Früherkennung & Diagnose von Diabetes

An Diabetes mellitus vor allem des Typ 2, erkranken immer mehr Menschen weltweit und betrifft mittlerweile jeden Fünften. Die daraus entstehende Folgeerkrankungen können lebensbedrohlich werden. Umso wichtiger ist es, Diabetes mellitus frühzeitig zu erkennen.

Was sind die ersten Anzeichen für Diabetes?

Grundsätzlich unterscheiden sich Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 im Zeitraum, in dem sich erste Anzeichen bemerkbar machen. Während beim Typ 1 diese recht schnell eintreten, können erste Anzeichen bei Diabetes mellitus des Typs 2 schleichend vorangehen, sodass sie oftmals erst nach vielen Jahren gedeutet und als eventuellen Diabetes mellitus gedeutet werden.

Symptome der Zuckerkrankheit

Typische erste Anzeichen für Diabetes mellitus können sein:

  • vermehrter Harndrang
  • vermehrtes Durstempfinden
  • zunehmender Appetit und Heißhungerattacken
  • Mundtrockenheit
  • gesteigerte Müdigkeit
  • kontinuierlicher Abbau der Leistungsfähigkeit
  • abnehmendes allgemeines Wohlbefinden
  • trockene Haut
  • Juckreiz
  • spürbar schlechtere Heilung von offenen Wunden
  • unerklärlicher Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme
  • erhöhte Infektionsempfindlichkeit durch ein abschwächendes Immunsystem
  • Sehstörungen
  • Erektionsstörungen und abnehmende Libido

In der Regel treten die Symptome mit Beginn des Diabetes Mellitus einzeln auf. Über die folgenden Jahren kommen weitere Anzeichen wie die genannt, meist hinzu. Da betroffene Personen überwiegend die ersten Anzeichen nicht mit Diabetes mellitus in Verbindung bringen, bleibt die Erkrankung nicht selten für Jahre unentdeckt.

Die Intensität der Anzeichen hängt individuell von jedem einzelnen Patienten ab. Oftmals treten erste Anzeichen nur gelegentlich auf. Dennoch erreichen sie letztendlich ein Stadium, bei dem die Lebensqualität eingeschränkt wird und der Alltag zunehmend schwerer zu bewältigen ist. Dies ist der Moment, in dem die meisten der betroffenen Patienten spätestens einen Arzt zur Abklärung der Anzeichen aufsuchen.

Hautprobleme können auf eine Diabetes-Erkrankung hinweisen

Betroffene Patienten sollten erste Anzeichen ernst nehmen, denn Spätfolgen von Diabetes durch Folgeerkrankungen können zu schwerwiegenden gesundheitlichen sowie schlimmstenfalls zu lebensbedrohlichen Problemen führen. Durch permanent erhöhte Blutzuckerwerte beim Diabetes mellitus werden die Haut sowie die Blutgefäße in Mitleidenschaft gezogen. Die Haut wird im Laufe des Fortschreitens der Erkrankung immer dünner, weshalb Mediziner von einer Pergamenthaut sprechen.

Durch eine schlechtere Versorgung der Haut, kommt es zu Störungen des Feuchtigkeitshaushaltes. Trockene Haut und Juckreiz können die Folge sein. Diese ist anfälliger für Wunden, die in der Folge von Diabetes mellitus durch ein geschwächtes Immunsystem und einem gestörten Blutdurchfluss schlechter heilen.

Dadurch entsteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Viren und Bakterien können schneller eindringen und Entzündungen hervorrufen. Diese können sich so ausbreiten, dass nicht nur das Gewebe davon betroffen sein muss, sondern ein Befall bis in die Knochensubstanz möglich ist, was schlimmstenfalls eine Amputation erfordert, um eine Sepsis sowie den Tod zu verhindern. Eine Anfälligkeit für Pilze vor allem im Genitalbereich, zeigt sich ebenfalls bei Diabetes mellitus.

Typisch für einen Diabetes mellitus Patienten ist eine Röte der Gesichtshaut sowie der Hände und Füße, die sich aus den Durchblutungsstörungen ergibt. Im Medizinbereich wird von der diabetischen Gesichtsröte gesprochen, die anfangs noch gelegentlich auftritt und sich im Laufe der Zeit bei unbehandeltem Diabetes mellitus als Dauerzustand einstellt.

Glukose kann die Augen schädigen

Durch die osmotisch wirkende Glukose, können die Augenlinsen aufquellen. Hierbei handelt es sich im Rahmen erster Anzeichen meist um ein gelegentliches Vorkommen. Dies kann allerdings langfristig die Augenlinsen so schädigen, dass dies zu einer völligen Erblindung führen kann.

Diabetes verursacht ein zunehmendes Durstgefühl

Im Rahmen eines zunehmendem Durstgefühls und vermehrter Flüssigkeitsaufnahme, ergibt sich infolgedessen ein spürbar höherer Drang zum Wasserlassen. Nicht selten kann dies Nierenschäden verursachen. Blasenentzündungen und Infektionen der Harnwege begleiten meist Diabetes mellitus. Vor allem, wenn es bei dem erhöhten Harndrang zu einem Zurückhalten des Urins kommt und sich die Blase bis auf ein Maximum füllt, sind Erkrankungen des Harnsystems keine Seltenheit.

Langfristig erhöhte Blutzuckerwerte beeinflussen die Hormonproduktion

Die gestörte Insulinausschüttung und ein langfristig erhöhter Blutzuckerspiegel nehmen Einfluss auf verschiedene Hormonproduktionen sowie Organfunktionen. Dies äußert sich in zahlreichen Fällen durch Erektionsstörungen und/oder abnehmende Libido, bei der das Sexualverlangen deutlich nachlässt.

