Pille absetzen: Was ist zu beachten? Welche Nebenwirkungen gibt es?

Der Wunsch, die Antibabypille abzusetzen, kann mehrere Ursachen haben. Abgesehen vom akuten Kinderwunsch, Änderung der Lebensumstände oder Vermeidung von potentiellen Nebenwirkungen kann auch der Umstieg auf ein nicht-hormonelles Verhütungsmittel der Auslöser sein.

Bevor die Pille jedoch abgesetzt wird, sollten der Zeitpunkt sorgfältig gewählt und mögliche Begleiterscheinung ausführlich abgewogen werden. Da die regelmäßige Einnahme von hormonellen Kontrazeptiva einen schwerwiegenden Eingriff in den Hormonhaushalt darstellt, sollte die Pille nicht einfach von heute auf morgen abgesetzt werden. Nach Möglichkeit sollte das Vorhaben zunächst mit dem Gynäkologen besprochen und anschließend unter genauer Selbstbeobachtung ausgeführt werden.

Welche körperlichen Auswirkungen während des Prozesses möglich sind und in welchem Ausmaß, hängt zu großen Teilen von dem abzusetzenden Medikament ab sowie von der gesundheitlichen Verfassung der Patientin.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Pille abzusetzen?

Zunächst sollten die Gründe für das Absetzen untersucht werden, ob der Zustand voraussichtlich nur temporär oder permanent sein wird. Nach Möglichkeit sollte eine kurzfristige Änderung weg von hormoneller Verhütung und wieder zurück vermieden werden, da der Körper jedes Mal etwas Zeit braucht, um die Veränderung zu verarbeiten.

Ist das Absetzen aufgrund von schweren Nebenwirkungen ärztlich empfohlen, ist ein Abbruch der Behandlung so zeitig wie möglich angezeigt, sofern die zu erwartenden Auswirkungen nicht schlimmer als die bereits bestehenden Nebenwirkungen sind. In allen anderen Fällen, unabhängig davon, ob auf eine andere Verhütungsmethode gewechselt oder Verhütung ganz eingestellt wird, sollte die verbliebende Dosis des Tablettenzyklus erst aufgebraucht werden, dadurch werden auch eventuelle Schmierblutungen vermieden.

Dementsprechend kann der letzte Tag der Einnahme bis zu 20 Tage entfernt sein, wenn am ersten Tag des Zyklus die Entscheidung getroffen wird. Besonders bei einem Wechsel auf andere Präparate wird dadurch auch ein kontinuierlicher Schwangerschaftsschutz gewährleistet. Mit Einsetzen der Abbruchblutung in der Pillenpause kann der Folgezyklus mit dem neuen Präparat begonnen werden oder der Körper den hormonellen Zyklus auf natürliche Weise weiterführen.

Hormonfreie Verhütungsmethoden

Minipille absetzen

Wurde bisher mit einem rein gestagenhaltigen Präparat, bekannt als Minipille, verhütet, entfällt die zeitliche Planung für das Absetzen der Pille. Da kein Östrogen enthalten ist, kann die Minipille jederzeit abgesetzt werden, allerdings empfiehlt sich auch hier, den laufenden Zyklus zu beenden, um den eventuellen Umstieg auf ein neues Präparat zu vereinfachen und den bestehenden Rhythmus einzuhalten.

Da es die Einnahme der Minipille bei den meisten Frauen zu vermehrten Zwischenblutungen führt oder die Blutung ganz ausbleibt, kann die Rückkehr zu einer regulären Monatsblutung jedoch entweder als angenehm oder störend wahrgenommen werden.

Ist das (plötzliche) Absetzen der Pille gesundheitsgefährdend?

Grundsätzlich kann hormonelle Verhütung ohne gesundheitliche Bedenken abgesetzt werden, allerdings empfiehlt sich die allgemeine Beobachtung des gesundheitlichen Zustands, idealerweise durch einen Arzt. Da es jedoch in Folge der hormonellen Veränderungen beispielsweise zu starken Gewichtsschwankungen oder allergischen Reaktionen kommen kann, sollte die Absetzung nicht leichtfertig und unbeobachtet erfolgen.

