Ursachen von Impotenz

Die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Erektion ist ein komplexer Vorgang, dessen Ablauf an vielen Stellen gestört werden kann. Die Ursachen einer Erektionsstörungen (Impotenz, erektile Dyfunktion)werden in zwei Kategorien unterteilt, körperlich (organisch) und psychisch (psychogen). Die Ursachen sind bei jedem Mann verschieden und hängen zumeist vom Alter des Mannes ab.

Voraussetzungen zur Entstehung einer Erektion?

Zusätzlich zu sexueller Stimulation und Verlangen hängt das Erreichen einer Erektion von folgenden Faktoren ab:

  • Ein gesundes Nervensystem, welches Nervenimpulse erfolgreich vom Gehirn über die Wirbelsäule und an den Penis weitergeleitet.
  • Gesunde Arterien, die einen guten Blutfluss im Körper und besonders zu den Schwellkörpern ermöglicht.
  • Gesunde und starke Muskeln und Bindegewebe in der Corpora Cavernosa, das Hauptschwellkörper
  • Der Penis enthält ein angemessenes Menge an Stickstoffmonoxid.

Wie entsteht eine Erektion?

Nachdem ein sexueller Reiz verspürt wird, schüttet der Körper Stickstoffmonoxid (NO) aus, welches als Botenstoff die Produktion von cGMP hervorruft. CGMP wirkt sich auf die glatten Muskelzellen der Schwellkörper aus, so dass vermehrt Blut in die Schwellkörper einströmen kann und der Penis erigiert wird.

Worin liegen die Ursachen für Erektionsprobleme?

Man unterscheidet in der Regel zwischen organischen und psychischen Ursachen für Erektionsstörungen, jedoch ist eine klare Unterscheidung oft nicht möglich, da häufig organische und psychische Ursachen für Erektionsprobleme vorliegen.

Oft werden Potenzprobleme auch von Medikamenten verursacht, weshalb bei Erektionsproblemen die während der Einnahme eines Medikaments auftreten, ein Blick auf den Beipackzettel des eingenommen Medikaments empfehlenswert ist.

Es gibt vier körperliche (organische) Hauptursachen, die Impotenz verursachen können.

  • Krankheiten

    Krankheiten

    Einige Krankheiten können erektile Probleme verursachen. Dabei handelt es sich meistens um Krankheiten, die die Venen, Arterien oder das Bindegewebe um den Penis herum beschädigen. Außerdem können Nierenkrankheiten, Alkoholismus, Diabetes oder neurologische Probleme Impotenz hervorrufen.

  • Lebensstil

    Lebensstil

    Alkoholkonsum ist eine der Hauptursachen für Erektionsprobleme, genau wie Rauchen. Das Nikotin in den Zigaretten verursacht eine Verengung der Arterien. Ein unaktiver Lebensstil und eine schlechte Ernährung können zu einer schlechten Blutzirkulation im Körper oder zu Krankheiten wie zu zu hohem Cholesterin führen, was sich wiederum in Impotenz niederschlägt, da die Schwellkörper so nicht optimal mit Blut versorgt werden können.

  • Operationen

    Operationen

    Manche Operationen können Begleiterscheinungen haben, die die Nerven und Arterien in der Penisgegend beschädigen. Blasen- und Prostataoperationen sind solche Fälle, sie können irreparablen Schaden am Penis selber und am Bindegewebe anrichten.

  • Medikamente

    Medikamente

    Besonders Medikamente, die den Blutdruck regulieren, können Einfluss auf die Erektion haben. Es gibt noch eine Reihe anderer Medikamente, die Impotenz verursachen können, dazu zählen beispielsweise Appetithemmer, Antidepressiva, Antihistamine und Beruhigungsmittel..

Welche möglichen Impotenz Ursachen im Alltag gibt es?

Es gibt zahlreiche Mythen und Gerüchte um versteckte Impotenz-Auslöser im Alltag. Die Frage, ob Radfahren Impotenz auslösen kann, wird wohl am häufigsten gestellt. In den meisten Fällen kann dies verneint werden, denn Radfahren an sich ist keine Ursache von Impotenz.

