Die 10 sichersten Verhütungsmethoden

Frauen würden ohne Verhütung in den Jahren zwischen der Pubertät bis zu den Wechseljahren Durchschnittlich jedes zweite Jahr ein Kind bekommen. Um das zu verhindern sind sie auf Verhütungsmittel angewiesen. Wie sicher eine Verhütungsmethode ist, geht aus dem Pearl-Index hervor. Die Sterilisation wurde nicht in der Liste der sichersten Verhütungsmethoden angeführt, da diese Methode endgültig ist.

Der Pearl-Index als Richtwert zur Sicherheit von Verhütungsmittel

Bei der Auflistung der zehn sichersten Verhütungsmittel wurde auf Basis des Pearl-Index erstellt. Der Pearl-Index misst, wie Wirksam verschiedene Verhütungsmethoden sind. Er gibt an, wie hoch der Anteil der Frauen ist, die trotz Verwendung eines bestimmten Verhütungsmittels im Zeitraum von einem Jahr schwanger werden. Ein niedriger Pearl-Index bestätigt somit die Zuverlässigkeit einer bestimmten Verhütungsmethode.

Bei der Berechnung des Pearl-Index werden Parameter wie die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs nicht miteinbezogen. Außerdem ist die Größe oder minimale Grundgesamtheit bei Stichproben nicht vorgeschrieben. Bei Verhütungsmethoden, die weit verbreitet sind und die es schon seit längerer Zeit gibt, kann der Pearl-Index aufgrund der besseren Datenlage viel genauer angegeben werden, als bei neueren Verhütungsmittel.

Ausschlaggebend für einen zuverlässigen Schutz ist die korrekte Anwendung der jeweiligen Verhütungsmethode, weshalb längerfristige, von einem Arzt eingeführte Verhütungsmittel insgesamt einen niedrigeren Pearl-Index aufweisen, als Methoden, die größere Disziplin und Kenntnis bezüglich der Anwendung der Verwender voraussetzen.

Die 10 sichersten Methoden zur Empfängnisverhütung

Zur sicheren Schwangerschaftsverhütung stehen Frauen eine Auswahl an hormonellen und hormonfreien Verhütungsmethoden zur Auswahl. Welche Art der Verhütung am besten geeignet ist, hängt von dem allgemeinen Gesundheitszustand, des Lebensstils und individuellen Präferenzen ab. Frauen, die keine Östrogene vertragen, ein erhöhtes Thromboserisiko aufweisen oder Rauchen, sollten auf Präparate, die nur Gestagen beinhalten oder hormonfreie Verhütungsmethoden zurückgreifen. Langfristige Verhütungsmittel wie z.B. das Hormonimplantat, die Spirale, Verhütungsring oder –pflaster sind vor allem für Frauen empfehlenswert, die nicht täglich an ihre Verhütung denken möchten bzw. aufgrund ihres Lebensstils nicht jeden Tage zur gleichen Zeit die Pille schlucken können.

Vor der Entscheidung, welche Verhütungsmethode man nutzen möchte, ist es wichtig sich umfassend zu informieren und Rücksprache mit dem Frauenarzt zu halten. Sollte das gewünschte Verhütungsmittel nicht vertragen werden, kann nach ärztlicher Absprache gewechselt werden.

1. Hormonimplantat

Hormonimplantat

Das sicherste derzeitig verfügbare Verhütungsmittel ist das Hormonimplantat oder Verhütungsstäbchen mit einem Pearl-Index von 0 bis 0,08. Das Implantat ist ein vier Zentimeter langes Stäbchen, das vom Arzt auf der Innenseite des Oberarms unter die Haut eingesetzt wird. Dort verbleibt es bis zu 3 Jahre lang. Das im Implantat enthaltene Hormon ist das Gestagen Etonogestrel, das konstant in niedriger Dosis freigesetzt wird.