Wie erfolgt die Diabetes Früherkennung?

Da sich Diabetes mellitus immer weiter ausbreitet und weltweit millionenfach aufgrund des späten Erkennens Patienten unter den Folgeerkrankungen zu leiden haben, sollen Früherkennungsmaßnahmen eine rechtzeitige Behandlung ermöglichen. Die Früherkennung sollte regelmäßig als Vorsorgeuntersuchung stattfinden, um durch entsprechende medizinische Behandlung, das Risiko von teils lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Früherkennung im Rahmen der Gesundheitsvorsorge sollte ab dem 19. Lebensjahr erfolgen. Bei Patienten ab dem 55. Lebensjahr sowie bei Personen mit erhöhtem Diabetes-Risiko wird eine regelmäßige Blutzuckerkontrolle per Messung empfohlen. Diese sollte mindestens alle drei Jahre oder beim Auftreten erster diabetes-typischer Anzeichen erfolgen. Zu Letzterem zählen unter anderem Patienten:

Zur Früherkennung von Diabetes mellitus wird sich in der Regel einer labortechnischer Untersuchungen bedient. Bei einem speziellen Screening können sogenannte Inselautoantikörper nachgewiesen werden, die Diabetes mellitus Typ 1 nahezu zu 100 Prozent ausmachen. Bei Diabetes mellitus Typ 2 wird in der Regel das venösen Plasmaglukose mittels Blutzuckermessgerät ermittelt. Dazu hat der Patient mindestens acht Stunden nüchtern zu sein. Innerhalb der folgenden zwei Stunden werden 75 Gramm Glukose zu sich genommen und es erfolgt im Anschluss nochmals eine Blutzuckermessung, um ein Diabetes-Risiko oder eine gestörte Glukosetoleranztest zu erkennen.

Alternativ kann der Glykohämoglobin-Wert per labortechnischer Untersuchung ermittelt werden. Dabei handelt es sich um eine Form des Hämoglobins, des roten Blutfarbstoffes. Für den Hausgebrauch eignen sich Urintests, die erhöhte Blutzuckerwerte farblich anzeigen. Der Nachteil liegt hier an der Sensibilität. Manche Produkte erfassen geringe Blutzuckererhöhungen nicht, wenngleich diese sich in einem bereits behandlungsnotwendigen Bereich befinden. Bei Risikopatienten sowie ab dem 35. Lebensjahr werden die Kosten für eine Diabetes mellitus Früherkennung von den gesetzlichen Krankenkassen in bestimmten Abständen übernommen.

Wie wird Diabetes diagnostiziert?

Ob im Rahmen einer Früherkennung oder nach einer gezielten Ursachenforschung für diabetes-typische Symptome, die Diagnosestellung ist der Beginn einer erfolgreich einzuleitenden Therapie. Ausschlaggebend sind die Blutzuckerwerte, die sich aus dem nüchternen Zustand eines Patienten ergeben und die letzte Nahrungsaufnahme rund acht Stunden zurückliegt.

Blutglukosewerte

Ein gesunder Mensch verfügt über einen Blutzuckerspiegel um die 100 mg/dl, welcher über eine Nüchtern-Plasma-Glukose-Messung ermittelt wird. Ab einem Grenzwert von 140 mg/dl kann bereits Diabetes Mellitus vorliegen. Engmaschige weitere Blutzuckerkontrollen sind zu erfolgen, um eine vorübergehende Blutzuckererhöhung auszuschließen. Diese kann zum Beispiel eintreten, wenn folgende Umstände gegeben sind:

  • nach einem Herzinfarkt
  • nach einem Schlaganfall
  • Entzündungen
  • erhöhter Hirndruck
  • Einnahme von Thiazidsaluretika

Durch die Ermittlung des HbA1c-Werts, kann ein Überblick er Blutzuckerwerte aus den vergangenen zwei bis drei Monaten erfolgen. Hierbei werden die roten Blutkörperchen auf chemische Veränderung analysiert, die über eine Lebensfähigkeit von rund 120 Tage verfügen.

Bei Werten unter 5.7 Prozent kann ein Diabetes Mellitus ausgeschlossen werden. Bei Werten zwischen 5.7 Prozent und 6. 4 Prozent ist eine weitere Abklärung notwendig. Bewegt sich der Wert über 6.7 Prozent, lautet die Diagnose: Diabetes mellitus. Bei einem Wert unter 60 mg/dl kommt es zu einer sogenannten Unterzuckerung, die als medizinischer Notfall betrachtet werden muss, da schwerste Symptome und sogar ein Koma die Folge sein kann.


Quellen:

  1. Typ-1-Diabetes: Studie zur Früherkennung. Wort & Bild Verlag. URL: diabetes-ratgeber.net
  2. Diabetes Diagnose. Deutsches Zentrum für Diabetesforschung. URL: dzd-ev.de
  3. Diabetes Früherkennung: Möglichkeiten werden nicht genutzt. Ärzte Zeitung Verlags GmbH. URL: aerztezeitung.de
  4. Diagnostic Criteria for Diabetes. Diabetes UK. URL: diabetes.org.uk
  5. Symptome und Diagnose: wie kann man Diabetes Typ 2 erkennen? AstraZeneca GmbH. URL: zuckerkrank.de

Aktualisiert am: 16.11.2016
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