Wirkstoff Tadalafil

Tadalafil oder Tadalafilum ist ein Wirkstoff der zu der Klasse der Phosphodiesterase-5 (PDE-5) Hemmer) zählt. Eingesetzt wird die Substanz hauptsächlich zur Behandlung von erektiler Dysfunktion (Impotenz, Erektionsstörung). Vermarktet wird Tadalafil in Deutschland seit 2002 unter dem Handelsnamen Cialis vom Hersteller Lilly Pharma.

Medikamente, die Tadalafil enthalten, sind verschreibungspflichtig und können nur nach ärztlicher Verordnung erstanden und eingenommen werden. Wird der Wirkstoff rezeptfrei angeboten, handelt es sich hierbei um eine möglicherweise gesundheitsschädigende Fälschung.

Wirkungsweise von Tadalafil bei Impotenz

Tadalafil ist eine Substanz, die eine Hemmung des Enzyms Phosphosiesterase-5 herbei führt. Dieser Wirkungsmechanismus erweist sich bei der Behandlung von erektiler Dysfunktion, benigen Prostatasyndrom und pulmonaler arterieller Hypertonie als zielführend.

Wie wirken PDE-5 Hemmer?

Bei sexueller Stimulation wird, vom Gehirn ausgehend, ein Signal über das Rückenmark gesendet, das in den Schwellkörpern des Penis Stickstoffmonoxid (NO) aussetzt.

Entstehung einer Erektion

Folgend wird das Enzym Guanylatcyclase aktiviert, das die Bildung Guanosinmonophosphat (cGMP) bewirkt. Dank cGMP erschlaffen die glatten Muskeln im Schwellkörper, wodurch vermehrt Blut in den Penis einfließt und eine Erektion zustande kommt.

Phosphodiesterase 5 baut cGMP wieder ab, wodurch es zu einer Erschlaffung des Penis kommt. Leidet ein Mann an Impotenz, tritt dieser Abbau vorzeitig ein und verhindert eine, für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichend andauernde Erektion.

PDE-5 Hemmer, wie Cialis, Viagra oder Levitra, verhindern somit den zu raschen Abbau von cGMP, so dass die Gliedversteifung länger erhalten bleibt. Solange sich der jeweilige Wirkstoff im Blut befindet, können bei sexueller Stimulation weitere Erektionen aufgebaut werden.

Erigierter Penis

PDE-5-Hemmer sind keine Aphrodisiaka, sondern sorgen nur für eine ausreichende Blutzufuhr in den Penis. Sind psychische Probleme Auslöser von Impotenz zeigen selbst Potenzmittel keine Wirkung.

Wirkungsdauer von Tadalafil

Tadalafil unterscheidet sich von den anderen PDE-5-Hemmern Sildenafil, Vardenafil und Avanafil vor allem aufgrund der langen Wirkungedauer. Nach Einnahme der Substanz hält die Wirkung bis zu 36 Stunden an.

Während andere Potenzmittel zeitnah dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden müssen, kann Tadalafil bereits am Vortag verabreicht werden. Die lange Wirkungsdauer ermöglicht somit spontaneren Sex.

Tadalafil Strukturformel

Cialis ist aufgrund dieser besonders langen Halbwertszeit des Wirkstoffe auch als "Wochenendpille" bekannt. Die durchblutungsfördernde Wirkung tritt nach ca. 30 Minuten nach Einnahme ein.

Cialis pro Tag enthält eine Menge von 5mg Tadalafil pro Tablette und eignet sich für den täglichen Gebrauch. Es ist derzeit das einzige Potenzmittel auf dem Markt, das jeden Tag eingenommen werden kann. In dieser Form wird Tadalafil zur Behandlung von Impotenz, benigen Prostatasyndrom und pulmonaler arteriellen Hypertonie verwendet.

Wirkungsweise von Tadalafil bei benigen Prostatasyndrom

In der Darreichungsform von 5mg Tadalafil pro Tablette findet Cialis neben Impotenz zur Behandlung von benigen Prostatasyndrom (BPS) Anwendung. Als BPS wird die gutartige Vergrößerung der Prostata bezeichnet, die zu Problemen mit dem Wasserlassen führen kann.

Der genaue Wirkungsmechanismus von Tadalafil bei BPS ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass aufgrund der Hemmung von PDE-5 cGMP in die Prostata und Blase gelangen kann. Dort wird eine Entspannung der Muskulatur herbei geführt, die in weiterer Folge die Öffnung des Blasenhalses bewirkt und eine verbesserte Entleerung ermöglicht.