Jedoch muss hierbei eine Ausnahme festgestellt werden: Radfahren auf Leistungssportniveau kann bei schlecht eingestelltem Fahrradsattel die Entwicklung von Impotenz begünstigen. Stimmt die Sattelhöhe nicht, lastet zu viel Gewicht auf der Dammregion und der Penis wird dadurch ungenügend mit Sauerstoff versorgt. Dies führt zur Einlagerung von Kollagen, was über mehrere Jahre hinweg Erektionsstörungen verursachen kann.

Es ist also wichtig, den Sattel so einzustellen, dass die Beine die Hauptlast des Körpergewichts tragen, und nicht die Dammregion. Er sollte so horizontal wie möglich und nicht mit der Spitze nach oben montiert sein. Wer sich diesen Ratschlag zu Herzen nimmt, muss sich auch als passionierter Radfahrer um Impotenz keine Sorgen machen.

Ein anderer hartnäckiger Mythos ist, dass eine Sitzheizung Impotenz verursachen kann. Es ist durchaus richtig, dass Hitze den Genitalien des Mannes schaden kann, allerdings werden Sitzheizungen bei weitem nicht heiß genug, um Erektionsstörungen zu verursachen.

Ebenso wenig kann ein Laptop Impotenz verursachen, selbst wenn er ohne Tisch direkt auf dem Schoß benutzt wird.

Wie entstehen Erektionsstörungen bei jungen Männern?

Erektionsstörungen sind auch bei jungen Männern keine Seltenheit, jedoch handelt es sich oft gerade in diesem Alter um eine psychische Impotenz.

Jüngere Männer haben aufgrund ihres Erfahrungsmangels oft unrealistische Vorstellungen und Erwartungen, was zu Stress und Leistungsdruck führen kann. Potenzstörungen bei jungen Männern können beispielsweise durch Faktoren wie Beziehungsstress, massivem Alkoholkonsum oder Konsum pornografischer Inhalte entstehen.

Was sind die Ursachen für Erektionsstörungen im höheren Alter?

Während unter den 40- bis 59-Jährigen fast jeder fünfte Mann unter Impotenz leidet, trifft es im Alter von 60 bis 69 Jahren jeden Dritten. Erektionsstörungen sind im Alter vor allem deswegen häufiger, da sich Risikofaktoren und bis dato nicht erkannte Erkrankungen anhäufen. Ausserdem treten viele Grunderkrankungen wie beispielsweise Arteriosklerose erst im Alter auf.

Die folgenden Leiden beeinträchtigen häufig die Potenz im Alter:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Nervenleiden
  • Herzerkrankungen
  • Arteriosklerose
  • Störungen des Fett- und Hormonstoffwechsels

Zum anderen erschlafft die Muskulatur des Beckenbodens mit den Jahren, was die Sauerstoffversorgung und somit die Durchblutung des Penis beeinträchtigt. Impotenz im Alter ist somit keine Seltenheit.

Können Erektionsstörungen psychische Ursachen haben?

10%-20% der Impotenz-Ursachen sind psychologischer Natur. Eine unglückliche Beziehung, Stress im Job oder ungünstige Lebensumstände können Angstzustände, Schuld oder Depressionen auslösen, die es Männern erschweren können, eine Erektion zu erreichen.

Hinter Potenzstörungen stecken oft folgende psychische Ursachen:

  • Depressionen
  • Stress
  • Angst und Hemmungen
  • Fehlende Selbstsicherheit
  • Beziehungsprobleme
  • Massiver Alkoholkonsum
  • Konsum pornografischer Inhalte
  • Persönlichkeitskonflikte, z.B. eine nicht eingestandene Homosexualität

Es gibt viele Statistiken und Umfragen zu dem Theme erektile Dysfunktion. Manche Webseiten behaupten, dass ca. 10% aller Männer darunter leidet, andere behaupten, dass es sogar 30% sind. Die neuesten Nachforschungen haben ergeben, dass weltweit ca. 15 bis 30 Millionen unter Impotenz leiden. Es kann abgeleitet werden, dass die Potenzprobleme mit zunehmendem Alter steigen, allerdings gibt es auch immer mehr junge Männer, die unter Impotenz leiden.

