Welche Nebenwirkungen kann Mounjaro (Tirzepatid) haben?

Ein verständlicher Sicherheitsleitfaden von unserer Ärztin

Medizinisch geprüft durch Dr. Andrzej Fiurst Verfasst von Dr. Caroline Fontana Zuletzt geprüft am 16-07-2026
Lesezeit: 11 Minuten

Mounjaro ist eine sehr wirksame Behandlung zur Gewichtsabnahme, kann aber mit möglichen Nebenwirkungen einhergehen. In diesem Ratgeber schlüssele ich die Nebenwirkungen auf – von häufigen bis hin zu seltenen und schwerwiegenden – und gebe Ihnen meinen Rat als Ärztin, wie Sie am besten damit umgehen können.

Mit all den Informationen in diesem Ratgeber möchte ich Ihnen alles an die Hand geben, was Sie brauchen, um Mounjaro sicher und wirksam anzuwenden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die häufigsten Nebenwirkungen von Mounjaro betreffen den Magen-Darm-Trakt (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung) und sind in der Regel mild und temporär.
  • Nebenwirkungen werden nach ihrer Häufigkeit eingestuft: „Sehr häufig" betrifft mehr als 1 von 10 Personen, „Gelegentlich" betrifft bis zu 1 von 100 Personen.
  • Zu den schwerwiegenden, aber seltenen Nebenwirkungen zählen eine plötzlich auftretende Entzündung der Bauchspeicheldrüse und schwere allergische Reaktionen, die sofortige ärztliche Hilfe benötigen.
  • Nebenwirkungen treten häufig bereits in den ersten Tagen der Behandlung auf und klingen meist innerhalb weniger Wochen ab, während sich der Körper daran gewöhnt.
  • Häufige Nebenwirkungen lassen sich unter anderem durch Ernährungsanpassungen und die richtige Injektionstechnik in den Griff bekommen. Halten die Nebenwirkungen an, sollten Sie ärztliche Hilfe aufsuchen.

Häufigkeit von Nebenwirkungen: Was die Einstufung bedeutet

Bevor ich auf die einzelnen Nebenwirkungen eingehe, möchte ich kurz erklären, wie die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) Nebenwirkungen einstuft. So wissen Sie besser, was Sie bei der Einnahme von Mounjaro erwarten können.

Einstufung der Nebenwirkung Wie viele Personen betroffen sind Wahrscheinlichkeit in %
Sehr häufig Mehr als 1 von 10 10 % oder mehr
Häufig 1 von 10 - 1 von 100 1 % - 10 %
Gelegentlich 1 von 100 - 1 von 1,000 0.1 % - 1 %
Selten 1 von 1,000 - 1 von 10,000 0.01 - 0.1 %
Sehr selten Weniger als 1 von 10,000 Weniger als 0.01 %

Nebenwirkungen von Mounjaro

Die Nebenwirkungen von Mounjaro variieren stark in Häufigkeit und Intensität. Manche kommen häufiger vor und sind kein Grund zur großen Sorge, andere hingegen sind selten und potenziell schwerwiegend. Hier finden Sie einen Überblick über alle Nebenwirkungen von Mounjaro: zuerst die häufigsten, danach die seltenen, schweren.

Sehr häufige Nebenwirkungen

Die folgenden sehr häufigen Nebenwirkungen betreffen mehr als 1 von 10 Personen:

  • Niedriger Blutzucker*
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Verstopfung

*Bei Personen, die mit Typ-2-Diabetes-Medikamenten behandelt werden

Da Mounjaro hauptsächlich im Magen-Darm-Trakt wirkt, betreffen die häufigsten Nebenwirkungen den Magen-Darm-Trakt. Auch wenn das zu Beginn unangenehm sein kann, hält es bei den meisten nur wenige Tage an, während sich der Körper an das Medikament gewöhnt.

Niedriger Blutzucker ist auch eine sehr häufige Nebenwirkung bei Personen mit Typ-2-Diabetes, die zusätzlich Insulin verwenden. In diesem Fall wird Ihnen möglicherweise eine niedrigere Dosis Ihres anderen Medikaments verschrieben, während Sie Mounjaro anwenden, um die Blutzuckerwerte zu kontrollieren.

