Neben- und Wechselwirkungen von Lipitor

Bei jedem Medikament oder Arzneistoff können Neben- und Wechselwirkungen sowie Gegenanzeigen bestehen. Im Fall von Lipitor müssen diese nicht auftreten, sind aber dennoch zu benennen, um eine eventuell aufkommende Symptomatik gegebenenfalls auf die Einnahme von Lipitor zurückführen zu können.

Nebenwirkungen von Lipitor

Wird eine Einnahme von Lipitor von Nebenwirkungen begleitet, zeigt sich eine Intensität bei jedem Patienten in der Regel unterschiedlich. Manche Nebenwirkungen treten lediglich in den ersten Therapietagen auf und lassen anschließend nach. Andere Nebenwirkungen können während der gesamten Einnahmedauer anhalten. Dies ist von Patient zu Patient verschieden und hängt in erster Linie von der körperlichen Konstitution, eventuellen Begleiterkrankungen oder physischen Sensibilität ab. Zudem werden Nebenwirkungen in ihrer Häufigkeit unterschieden, die Auskunft über das Risiko, Nebenwirkungen zu spüren, Auskunft geben.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen zum Beispiel Kopfschmerzen, nasale Entzündungen, Nasenbluten und Schmerzen im Rachenbereich. Eine Überempfindlichkeit gegenüber des Arzneistoffs Lipitor kann allergische Reaktionen hervorrufen. Magen- und Darm-Verstimmungen, wie Übelkeit, Verstopfung, Blähungen und Durchfall sind keine Seltenheit.

Häufige Nebenwirkungen
  • Kopfschmerzen
  • Wassereinlagerungen
  • Durchfall
  • Verdauungsstörungen
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
Gelegentliche Nebenwirkungen
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Blutzuckeranstieg
  • Nervenstörungen
  • Gewichtszunahme
  • Nesselsucht
Seltene Nebenwirkungen
  • Gesichtsschwellungen
  • blasenartiger Hautausschlag
  • Muskelzerfall

Liegt ein erhöhter Blutzucker vor, so sollten vor allem Diabetiker diesen genau kontrollieren, da eine Nebenwirkung ein Blutzuckeranstieg zur Folge haben kann. Eine Dysfunktion der Leber kann ebenfalls eine Nebenwirkung von Lipitor sein. Diese geht meist einher mit Nasenbluten, Juckreiz und Müdigkeit. Liegt der Verdacht einer Leberfunktionsstörung als Nebenwirkung auf Lipitor vor, sollte umgehend der behandelnde Arzt zur Abklärung konsultiert werden.

Gelegentlich tritt eine Anorexie als Nebenwirkung auf, wobei eine Perspektivlosigkeit vorangeht und zu einer Essstörung ausreifen kann. Schlafstörungen, Albträume sowie Schwindel, ein Zittern von Fingern und Zehen sowie ein reduziertes Schmerzempfinden können ebenfalls als gelegentliche Nebenwirkungen angesehen werden.

Zu den weiteren Nebenwirkungen von Lipitor, die nur gelegentlich auftreten, zählen eine verschwommene Blicksicht, Geschmacksveränderungen, Gedächtnisverlust, ein Pfeifen in den Ohren oder im Kopf sowie Hepatitis, Nesselsucht sowie ein vermehrter Haarausfall.

Selten wurden in der Vergangenheit Nebenwirkungen wie Sehstörungen und Anfälligkeit von Sehnenverletzungen sowie Cholestase bekannt. Bei Letzterem handelt es sich um eine Gallenstauung. In einem von 1000 Fällen wurden Taubheit und Brustvergrößerungen als Nebenwirkungen bekannt.

Sollten Nebenwirkungen den Alltagsablauf einschränken oder als unangenehm empfunden werden, ist der behandelnde Arzt darüber zu informieren. Diese wägt das Nutzen-Risiko-Verhältnis ab und wählt zwischen einer medikamentösen Behandlung gegen die Symptome, eine Änderung der Dosis oder einem Wechsel zu einer alternativen medikamentösen Therapie.

Auswirkungen von Lipitor auf die Muskeln

Im Rahmen der Nebenwirkungen, zeigt sich insbesondere ein mögliches Einwirken von Lipitor auf die Skelettmuskulatur. Lipitor gehört zu den Statinen, die eine zerstörerische Wirkung auf das Muskelgewebe zur Folge haben und eine sogenannte Rhabdomyolyse hervorrufen können. Dabei handelt es sich um die Auflösung quergestreifer Muskelfaser.

Vor allem in Kombination mit Antibiotika, die zur gleichen Zeit wie Lipitor eingenommen werden, kann es zu einem Proteinabbau kommen und es entsteht das Gefühl der Kraftlosigkeit in den Muskel. Dies wird oft als Muskelschwäche bezeichnet, die medizinisch als Myopathie bekannt ist.

Zudem kann es bei der Einnahme von Lipitor zu einem Gefühl von Muskelkater sowie zu diffusen Muskelschmerzen kommen. Muskelkrämpfe zeigen sich überwiegend an der Oberarm- sowie Oberschenkelmuskulatur.

Aus zahlreichen Studien ist zu entnehmen, dass rund 93 Prozent der mit Statine behandelten Probanden als Nebenwirkung Muskelschmerzen angeben. 88 Prozent der Patienten verspürten eine erhöhte Müdigkeit als Nebenwirkung, während 85 Prozent von einer Muskelschwäche betroffen sind. Schätzungen zufolge sind zwischen sieben Prozent und 29 Prozent aller Statine-Patienten von einer Nebenwirkung betroffen, die sich negativ auf die Muskulatur auswirkt.