Es gibt verschreibungspflichtige Medikamente, die Männern helfen können, die Symptome der Impotenz loszuwerden. Es ist allerdings wichtig, dass Patienten mit Ihrem Arzt sprechen, bevor sie Medikamente einnehmen, damit sie sich ganz sicher sein können, dass sie auch die richtige Tablette gegen ihre Symptome nehmen. Falls Patienten sich unwohl bei ihrem Arzt fühlen, können Sie auch unser medizinisches Team kontaktieren.

Kann Diabetes zu Impotenz führen?

Ja, zwischen Diabetes und Impotenz kann ein Zusammenhang bestehen. Oft sind Potenzprobleme die ersten Anzeichen einer Diabetes-Erkrankung. Sind die Blutzuckerwerte über einen längeren Zeitraum erhöht, kann dies die Blutgefäße im Penis verengen. Somit kann nicht mehr genügend Blut in den Schwellkörper gelangen. Ausserdem werden durch die schlechte Durchblutung auch die Nerven im Penis geschädigt, was wiederum die Reizweiterleitung beeinträchtigt und somit eine Erektion weiter erschwert.

Allerdings lässt sich die Impotenz durch Diabetes sehr gut vorbeugen, denn mit regelmäßiger Bewegung, eine gesunden Ernährung sowie natürlich einem langfristig gut eingestellten Blutzucker kann man den Ursachen für Erektionsstörungen bei Diabetes schon vor ihrer Entstehung abhelfen.

Kann Bluthochdruck Impotenz verursachen?

Ja, zwischen Bluthochdruck und Impotenz besteht ein enger Zusammenhang.

Bluthochdruck wird oft erst im späten Stadium bemerkt, da er in der Regel lange Zeit beschwerdefrei bleibt. Zu diesem Zeitpunkt haben sich die Blutgefäße bereits krankhaft verändert, was die Stärke des Blutstroms, der in den Schwellkörper des Penis strömt, verringert. Dadurch kommt oft keine oder nur eine schwache Erektion zustande. Insofern ist es durchaus möglich, dass ein hoher Blutdruck Erektionsstörungen verursachen kann.

Inwiefern kann die Funktion der Prostata Impotenz beeinflussen?

Die Hauptaufgabe der Prostata ist die Sekretbildung. Das Prostatasekret macht 20-30 Prozent der Spermamenge aus, was wichtig für die Funktionstüchtigkeit der Spermien, aber irrelevant für die Erektionsfähigkeit ist. Die Frage, ob die Prostata Impotenz verursachen kann, ist somit zu verneinen.

Leider bildet die Prostata nicht unselten bösartige Tumore, auch Prostatakarzinome genannt. Der erste Schritt einer Therapie ist oft die Entfernung der Prostata. Die Prostataektomie wird aber nur dann vorgenommen, wenn der Tumor auf die Prostata begrenzt ist und die Kapsel der Drüse noch nicht durchbrochen hat.

Eine Impotenz nach der Prostataoperation ist leider keine Seltenheit, hängt jedoch in der ersten Linie von der Größe des Tumors ab. Bei kleineren Tumoren kann die Prostata oft nervenerhaltend operiert werden.

Die Strahlentherapie ist eine andere Behandlungsform von Prostatakrebs, die Impotenz verursachen kann, jedoch sind die Zahlen in der Fachliteratur sehr unterschiedlich. Eine weitere Therapiemöglichkeit des Prostatakrebs, die Impotenz auslösen kann, ist die Hormontherapie. Da Testosteron das Wachstum des Prostatakarzinoms begünstigt, wird in diesem Fall ein Wirkstoff gespritzt, der das Testosteron unterdrückt, was Impotenz verursachen kann.

Impotenz durch Medikamente: Ist das möglich?

Ja, Impotenz kann durch Medikamente ausgelöst werden.

Neben Antidepressivia, die sehr häufig zu Libidoverlust und Erektionsstörungen führen, und Mittel gegen Herzerkrankungen, können fast alle Medikamente die zur Behandlung eines hohen Blutdrucks eingesetzt werden, Erektionsstörungen verusachen.

Die Frage, ob eine Impotenz durch Betablocker möglich ist, wird besonders häufig gestellt, jedoch haben ACE-Hemmer und Kalziumantagonisten eine ähnliche Wirkung auf die Potenz. Somit ist also nicht nur Bluthochdruck an sich eine Ursache für Erektionsstörungen, sondern leider auch seine medikamentöse Behandlung, wobei letztere reversibel ist.

