellitus Typ 2 eingeleitet wird und eine Kombinationstherapie erforderlich wird.

Janumet wirkt wie die Einzelmedikamente Metformin und Januvia, besitzt aber den Vorteil, dass sich die Tablettenmenge bei der Einnahme verringert, weil hier in einer Tablette zwei Medikamente zusammengefasst sind.

Wie wird Schwangerschaftsdiabetes behandelt?

Grundsätzlich sollte eine schwangere Frau mit Blutzuckerwerten außerhalb des Normalbereichs auf ihre Ernährung achten und vor allem eine Reduzierung von Kohlenhydraten vornehmen. Mit einer entsprechenden Ernährungsumstellung können die Blutwerte bei einer Schwangerschaftsdiabetes dadurch meist wieder normalisiert werden.

Sollte dies nicht der Fall sein, muss in der Regel eine intensivierte Insulintherapie eingeleitet werden, da orale Antidiabetika wie Metformin oder Januvia während einer Schwangerschaft nicht eingenommen werden können.


Quellen:

  1. Medikamente gegen Typ-2-Diabetes. Wort & Bild Verlag. URL: diabetes-ratgeber.net
  2. Diabetesmedikamente. Helmholtz Zentrum München – Deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. URL: diabetesinformationsdienst-muenchen.de
  3. Was neue Antidiabetika leisten können. Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH. URL: pharmazeutische-zeitung.de
  4. Diabetes-Behandlung: Auf Ihre Mithilfe kommt es an!. AstraZeneca. URL: zuckerkrank.de
  5. Therapie des Typ-1-Diabetes Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. URL: deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Aktualisiert am: 27.01.2017

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