Typ1 Diabetes

Diabetes mellitus Typ 1 ist eine Autoimmunkrankheit, die häufig bereits im Kindes- und Jugendalter auftritt und ein Leben lang bestehen bleibt. Sie ist gekennzeichnet durch einen Insulinmangel, der zu einem massiven Anstieg des Blutzuckerspiegels führt. In Deutschland sind Schätzungen zufolge rund 300.000 Menschen an Typ 1-Diabetes erkrankt.

Ursachen von Diabetes Typ 1

Bei Diabetes Typ 1 zerstört das körpereigene Immunsystem aus bislang noch ungeklärten Gründen die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die für die Produktion des Hormons Insulin verantwortlich sind. In den nächsten Tagen und Wochen versiegt die Insulinproduktion. Wenn ungefähr 80 % der Beta-Zellen zerstört sind, kommt es zu einem rapiden Anstieg des Blutzuckerspiegels, da kein Insulin mehr vorhanden ist, das den über die Nahrung in den Körper gelangten Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert.

Zuckerkrankheit

Warum eine solche Autoimmunreaktion stattfindet, ist bislang noch nicht genau geklärt. Es gibt eine genetische Komponente, die das Risiko, an Diabetes Typ 1 zu erkranken, auf 20 % erhöht, wenn beide Eltern bereits Typ 1-Diabetes haben. Allerdings haben 90 % der Patienten keinen weiteren von Diabetes Typ 1 betroffenen Verwandten. Deshalb werden noch weitere Risikofaktoren diskutiert wie zum Beispiel bestimmte Virusinfektionen oder Umweltfaktoren.

Symptome von Typ-1-Diabetes

In den meisten Fällen vergehen viele Monate oder Jahre, bevor Diabetes Typ 1 erkannt wird. Es gibt verschiedene Symptome, die auf einen Typ 1-Diabetes hinweisen können:

  • starker Durst
  • häufiger Harndrang
  • Atemluft riecht nach Azeton
  • Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit, Erschöpfungsgefühl
  • Muskelschwäche
  • trockene und/oder juckende Haut
  • schlechte Wundheilung
  • Potenz- oder Menstruationsstörungen
  • nächtliche Wadenkrämpfe

Diese Symptome treten meistens erst dann auf, wenn im Körper nicht mehr genug Insulin vorhanden ist, um Zucker in die Zellen zu transportieren, wenn also ein Großteil der Beta-Zellen bereits zerstört sind. In manchen Situationen zeigen sich die Symptome schon früher, zum Beispiel bei:

  • einer Operation
  • Fieber
  • anhaltendem Stress
  • der Einnahme bestimmter Medikamente (wie Cortison)

Diagnose von Diabetes mellitus Typ 1

Die oben genannten Symptome sind die ersten Anhaltspunkte für den Verdacht auf Diabetes. Für eine gesicherte Diagnose sind jedoch noch weitere Merkmale erforderlich. Hierzu gehören Zuckerspuren im Urin, die ab einem Blutzuckerspiegel von 180 mg/dl mithilfe einfacher Teststreifen nachgewiesen werden können. Noch wichtiger ist die Blutzuckerkonzentration, die folgende Grenzwerte in bestimmten Situationen nicht überschreiten darf:

  • 126 mg/dl (7,0 mmol/l) im venösen Plasma im nüchternen Zustand (morgens vor dem Frühstück)
  • 200 mg/dl (11,1 mmol/l) zu einem beliebigen Zeitpunkt (Gelegenheitsblutzucker)
  • 6,5% (48 mmol/mol) HbA1c (Blutzucker-Langzeitwert)

Wenn die Zuckerkonzentration über diesen Werten liegt, muss der Test am nächsten Tag wiederholt werden. Zeigen sich dann die gleichen Ergebnisse, gilt die Diagnose Diabetes als gesichert. Sollten Zweifel bestehen, um welchen Diabetes Typ es sich handelt, können die für den jeweiligen Typ typischen Antikörper Aufschluss geben.

Therapie von Diabetes Typ 1

Da Patienten mit Typ 1-Diabetes kein eigenes Insulin mehr produzieren, muss es von außen zugeführt werden. Dies erfolgt in der Regel über das Spritzen mithilfe eines Pens, wobei heute vor allem die sogenannte "intensivierte Insulintherapie" und nur noch selten die früher übliche "konventionelle Insulintherapie" angewendet wird. Jede Insulintherapie bedarf einer gewissen Übung und wird individuell mit jedem Patienten auf seine Bedürfnisse abgestimmt.