Skizze zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Mounjaro mit Stichpunkten und Bildern

Häufige Nebenwirkungen

Die folgenden häufigen Nebenwirkungen betreffen bis zu 1 von 10 Personen:

  • Allergische Reaktion
  • Schwindel
  • Niedriger Blutdruck
  • Verdauungsstörungen
  • Blähbauch
  • Blähungen (Flatulenz)
  • Säurereflux/ Sodbrennen
  • Haarausfall
  • Reaktionen an der Injektionsstelle
  • Schneller Herzschlag
  • Gallensteine
  • Müdigkeit

Häufige Nebenwirkungen sind vielfältiger und stehen seltener im Zusammenhang mit dem Magen-Darm-System. Zwar können einige Verdauungsbeschwerden wie Verdauungsstörungen, Blähbauch, Blähungen und Sodbrennen auftreten, aber sie kommen seltener vor als die zuvor erwähnten sehr häufigen Nebenwirkungen.

Diese und andere Nebenwirkungen, wie Schwindel und Reaktionen an der Injektionsstelle, lassen sich in der Regel gut bewältigen und klingen nach wenigen Tagen ab. Andere (wie Haarausfall, niedriger Blutdruck und Gallensteine) können anhalten und sollten sicherheitshalber ärztlich abgeklärt werden.

Skizze zu den häufigen Nebenwirkungen von Mounjaro mit Stichpunkten und Bildern

Gelegentliche Nebenwirkungen

Die folgenden gelegentlichen Nebenwirkungen betreffen bis zu 1 von 100 Personen:

  • Gallensteine
  • Geschmacksveränderungen
  • Schmerzen an der Injektionsstelle
  • Ungewöhnliche Hautempfindungen

Diese gelegentlichen Nebenwirkungen treten nur bei etwa 1 von 100 bis 1 von 1000 Personen auf, sodass Sie sie wahrscheinlich selbst nicht erleben werden. Falls bei Ihnen dennoch eine dieser Nebenwirkungen auftreten sollte, ist es wichtig, dass Sie sich ärztlich beraten lassen. So können Sie die besten nächsten Schritte besprechen.

Meiner Erfahrung nach sind Nebenwirkungen wie Geschmacksveränderungen oder ungewöhnliche Hautempfindungen meist mild und vorübergehend und klingen ab, sobald sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat. Manche berichten aber, dass diese ihre Lebensqualität beeinträchtigen können, und entscheiden sich womöglich dafür, die Dosis zu senken oder die Behandlung abzubrechen.

Es ist wichtig, dass Sie sich ärztlich beraten lassen, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken. So können Sie gemeinsam einen für Sie passenden Plan entwickeln.

Skizze zu den gelegentlichen Nebenwirkungen von Mounjaro mit Stichpunkten und Bildern

Wann beginnen Nebenwirkungen normalerweise aufzutreten?

Die meisten Nebenwirkungen von Mounjaro treten innerhalb weniger Tage nach der ersten Anwendung auf. Aber sie halten in der Regel nicht sehr lange an, insbesondere die häufigsten Magen-Darm-Beschwerden.

Falls Sie nach der ersten Anwendung leichte Nebenwirkungen bemerken, versuchen Sie sich nicht zu viele Sorgen zu machen. Das bedeutet meist einfach, dass das Medikament wirkt. Treten Nebenwirkungen erst später im Behandlungsverlauf auf, sollten Sie die Ursache ärztlich abklären.

Wie lange dauern die Nebenwirkungen von Mounjaro an?

Die meisten Nebenwirkungen halten nur wenige Tage an, während sich Ihr Körper an das Medikament gewöhnt. Sie können aber etwas länger anhalten. Manche Menschen bemerken sie erst bei höheren Dosen. Bedenken Sie, dass individuelle Reaktionen auf die Behandlung unterschiedlich sein können.

Wenn die Nebenwirkungen anhalten oder stärker werden, brechen Sie die Anwendung von Mounjaro ab und suchen Sie ärztliche Hilfe auf. Möglicherweise muss Ihr Behandlungsplan angepasst werden. Meiner eigenen Erfahrung nach reicht es meist aus, die Dosis zu senken, um das Problem zu beheben. In manchen Fällen musste ich jedoch eine gänzlich andere Abnehmbehandlung empfehlen.