Bei manchen Medikamenten ist die Lage weniger klar, wie z. B. bei Ritalin, das oft zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (ADS) verordnet wird. Generell lässt sich sagen, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass Ritalin Impotenz auslöst. Jedoch ist bei einer langfristigen Anwendung nicht ausgeschlossen, dass es zu Durchblutungsstörungen kommen kann. Diese wiederum können Erektionsprobleme hervorrufen. Wie alle Nebenwirkungen ist auch diese völlig reversibel und verschwindet nach Absetzung des Medikaments.

Oft wird gefragt, ob Creatin Impotenz auslösen kann. Creatin ist kein Medikament, sondern ein Nahrungsergänzungsmittel, das von einigen Sportlern zum vorübergehenden Muskelaufbau eingenommen wird. Ein Zusammenhang von Creatin und Impotenz wird daher besonders von Bodybuildern befürchtet. Diese Sorge ist jedoch unangebracht, da Creatin keine Wirkung auf die Potenz hat.

Kann der übermäßige Konsum von Alkohol zu Impotenz führen?

Ja, zwischem dem Genuss von Alkohol und Impotenz besteht ein nachweisbarer Zusammenhang. Bereits ein Blutalkoholspiegel von 0,4 bis 0,5 Promille verringert die Potenz. Der Grund liegt darin, dass Alkohol das Nervensystem und somit die Weiterleitung der stimulativen Reize beeinträchtigt. Selbst wenn das sexuelle Verlangen stark ist, ist somit eine Erektion oft nicht mehr möglich. Ein gesunder Körper regeneriert sich im Normalfall, jedoch schadet ein regelmäßiger, übermäßiger Alkoholkonsum, der die empfohlene Maximalmenge von zwei Standardgläsern Alkohol pro Tag an maximal 5 Tagen der Woche überschreitet, die Potenz dauerhaft.

Kann Rauchen Impotenz verursachen?

Ja, Impotenz wird oft durch Rauchen verursacht. Rauchen verengt die Gefäße und hemmt somit den Blutfluss zum Penis, was zu Erektionsstörungen führt. Es besteht somit also ein klarer Zusammenhang zwischen Rauchen und Impotenz.

Kann man von Lakritze impotent werden?

Obwohl der Volksmund besagt, "Lakritz macht spitz", haben Studien bestätigt, dass es unter gewissen Bedingungen einen Zusammenhang von Lakritz und Impotenz geben kann. Dies liegt daran, dass der Genuss von Lakritz den Spiegel des männlichen Hormons Testosteron senken kann. Vermutet wird ein Zusammenspiel des Wirkstoffs Glycyrrhizin mit einem körpereigenen Enzym, das an der Testosteronproduktion beteiligt ist.

Bei Männern mit ohnehin niedrigem Testosteronspiegel könnte sich also schon eine negative Wirkung von Lakritz und Potenz ergeben – vielleicht weniger beim Lakritzessen als bei der Einahme von Medikamenten, die Glycyrrhizin enthalten. Die hormonsenkende Wirkung ist allerdings vollständig reversibel. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass Lakritz Impotenz verursacht.

Quellen:

  1. Erectile Dysfunction. Milton Lakin, Hadley Wood, November 2012 URL: clevelandclinicmeded.com
  2. What Are Some Causes Erectile Dysfunction?. Patient Education Centre, Harvard Medical School URL: patienteducationcenter.org
  3. Epidemiology of erectile dysfunction: results of the 'Cologne Male Survey'. Braun M. et al., Int J Impot Res. 2000 Dec;12(6):305-11. URL: ncbi.nlm.nih.gov
  4. Impotence and its medical and psychosocial correlates: results of the Massachusetts Male Aging Study. Feldman HA. et al., J Urol. 1994 Jan;151(1):54-61. URL: ncbi.nlm.nih.gov
  5. Erectile dysfunction: why drug therapy isn't always enough.. Levine SB. Cleve Clin J Med. 2003 Mar;70(3):241-6. URL: ncbi.nlm.nih.gov
  6. Erektile Dysfunktion - Ursachen. Berufsverband Deutscher Internisten e.V. URL: internisten-im-netz.de

Zuletzt aktualisiert: 27.10.2016
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