Aufbau von Humaninsulin

Vor allem müssen Patienten den richtigen Umgang mit dem Pen lernen, hierzu werden spezielle Diabetes-Schulungen angeboten. Im Rahmen dieser Schulungen lernen die Patienten, selbst ihren Blutzucker zu messen. Dies ist in der Regel mindestens vier Mal pro Tag und zusätzlich bei besonderen Gelegenheiten wie zum Beispiel bei / nach Sport oder auf langen Autofahrten erforderlich.

Das Wissen um den aktuellen Blutzuckerspiegel ist die Voraussetzung für die richtige Dosierung des Insulins. Die Dosierung ist sehr wichtig, denn wenn das gespritzte Insulin nicht ausreicht, um den Blutzucker dauerhaft zu senken, drohen Folgeerkrankungen. Ist der Blutzuckerwert dagegen zu niedrig, kann es zu einem gefährlichen Zustand der Unterzuckerung kommen, der ebenfalls verhindert werden muss.

Um diese Balance zu finden und aufrechtzuerhalten, muss der Patient wissen, wofür der Körper Insulin benötigt und wie die Ernährung mit dem Blutzuckerspiegel zusammenhängt. Der Kohlenhydratgehalt einer Speise hat einen direkten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, der wiederum durch das Spritzen von Insulin gesenkt werden muss. Diese Zusammenhänge werden in Diabetes-Schulungen vermittelt.

Eine Alternative zum Pen ist die Insulinpumpe, die über eine Kanüle Insulin in den Körper abgibt. Die Insulingabe erfolgt kontinuierlich und kann bei Bedarf zusätzlich von dem Träger der Pumpe ausgelöst werden (zum Beispiel nach einer Mahlzeit). Richtig eingestellt müssen Patienten mit Typ 1-Diabetes weder auf bestimmte Lebensmittel verzichten noch sind sie auf spezielle Lebensmittel für Diabetiker angewiesen.

Ziel jeder Diabetes-Therapie ist es, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, akute gesundheitliche Probleme zu verhindern und Folgeerkrankungen und Spätschäden vorzubeugen.

Folgen eines unbehandelten Typ-1-Diabetes

Unbehandelt kann Typ 1-Diabetes erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Im akuten Fall eines absoluten Insulinmangels kann es im schlimmsten Fall zu einer Ketoazidose (Übersäuerung des Blutes) kommen, die Kreislaufversagen und ein lebensgefährliches diabetisches Koma zur Folge haben kann.

Ein dauerhaft zu hoher Blutzuckerspiegel kann die Blutgefäße und Nerven sowie verschiedene Organe schädigen. Typische Folgeerkrankungen von Diabetes Typ 1 sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenschäden, Schäden an der Netzhaut des Auges und das diabetische Fußsyndrom.

Nur durch die mehrmals tägliche Gabe von Insulin, kann der Blutzuckerspiegel auf ein normales Niveau gesenkt, und damit akute gesundheitliche Probleme und Folgeerkrankungen verhindert werden. Fällt der Blutzuckerspiegel dagegen - zum Beispiel aufgrund einer ausgelassenen Mahlzeit - unter einen Wert von 50 mg/dl (2,7mmol/l), handelt es sich um eine Unterzuckerung. Sie macht sich durch folgende Symptome bemerkbar:

  • Blässe
  • Schwächegefühl
  • Schweißausbruch
  • Angstgefühle
  • Heißhunger
  • Seh- und Sprachstörungen

Unbehandelt kann eine Unterzuckerung zur Bewusstlosigkeit führen und Krampfanfälle zur Folge haben. Umso wichtiger ist es, schnell zu handeln und im Idealfall Unterzuckerungen ganz vermeiden.


Quellen:

  1. Diabetes mellitus Typ 1. Wort & Bild Verlag. URL: diabetes-ratgeber.net
  2. Diagnose Deutsches Zentrum für Diabetesforschung. URL: dzd-ev.de
  3. Typ-1-Diabetes. Bundesverband Deutscher Internisten e.V. URL: internisten-im-netz.de
  4. Spätfolgen bei Typ 1 Diabetes durch moderne Therapie deutlich reduziert Deutsche Diabetes-Forschungsgesellschaft e.V. Düsseldorf. URL: diabetes-heute.uni-duesseldorf.de

Aktualisiert am: 01.03.2017

So funktioniert unser Service
Wählen Sie
ein Medikament
Füllen Sie den
medizinischen Fragebogen aus
Überprüfung und Rezeptausstellung
durch den Arzt
Expressversand durch
unsere registrierte Apotheke
Kostenfreier Versand