2. Hormonspirale

Hormonspirale

Die Hormonspirale wird von einem Frauenarzt in die Gebärmutter eingeführt und gibt dort kleine Mengen an Gestagenen ab. Diese verdicken den Schleim im Gebärmutterhals, damit dieser für Spermien undurchlässig wird. Zusätzlich wird die Beweglichkeit der Spermien gehemmt und die Einnistung einer befruchteten Eizelle erschwert. Die Hormonspirale kann je nach Modell 3 bis 5 Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Der Pearl-Index der Hormonspirale beträgt 0,16.

3. Antibabypille

Antibabypille

Die Antibabypille ist für die meisten Frauen das Verhütungsmittel erster Wahl und schützt doppelt vor einer ungewollten Schwangerschaft, da sie neben einem Gestagen auch ein Östrogen enthält, das den Eisprung verhindert. Antibabypillen sind in verschiedenen Hormonkombinationen und Dosierungen erhältlich. Neben der Empfängnisverhütung werden bestimmte Präparate auch zur Zyklusregulierung oder Behandlung von Akne angewandt. Die Antibabypille gilt mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0.9 als sehr sicher und zudem als gut verträglich. Die Einnahme der Antibabypille erfolgt für 21 Tage täglich, gefolgt von einer 7-tägigen Pillenpause, in der eine sogenannte Abbruchblutung stattfindet.

4. Minipille mit Desogestrel

Minipille mit Desogestrel

Minipille, die das Gestagen Desogestrel beinhalten sind sicherer als Minipillen mit einem anderen Gestagen, wie z.B. Levonorgestrel, da Desogestrel den Eisprung verhindern kann. Zudem ist das Einnahmefenster bei Pillen mit Desogestrel 12 Stunden lang. Der Pearl-Index dieser Pillenart beträgt 0,14.

5. Depotspritze

Depotspritze

Frauen, die mit der Depotspritze verhüten müssen sich alle 3 Monate von einem Arzt Gestagen in den Gesäß- oder Oberarmmuskel injizieren lassen. Damit die 3-Monatsspritze ausreichend lang zuverlässig wirkt, muss eine relativ hohe Hormondosis gespritzt werden. Dadurch neben der Verdickung des Zervixschleims auch der Eisprung verhindert. Die Depotspritze gilt aufgrund des Pearl-Index Werts von 0,2 bis 1,4 als sicheres Verhütungsmittel.

6. Vaginalring

Vaginalring

Der Vaginalring (NuvaRing) wird von der Frau in die Vagina eingeführt. Dort gibt der Ring lokal geringe Mengen an Östrogen und Gestagen ab und verhindert dadurch den Eisprung bzw. die Befruchtung und Einnistung des Follikels. Nach 3 Wochen wird der Vaginalring entfernt und es folgt eine einwöchige Pause. Danach wird ein neuer Ring eingeführt. Der Pearl-Index Wert dieses Verhütungsmittels ist 0,4 bis 0,65.

7. Minipille

Minipille

Minipillen mit dem Gestagen Levonorgestrel oder Norethisteron müssen 28 Tage lang durchgehend, ohne Pillenpause, eingenommen werden. Die Minipille muss jeden Tag zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden, da das tägliche Einnahmezeitfenster lediglich 3 Stunden lang ist. Wird die Minipille zu spät eingenommen, wird die empfängnisverhütende Wirkung beeinträchtigt. Der Pearl-Index dieser Verhütungsmethode beträgt 0,5 bis 3.

8. Hormonpflaster

Hormonpflaster

Das Hormonpflaster enthält ebenso wie die Antibabypille und der Vaginalring ein Östrogen und ein Gestagen. Das Evra-Pflaster wird ein Mal wöchentlich auf den Bauch, Po oder Oberarm angebracht und gibt die enthaltenen Hormone transdermal ab. Das Pflaster unterdrückt den Eisprung und verdickt zusätzlich den Zervixschleim, sodass Spermien nicht in die Gebärmutter gelangen können.

