Eflornithin zur Behandlung von Hirsutismus

Eine beträchtliche Anzahl von Frauen leidet unter der unerwünschten Behaarung im Gesicht. Ebenso ist das Dekolleté häufig davon betroffen. Medizinisch wird diese Erscheinung als Hirsutismus bezeichnet. Die Ursache dieser Erkrankung findet sich in einer übersteigerten Sekretion der Androgene sowie einer übermäßigen Sensibilität von Haarfollikeln, die den männlichen Sexualhormonen zugrunde liegen.

Für Frauen bedeutet dies in der Realtität: Aus einem ursprünglich feinen und zarten Haar entwickelt sich ein kräftiges wie dunkles Terminalhaar, das dem der Männer gleicht. Um diesem Haarwuchs entgegenzuwirken, wird Eflornithin therapeutisch eingesetzt.

Ursachen für übermäßigen Haarwuchs

In südlichen Ländern ist der weibliche Haarwuchs im Gesicht weitaus öfter zu sehen. Hier erscheint es fast normal, wenn Frauen nicht nur in der Pubertät oder Schwangerschaft von Gesichtshaaren betroffen sind. Insbesondere sind es die Phasen der hormonellen Umstellung, die auch in der Menopause Veränderungen mit sich bringt.

Häufiger Grund ist ebenso das polyzystische Ovarialsyndrom, ebenfalls bekannt als PCOS. Hierbei handelt es sich um eine Hormonstörungen, die ebenso junge Frauen betreffen kann. Diese Störung geht mit Unregelmäßigkeiten des Zyklus, Übergewicht und eventuell sogar einer Insulinresistenz einher.

Als unschönes und sichtbares Merkmal stört dann der sogenannte Damenbart. Betroffen sind davon rund 10 - 25 % aller Frauen. Werden die Gesichtshaare entfernt, wachsen sie umso stärker nach. Enthaarungsverfahren wie Waxing oder Sugaring bringen ebenso wenig langfristig Erfolg, denn die Gesichtshaare wachsen immer wieder nach.

Die Epilation muss nach rund sieben Tagen wiederholt werden und kann an den empfindlichen Bereichen im Gesicht schmerzhafte Hautrötungen hinterlassen. Die bessere Alternative ist eine medikamentöse Behandlung, um die weibliche Gesichtsbehaarung weitestgehend einzudämmen.

Wirkungsweise von Eflornithin

Bei Eflornithin handelt es sich um ein neues Verfahren, das gezielt zur Behandlung beim sogenannten Damenbar eingesetzt wird. Betroffen ist hierbei nicht nur die Oberlippe, sondern auch das Kinn und die Wangen. Im Handel ist das Präparat Vaniqa erhältlich, dessen Wirkstoff Eflornithin ist.

strukturformel-eflornithin

In Form einer Creme werden die betroffenen Gesichtsbereiche behandelt. Zum Tragen kommt die Hemmung des Enzyms Ornithindekarboxylase. Der Haarwuchs ist mit Bausteinen wie Putrescin verbunden und beeinflussen die Regulation des Zellwachstums im Haarfollikel.

Das Problem wird demnach direkt im Kern angesprochen. Eflornithin wirkt bei der Gesichtsbehaarung also als Enzymhemmer, der für das Haarwachstum verantwortlich ist. Dieses Verfahren ist das erste, was als topische Therapie bekannt ist. Der medizinische Ausdruck für die Gesichtsbehaarung wird hierbei als Hirsutismus bezeichnet. In den letzten Phasen der Entwicklung wurden Studien zur Wirksamkeit erstellt, die auch die Verträglichkeit in Betracht zogen.

Für diese Studie wurde bei mehr als 1800 Frauen Eflornithin angewendet. Rund 73 Prozent konnten nach einer sechsmonatigen Behandlung eine starke Reduzierung der Gesichtsbehaarung feststellen. Bei rund 67,9 Prozent stellte sich die Gesichtsbehaarung nahezu vollständig ein.

Wirkungsweise von Eflornithin

Noch bessere Resultate wurden mit einer Behandlungskombination aus Laser-Therapie und Eflornithin erzielt. Hier waren es immerhin 96,4 Prozent, die von der langfristigen Entfernung der Gesichtsbehaarung profitierten.