Vor allem Sportler spüren die muskulären Nebenwirkungen oftmals. Diese äußern sich in der Regel durch eine verminderte Leistungsfähigkeit mit einhergehender Kraft- und Energielosigkeit. Ältere Lipitor-Patienten sind einem besonders hohen Risiko der Nebenwirkungen im Muskelbereich ausgesetzt, wenn sie ein Kraft- oder Ausdauertraining parallel absolvieren.

Wechselwirkungen von Lipitor

Werden gleichzeitig zu Lipitor andere Medikamente und Wirkstoffe eingenommen, kann dies zu sogenannten Wechselwirkungen führen. Diese äußern sich in der Regel durch eine Wirkungsänderung, können aber zudem das Risiko erhöhen, Nebenwirkungen zu verspüren sowie einen gesteigerten Schweregrad von Nebenwirkungen zu erreichen und/oder weitere Nebenwirkungen zu forcieren.

So zum Beispiel in dem Fall, wenn Lipitor gleichzeitig mit oralen Antikoagulantien, Blutgerinnungshemmern, eingenommen wird. Da sich die Blutgerinnungszeit verlängern kann, können Blutungen die Folge sein. Die parallele Einnahme von Lipitor und Digoxin-Medikamenten, die zur Behandlung einer Herzschwäche verordnet werden, ist eine Erhöhung des Digoxingehaltes die Regel, welche das Risiko der Digoxin-Nebenwirkungen spürbar erhöht.

Zu einer Muskelerkrankung kann es eher kommen, wenn Lipitor gemeinsam mit Medikamenten eingenommen wird, die zur Unterdrückung des Immunsystems eingesetzt werden, wie unter anderem Danazol, Fribrate oder Nikotinsäure. Zum Beispiel kann die gleichzeitige Verabreichung von Ciclosporin schwere Fälle von einer Rhabdomyolyse hervorrufen. Steht keine Alternativ-Therapie zu Verfügung, wird der behandelnde Arzt die jeweiligen Dosen abschwächen, um das Wechselwirkungsrisiko zu minimieren.

Säurebindende Arzneimittel oder Colestipol senkt die Wirkung von Lipitor. Eine Einnahme derartiger Medikamente sollte mindestens eine Stunde vor der Lipitor-Verabreichung erfolgen. Werden Medikamente gleichzeitig mit Lipitor eingenommen, deren Abbau über das gleiche Enzymsystem erfolgt, kann dies eine Erhöhung des Lipitrol-Wirkstoffspiegels ergeben. Zu diesen Medikamenten zählen zum Beispiel Imatinib, die makroliden Antibiotika Erythromycin und Clarithromycin sowie HIV-1-Proteasehemmer und zudem Natursaft aus der Grapefruit.

Mit der parallelen Einnahme einer Antibaby-Pille können sich im labortechnischen Bereich erhöhte Hormonwerte von Norethisteron sowie Ethinylestradiol zeigen und unter anderem eine gewünschte Schwangerschaft verhindern.

Veränderte Wirkungsintensitäten zeigen sich zudem bei der zeitgleichen Einnahme eines Fusidinsäure-Antibiotikums, Amiodaron zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen sowie Angina-Pectoris Präparate wie Verapamil und Medikamente zur Lungenhochdruckreduzierung wie beispielsweise Bosentan.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen) von Lipitor

Als Gegenanzeigen werden bestimmte Umstände, Erkrankungen oder andere Risiko-Faktoren bezeichnet, die eine sogenannte Kontra-Indikation ergeben und bei der Lipitor nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen angewendet werden sollte.

Von einer Einnahme gänzlich abzuraten ist:

  • bei Überempfindlichkeit gegenüber Lipitor oder einem der darin beinhaltenden Bestandteile
  • bei einer Lebererkrankung sowie dauerhaften Blutwerteerhöhung der Leber
  • bei Erkrankungen der Skelettmuskulatur mit Zerstörung der Muskelfasern oder dem Verdacht auf diese Erkrankung aufgrund darauf hinweisender Blutwerterhöhungen
  • in der Schwangerschaft
  • bei Kinderwunsch
  • in der Stillzeit

Eine Einnahme unter Beachtung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses durch den behandelnden Arzt, sollte erfolgen bei:

  • Patienten über 70 Jahre
  • Alkoholmissbrauch
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • erbbedingten abgeklungenen oder akuten Muskelstörungen
  • muskelschädigenden Wirkungsreaktionen bei vorherigen Verabreichungen von Fibraten oder Statins
  • erhöhtem Risiko einer Erhöhung der Blutkonzentration des Wirkstoffs wie unter anderem bei der Einnahme von bestimmten HIV-1-Proteasehemmern oder Ciclosporin gegen einen Organabstoss

Quellen:

  1. Atorvastatin Pfizer. Pfizer Inc. URL: labeling.pfizer.com
  2. Atorvastatin. Gesundheitsportal onmeda; gofeminin GmbH. URL: onmeda.de
  3. Nebenwirkungen: Statine machen Muskeln müde. Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung. URL: aerzteblatt.de
  4. Nebenwirkungen: Ich become unter meinem Statin Muskelschmerzen – Gibt es Alternativen? Deutsche Herzstiftung e.V. URL: herzstiftung.de
  5. Effect of Statins on Skeletal Muscle: A Perspective for Physical Therapists. Stephanie L. Di Stasi et al; Phys Ther. 2010 Oct; 90(10): 1530–1542. URL: ncbi.nlm.nih.gov

Aktualisiert am: 01.12.2016

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