9. Kupferspirale

Kupferspirale

Die Kupferspirale ist ein Kunststoffstäbchen in T-Form, das mit einem dünnen Kupferdraht umwickelt ist. Die Spirale wird von einem Frauenarzt eingeführt und kann bis zu 5 Jahren in der Gebärmutter verbleiben. Die genaue Wirkung der Kupferspirale ist nicht bekannt, jedoch wird angenommen, dass das Kupfer den Gebärmutterschleim verändert und die Beweglichkeit der Spermien hemmt. Diese Verhütungsmethode ist besonders für Frauen geeignet, die keine Hormone vertragen. Der Pearl-Index wird mit 0,9 bis 3 angegeben.

10. Kondom

Kondom

Das Kondom schützt, ohne in den Hormonhaushalt einzugreifen, neben einer ungewollten Schwangerschaft auch vor der Ansteckung von Geschlechtskrankheiten. Voraussetzung für einen zuverlässigen Schutz ist jedoch die korrekte Anwendung. Der Pearl-Index beläuft sich hierbei auf 2 bis 12.

Welche Verhütungsmethoden schützen vor Geschlechtskrankheiten?

Obwohl hormonelle Verhütungsmittel eine ungewünschte Schwangerschaft effektiver verhindern, schützen sie nicht vor der Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten. Die Erreger von sexuell übertragbaren Krankheiten werden durch Schleimhautkontakt bzw. Körperflüssigkeiten wie Sperma, Scheidensekret oder Blut bei diversen sexuellen Praktiken übertragen. Einzig die Barrieremethoden Kondom und Femidom können das Risiko sich mit einer Geschlechtskrankheit zu infizieren reduzieren, da sie Schleimhautkontakt beim Sex weitgehend verhindern. Einen 100%igen Schutz vor Geschlechtskrankheiten können jedoch auch diese Verhütungsmittel nicht bieten, da sie nicht den kompletten Genitalbereich bedecken.

Da Geschlechtskrankheiten auch beim Oralverkehr übertragen werden können, ist es ratsam einen "Dentaldam" (auch als "Lecktuch" bekannt) zu verwenden. Dieser ist eine dünne Folie aus Latex, die über die Vagina oder den Anus des Sexualpartners gelegt wird und dadurch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten verhindert.

Welche Verhütungsmethoden gelten als eher unsicher?

Der Pearl-Index von Sex ohne Verhütung liegt bei 30 bis 85. Wird Coitus Interruptus zur Schwangerschaftsprävention angewandt sinkt der Wert auf 4 bis 27. Dennoch ist das "Rausziehen" keine sichere Verhütungsmethode, da der Mann über viel Disziplin verfügen muss und Spermien auch schon vor der Ejakulation aus dem Penis austreten können. Des weiteren gelten vor allem Methoden der natürlichen Familienplanung "NFP" und Barrieremethoden als relativ unsicher, da sie viel Disziplin und Können bedürfen, wodurch es häufiger zu Anwendungsfehlern kommen kann.

Die sogenannte Kalendermethode, bei der die Frau ihren Zyklus aufzeichnet und aufgrund dessen die unfruchtbaren und fruchtbaren Tage identifiziert weist einen Pearl-Index von 9 bis 30 auf. Da der Menstruationszyklus nicht immer regelmäßig ist und sich verändern kann gilt die Anwendung dieser Methode als unsicher. Die Billings-Methode, bei der die Frau anhand der Beschaffenheit des Zervikalschleim auf einen bevorstehenden Eisprung schließt, hat einen Pearl-Index von 15. Aufgrund von möglichen Anwendungsfehlern gelten auch das Femidom und die Portiokappe als unsicher. Sie weisen einen Pearl-Index-Wert von 5 bis 25 (Femidom) und 2 bis 18 (Portiokappe) auf.

Quellen:

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