Die Behandlung von benigen Prostatasyndrom gilt als medizinisch notwendig. Verschreibt der Arzt Tadalafil aufgrund von Beschwerden mit der Prostata, werden die Kosten von der Krankenkasse rückerstattet.

Wirkungsweise von Tadalafil bei pulmonaler arterieller Hypertonie

Unter dem Handelsnamen Adcirca wird Tadalafil auch zur Behandlung von pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH) eingesetzt. Hierbei sind die Blutgefäße in der Lunge verengt und führen zu erhöhtem Blutdruck. Ausgelöst wird die Krankheit durch andere chronische Beschwerden der Lunge oder des Herzens.

Tadalafil erhöht die Konzentration von cGMP und führt somit eine Entspannung der glatten Muskelzellen der Lungengefäße herbei. Zudem werden die Lungengefäßbahnen ausgedehnt und senken den erhöhten Blutdruck.

Darreichungsform von Tadalafil

Cialis ist in verschiedenen Dosierungsformen erhältlich. Verkauft werden Tabletten mit jeweils 5mg, 10mg oder 20mg Tadalafil pro Einheit. Cialis 20mg stellt die Höchstdosis dar und sollte unter keinen Umständen überschritten werden.

Cialis Packung

Erweist sich die Wirkung der verschriebenen Dosis nicht als wirkungsvoll, kann nach Rücksprache mit dem Arzt eine Erhöhung der Gabe veranlasst werden.

Zu beachten gilt zudem, dass die gemeinsame Einnahme von Tadalafil mit Grapefruitsaft, Alkohol oder fettreichen Ernährung die Wirksamkeit der Substanz beeinflussen kann.

Nebenwirkungen

Sehr häufig kommt es bei der Einnahme von Tadalafil zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, leichtem Durchfall, Schwindel, Hitzegefühl und verstopfter Nase.

Gelegentlich treten Augenschmerzen, Störungen des Farbsehens, Bindehautentzündungen, Herzklopfen, Blutdruckabfall oder –anstieg, Nasenbluten, Hautausschlag, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen und Schläfrigkeit auf.

Selten wurde von Tinnitus, Steigerung des Augeninnendrucks, Angina Pectoris, Störungen des Blutzuckerspiegels, Blutbildungsstörungen und Muskelsteifigkeit berichtet.

Mögliche Nebenwirkungen von Tadalafil in tabellarischer Übersicht:

Häufige Nebenwirkungen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit

Gelegentliche Nebenwirkungen
  • Herzklopfen
  • Augenschmerzen
  • Muskelschmerzen

Seltene Nebenwirkungen
  • Tinnitus
  • Störungen des Blutzuckerspiegels
  • Angina pectoris

Wechselwirkungen

Wird Tadalafil mit gefäßerweiternden Mitteln auf Nitro-Basis oder Alpha-Sympatholytika kommt es zu einer Wirkungsverstärkung, die Störungen der Blutgerinnung und Erhöhung der Herzfrequenz auslösen können.

Werden bereits Medikamente, die den Leberstoffwechsel beeinflussen, eingenommen, sollte von der Behandlung mit Tadalafil abgesehen werden, da es zu häufiger auftretenden Nebenwirkungen kommen kann.

Grapefruitsaft hemmt den Abbau des Cialis-Wirkstoffs und führt möglicherweise zu verstärkten Nebenwirkungen. Grundsätzlich ist es ratsam, Arzneimittel immer mit Wasser einzunehmen, da hierbei die Gefahr von Wechselwirkungen wegfällt.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Besteht eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber des Wirkstoffs darf dieser nicht eingenommen werden. Der Arzt kann hierbei eventuell Medikamente mit anderen Wirkstoffen, aber mit gleicher Wirkungsweise verschreiben.

Leidet der Patient an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z.B. Angina Pectoris oder Herzrhythmusstörungen, oder kam es in den letzten sechs Monaten zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, wird von der Einnahme von Tadalafil dringend abgeraten.

Nicht verwendet werden darf der Wirkstoff zudem wenn schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, niedrigem Blutdruck oder Erkrankungen der Netzhaut vorliegen.

Quellen:

  1. Neue Arzneimittel.. Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). URL: akdae.de
  2. Cialis 5mg ausschließlich bei benignem Prostatasyndrom verordnungsfähig. Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe. URL: kvwl.de
  3. Mehr als ein Potenzmittel. Govi-Verlag Pharmazeutischer Verlag GmbH. URL: pharmazeutische-zeitung.de
  4. Behandlung von Erektionsstörungen mit PDE-5-Hemmer. Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion. URL: shg-erektionsstoerungen-muenchen.de
Zuletzt aktualisiert: 17.02.2016
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