Bei Frauen, die sensibel auf hormonelle Umstellungen reagieren, ist daher bereits bei der anfänglichen Verschreibung der Antibabypille ratsam, sich über die möglichen Nebenerscheinungen nach Absetzung der Schwangerschaftsverhütung zu informieren. Ist mit schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen, ist unter Umständen generell eine hormonelle Verhütung nicht empfehlenswert.

Mögliche Nebenwirkungen nach Absetzung der Antibabypille

Am häufigsten treten nach dem Absetzen der Pille Zyklusschwankungen auf, welche unterschiedlich stark ausfallen können. Dabei kann auch der Eisprung oder die Regelblutung für einige Zeit komplett ausfallen. Nachblutungen und Zwischenblutungen sind ebenfalls möglich.

Diese Schwankungen regulieren sich in den meisten Fällen nach einigen Monaten von selbst, sobald sich der Körper an die hormonelle Umstellung gewöhnt hat. Oftmals treten sie auch bei Frauen auf, welche bereits vor Einnahme der Pille unregelmäßige Blutungen hatten. Sollte die mögliche Nachblutung jedoch von starken Schmerzen begleitet sein oder nach mehreren Tagen weiterhin anhalten, ist der Besuch beim Gynäkologen unabdingbar.

Neben den erwartbaren Anpassungen des Zyklus kann der Körper auch mit weiteren negativen Effekten auf die Umstellungen reagieren. Diese sind individuell verschieden und können unter anderem beinhalten:

  • Allergische Reaktionen
  • Schwankungen der Libido
  • Gewichtszunahme oder -verlust
  • Störungen im Hormonhaushalt
  • Übersäuerung des Körpers
  • Unreine Haut
  • Stimmungsschwankungen
  • Haarausfall

In den meisten Fällen sind diese Reaktionen des Körpers nur kurzfristig anhaltend und betreffen Frauen, die bereits vor Einnahme der Pille an den jeweiligen Problemen gelitten haben, wie beispielsweise hormonell bedingt unreiner Haut.

Durch den Entzug des Hormons in regulierten Dosen muss der Körper seinen eigenen Zyklus erneut einpegeln. Während dieser Anpassungszeit muss daher grundsätzlich mit unerwünschten Auswirkungen gerechnet werden.

Besonders das Risiko für Gewichtszunahme, unreine Haut und Haarausfall beunruhigt vor dem geplanten Absetzen der Pille. In den meisten Fällen gilt jedoch, dass Abwarten die beste Medizin ist. Ein gesunder Körper stellt sich mit der Zeit auf natürliche Weise auf die hormonelle Umstellung ein.

Wie schnell kann man nach Absetzen der Pille schwanger werden?

Theoretisch ist eine Schwangerschaft sofort mit Beginn des nächsten Zyklus wieder möglich, jedoch kann es eine Weile dauern, bis der Körper sich auf den neuen Zyklus eingestellt hat. Statistisch gesehen besteht für Frauen, die gerade die Pille abgesetzt haben, die gleiche Chance auf eine erfolgreiche Befruchtung wie für Frauen, die nie hormonell verhütet haben.

Von den Frauen, die nach Absetzen der Pille aktiv versuchen, schwanger zu werden, ist etwa die Hälfte innerhalb der ersten drei Monate erfolgreich. Der Großteil der Frauen mit Kinderwunsch erreichen eine Schwangerschaft innerhalb eines Jahres nach Beendigung der Behandlung mit der Antibabypille. Wurde zuvor die östrogenfreie Minipille eingenommen, werden die meisten Frauen innerhalb von sechs Monaten nach der letzten Einnahme schwanger.

In der Praxis sollten Frauen mit Kinderwunsch daher nicht zu sehr enttäuscht sein, wenn der Körper noch mehrere Monate nach der letzten Pilleneinnahme mit der hormonellen Umstellung beschäftigt ist und in diesem Zeitraum keine Schwangerschaft zustande kommt. Jeder Körper ist verschieden, daher kann der Zeitraum nicht allgemeingültig festgelegt werden. Gleichzeitig sollten Frauen ohne Schwangerschaftswunsch sofort nach Absetzen der Pille auf alternative Verhütungsmethoden zurückgreifen, da das Risiko für eine unerwünschte Schwangerschaft sofort ansteigt.