Die Anwendung erfolgt über einen Zeitraum von wenigstens zwei Monaten bis zu sechs Monaten. Sollte nach vier Monaten unerwartet keine Besserung eintreten, ist es ratsam, sich an den behandelnden Arzt zu wenden, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

Nebenwirkungen von Eflornithin

Im Allgemeinen treten Nebenwirkungen nur an den Anwendungsbereichen auf. Frauen, die unter Herpes leiden, sollten darauf achten, ob es während der Behandlung mit Eflornithin zu einem Ausbruch kommt. Die sogenannten "schlafenden" Herpes-Viren im Körper könnten während der Behandlung mit Vaniqa gereizt werden, so dass es zum Ausbruch von Herpes kommen kann. Andererseits müssen Frauen ohne Herpes nicht fürchten, plötzlich an Herpes zu erkranken.

Als häufige Nebenwirkung werden Hautirritationen wie Juckreiz, leichte Rötungen, trockene Haut oder Ausschlag genannt. Ferner wird ein Kribbeln oder Stechen auf der Haut beschrieben.

Gelegentlich kommt es zu einwachsenden Haaren, die Pickel verursachen können. Weiterhin sind Schwellungen im Gesicht und im Mundbereich möglich. Ebenso gelegentlich werden Hautausschläge mit Knotenbildung und Hautblutungen beobachtet. Teilweise infizieren sich die Haarfollikel oder es treten Pigmentstörungen auf.

Selten hingegen muss mit einem seborrhoischem Ekzem gerechnet werden. Die Schmetterlingsflechte, eine Zystenbildung bzw. Wucherungen treten ebenso selten auf wie ein Spannungsgefühl auf der Haut oder sogar eine gesteigerte Behaarung.

Häufige Nebenwirkungen
  • Trockene Haut
  • Brennen
  • Kribbeln auf der Haut
  • entzündliche Rötung der Haut (Erythem)
  • mit einer Entzündung einhergehende eingewachsene Haare im Bartbereich (Pseudofolliculitis barbae)
  • Stechen auf der Haut
  • Hautreizung
  • Entzündung des Haarfollikels (Follikulitis)
Gelegentliche Nebenwirkungen
  • Empfindlichkeit der Haut
  • Gesichtsödeme
  • Herpes simplex
  • Kontaktdermatitis
  • eingewachsene Haare
  • knotiger (papulöser) Hautausschlag
  • Ekzeme
  • Empfindlichkeit der Haut
Seltene Nebenwirkungen
  • Rosacea
  • Hautneoplasien
  • seborrhoische Dermatitis
  • makulopapulöser Ausschlag

Vaniqa enthält Stearylalkohol und Cetostearylalkohol. Diese Substanzen können Kontaktekzeme oder andere Hautreizungen auslösen.

Wechselwirkungen und Gegenanzeigen von Eflornithin

Wechselwirkungen mit anderen Präparaten sind nicht bekannt. Bei lokaler Anwendung sollte jedoch darauf geachtet werden, dass Kosmetikprodukte, Make-up und andere Cremes nicht zusammen angewendet werden, um Hautreizungen zu vermeiden.

Da Eflornithin über die Niere verarbeitet wird, sollten andere Substanzen, die eine Belastung der Nierenfunktion darstellen, weitestgehend gemieden werden. Eine bereits bestehende eingeschränkte Funktion der Nieren ist in jedem Fall eine Kontraindikation zur Anwendung von Eflornithin.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Grundsätzlich darf Eflornithin nicht bei Unverträglichkeiten der Inhaltsstoffe oder Allergien angewendet werden. Ferner darf Eflornithin unter folgenden Punkten nicht angewendet werden:

  • einer eingeschränkten Nierenfunktion
  • einer Leberfunktionsstörung
  • Kinder unter 12 Jahren
  • männlichen Personen

Der Behandlungszeitraum wird durch den behandelnden Arzt kontrolliert. Ferner wird eine intensive Begutachtung bei Diabetes mellitus und bei verschiedenen Erkrankungen am Herzen notwendig.

Eflornithin darf nicht während der Schwangerschaft und der Stillzeit angewendet werden. Weiterhin sollte Eflornithin in der Phase der Familienplanung nicht zum Einsatz kommen.


Quellen:

  1. Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittel Vaniqa.. European Medicines Agency. URL: ema.europa.eu
  2. Hirsutismus: Eflornithin-Crème zur Enthaarungs-Therapie. Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) und Kassenärztliche Bundesvereinigung. URL: aerzteblatt.de
  3. Eflornithin Vaniqa Creme. Govi Verlag. URL: pharmazeutische-zeitung.de

Veröffentlicht am: 27.07.2016
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