Coitus Interruptus

Vorher rausziehen / Coitus Interruptus

Eine Methode der Empfängnisverhütung, die ohne jegliche weitere Hilfsmittel angewandt werden kann, ist der Coitus Interruptus. Hierbei zieht der Mann den Penis kurz vor der Ejakulation aus der Scheide, so dass der Samenerguss außerhalb des weiblichen Körpers erfolgt.

Warum vorher rausziehen?

Für Paare, die hormoneller Verhütung abgeneigt sind oder die aufgrund von Unverträglichkeit oder starken Nebenwirkungen nicht darauf zurückgreifen können, bieten sich verschiedene Methoden der natürlichen Familienplanung zur Empfängnisverhütung. Zu diesen zählen:

  • das Führen eines Zykluskalenders
  • die Temperaturmethode
  • die Billings-Methode oder Zervixschleim-Methode
  • die symptothermale Methode
  • Ovulationstests und Hormoncomputer

Bei all diesen Methoden geht es darum, die fruchtbaren Tage der Frau möglichst genau bestimmen zu können, um innerhalb dieses Zeitraums entweder auf Geschlechtsverkehr zu verzichten oder weitere Verhütungsmethoden einzusetzen.

Beim Coitus Interruptus hingegen wird ohne den Einsatz weiterer Empfängnisschutzmethoden verhütet, indem der Penis kurz vor dem Samenerguss aus der Scheide gezogen wird. Das Ziel ist also, dass keine Spermien in die Vagina geraten. Es handelt sich beim Coitus Interruptus um die wohl älteste natürliche Verhütungsmethode. Er wird nicht nur von vielen Paaren angewendet, sondern häufig auch dann, wenn es unvorhergesehen zu Geschlechtsverkehr kommt und keine anderen Verhütungsmittel zur Verfügung stehen.

Vorher rausziehen

Der Coitus Interruptus ist die wohl unzuverlässigste Verhütungsmethode überhaupt. Der Pearl Index liegt zwischen 4 und 30, es werden also bis zu 30 von 100 Frauen trotz der Anwendung des Coitus Interruptus schwanger. Diesem hohen Prozentsatz liegen mehrere Ursachen zugrunde:

  • Selbstbeherrschung und Kontrolle: Der Coitus Interruptus erfordert vom Mann ein relativ hohes Ausmaß an Kontrolle über den Zeitpunkt des Samenergusses. Zudem ist eine gewisse Selbstbeherrschung erforderlich, um im Moment der größten sexuellen Leidenschaft den Coitus Interruptus auch tatsächlich durchzuführen.
  • Lusttropfen: Bereits vor dem eigentlichen Orgasmus und Samenerguss kommt es beim Mann häufig zur Absonderung des sogenannten Lusttropfens. Er dient als natürliches Gleitmittel und kann unter Umständen bereits Samenzellen enthalten, wenn schon vorher ein Samenerguss stattgefunden hat.
  • Befruchtung trotz Coitus Interruptus: Selbst wenn der Coitus Interruptus korrekt durchgeführt wird, so kann es trotzdem zu einer Befruchtung der Eizelle kommen. Samenzellen können zum Beispiel über die Hände ins Innere der Scheide gelangen.

Nachteile des Coitus Interruptus

Zwar bietet die Verhütung durch den Coitus Interruptus mehr Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft als vollkommen ungeschützter Geschlechtsverkehr. Trotzdem besteht ein sehr hohes Risiko einer Befruchtung. Zudem schützt der Coitus Interruptus nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Gerade bei neuen Sexualpartnern ist deshalb eine Verhütung mit Kondom sinnvoll.

Alternativen zum Coitus Interruptus

Da der Coitus Interruptus eine sehr unsichere Verhütungsmethode darstellt, ist es sinnvoll, sich mit dauerhaften Alternativen auseinanderzusetzen. Für Paare, die nicht hormonell verhüten möchten, bieten sich neben den Methoden der NFP die folgenden Möglichkeiten:

  • Kupferspirale: Eine Kupferspirale bietet eine hormonfreie und sehr zuverlässige Empfängnisschutzmethode. Es wird ein kleiner, t-förmiger Körper in den Gebärmutterhals eingesetzt, der eine Befruchtung verhindert. Der genaue Wirkmechanismus der Kupferspirale ist nicht bekannt, aber es wird vermutet, dassdas Kupfer eine toxische Wirkung auf die Spermien ausübt und sie somit abtötet. Eine Kupferspirale kann über viele Jahre hinweg im Körper verbleiben. Allerdings geht sie häufig mit Nebenwirkungen wie stärkeren Menstruationsbeschwerden sowie -blutungen einher.
  • Barrieremethoden: Eine weitere Möglichkeit der hormonfreien Verhütung besteht in der Anwendungvon Barrieremethoden. Hierzu zählen das Diaphragma sowie das LEA-Contraceptivum. Diese mechanischen Verhütungsmittel werden vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und bilden vor dem Muttermund eine Barriere gegen das Eindringen von Spermien. Die zusätzliche Anwendung von Spermiziden kann die Zuverlässigkeit solcher mechanischen Methoden zusätzlich erhöhen.
  • Kondome: Letztlich besteht die Möglichkeit, ein Kondom zu verwenden. Manche Paare empfinden die Verwendung eines Kondoms jedoch als störend. Gerade bei wechselnden Geschlechtspartnern ist die Verhütung mit Kondom jedoch dem Coitus Interruptus nicht zuletzt aufgrund des zusätzlichen Schutzes vor Geschlechtskrankheiten vorzuziehen.
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