Ist eine ärztliche Beratung nötig, um die Pille abzusetzen?

Sofern das Absetzen der Pille nicht aufgrund von schweren Nebenwirkungen erfolgt, ist generell vorab keine Absprache mit dem Arzt notwendig. Ist dies jedoch ein Schritt für eine anschließend geplante Schwangerschaft, sollte der Frauenarzt zunächst konsultiert werden.

Im anschließenden Prozess nach dem Absetzen sollten Veränderungen des Körpers genau beobachtet werden und bei extremen oder langanhaltenden Nebenwirkungen unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden. Dazu gehören starke Gewichtsschwankungen, langanhaltende Unterleibsschmerzen, Schmerzen in den Gliedern sowie permanente Kopfschmerzen. Bei allergischen Reaktionen wie Pusteln und Bläschen auf der Haut ist sofortige Beratung des Arztes notwendig.

Ebenso empfiehlt sich eine medizinische Konsultation, wenn plötzliche Hitzewallungen, Änderungen der Libido sowie psychische Probleme auftreten. Symptome können genereller Motivationsmangel oder mangelnde Anziehung zum Partner sein. Außerdem sind Kreislaufbeschwerden möglich, welche aufgrund der möglichen langfristigen Folgen mit einem Arzt abgeklärt werden sollten. Generell wird aber nur von einer echten gesundheitlichen Gefährdung ausgegangen, wenn mehrere Beschwerden in Kombination auftreten und über längere Zeit anhalten.

Welche Behandlung wird nach dem Absetzen der Pille empfohlen?

Im Allgemeinen erfordern die nach dem Absetzen der Pille auftretenden Reaktionen keine spezifische medizinische Behandlung, da sie nach kurzer Zeit vom Körper selbst reguliert werden. Zur Linderung der Symptome wie beispielsweise unregelmäßigen Blutungen mit Krämpfen können jedoch bewährte Mittel wie Heizkissen, Brennnesseltee, Bewegung und Schmerztabletten helfen. Auch der möglichen Gewichtszunahme kann mit bewusster Ernährung und zusätzlichem Sport Einhalt geboten werden.

Um die hormonelle Anpassung zu unterstützen, gelten großteils die gleichen Empfehlungen wie sie auch für einen gesunden Lebensstil gegeben werden. Dazu gehört eine ausgewogene Ernährung, welche die Blutzuckerwerte positiv beeinflusst, was wiederum auf den Hormonhaushalt wirken kann. Ausreichend Schlaf, viel Wasser trinken und Vitaminausgleich werden ebenfalls mit einer positiven Wirkung auf den Hormonhaushalt verbunden.

Darüber hinaus empfiehlt sich, stressreduzierende Routinen zu entwickeln, beispielsweise regelmäßige Yoga-Übungen. Bei Frauen, die nach dem Absetzen der Pille von Hautproblemen geplagt werden, sollte der Griff zu Cremes und medizinischen Behandlungen mit Bedacht getan werden. Die hormonell verursachte Akne verschwindet in den meisten Fällen bereits nach wenigen Monaten und eine notwendige Entwöhnung von Aknebehandlungen verursacht oftmals einen erneuten Ausbruch.

Dauern die Probleme jedoch länger an, können in Absprache mit dem Arzt weitere Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Je nach entstandener Nebenwirkung können unter anderem Antibiotika-Behandlungen oder Hormontherapien zur Anwendung kommen. Als Notlösung ist auch die Wiedereinnahme der Antibabypille möglich, jedoch ist dies als Behandlung nicht empfohlen, da es offensichtlich keine langfristige Option darstellt. Wenn möglich, wird der behandelnde Arzt daher erst alle übrigen verfügbaren Möglichkeiten ausschöpfen.

Quellen:

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