Wann Sie eine Arztpraxis aufsuchen sollten

Manche Nebenwirkungen sind ernsterer Natur und erfordern möglicherweise die Aufmerksamkeit einer medizinischen Fachkraft.

Schwerwiegende Nebenwirkungen:

  • Entzündete Bauchspeicheldrüse (akute Pankreatitis): Das kann anhaltende, starke Schmerzen im Rücken- und Bauchbereich verursachen, mit oder ohne Erbrechen.
  • Schwere allergische Reaktionen: Zu den Symptomen zählen Atembeschwerden, Schwellungen im Gesicht, an den Lippen und im Hals, Schluckbeschwerden sowie ein schneller Herzschlag.

Wenn bei Ihnen nach der Einnahme von Mounjaro Anzeichen einer dieser Beschwerden auftreten, ist es wichtig, umgehend ärztliche Hilfe aufzusuchen. Auch wenn das in den meisten Fällen nicht zutrifft, kann es lebensbedrohlich sein.

Die vollständige Liste der Sicherheitshinweise finden Sie im Beipackzettel.

Umgang mit Nebenwirkungen: Ärztliche Expertentipps

Basierend auf meiner Erfahrung bei der Verschreibung von Mounjaro finden Sie hier meine besten Tipps zum Umgang mit den häufigsten Nebenwirkungen:

Bei Magen-Darm-Nebenwirkungen:

  • Milde Kost: Einfache Nahrung wie Cracker, Toast und Reis schonen Ihren Magen und können die Schwere von Magen-Darm-Beschwerden reduzieren.
  • Kleinere, häufigere Mahlzeiten: Zu große Mahlzeiten auf einmal können Ihr Verdauungssystem belasten. Kleinere Mahlzeiten schonen Ihren Magen.
  • Fettige und scharfe Speisen vermeiden: Diese können Verdauungsprobleme verursachen und Nebenwirkungen verschlimmern. Sie müssen nicht vollständig darauf verzichten, sondern lediglich auf Ihren Konsum achten.
  • Mehr Ballaststoffe essen: Fügen Sie Ihrer Ernährung nach und nach mehr Vollkornprodukte, Obst und Gemüse hinzu. Achten Sie darauf, es nicht zu übertreiben, da zu viele Ballaststoffe auf einmal zu Blähungen führen können.
  • Ausreichend trinken: Trinken Sie viel Wasser, um Ihre Verdauung und Ihre allgemeine Gesundheit zu unterstützen.
  • Injektionszeitpunkt gut auswählen: Eine Injektion am Abend kann Ihnen helfen, die anfängliche Phase der stärksten Übelkeit zu verschlafen.

Bei Reaktionen an der Injektionsstelle:

  • Injektionsstellen wechseln: Nutzen Sie wöchentlich unterschiedliche Bereiche an Oberschenkel, Oberarm und Bauch, um Blutergüsse und Schwellungen zu vermeiden.
  • Medikament auf Raumtemperatur bringen: Wird das Medikament direkt aus dem Kühlschrank injiziert, kann dies manchmal zu Beschwerden führen. Lassen Sie es daher am besten etwa eine Stunde vor der Injektion stehen.
  • Injektionsstelle sauber halten: Reinigen Sie die Injektionsstelle vor der Anwendung mit einem Alkoholtupfer.

Fazit

Mounjaro kann eine sehr wirksame Behandlung zur Gewichtsabnahme sein. Zu wissen, was Sie im Hinblick auf Nebenwirkungen erwarten können und wie Sie damit umgehen, ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung.

Während die meisten Nebenwirkungen mild und vorübergehend sind, sollten Sie bei schwerwiegenden oder anhaltenden Beschwerden umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen. Letztendlich haben Ihre Gesundheit und Sicherheit oberste Priorität. Sie sollten bei Nebenwirkungen nicht schweigend leiden müssen.

Der beste Weg, um die Sicherheit während der Behandlung zu gewährleisten, besteht darin, einer zugelassenen Gesundheitsdienstleistung wie euroClinix zu vertrauen. Wir bieten nicht nur professionelle Beratungsgespräche für eine sichere Verschreibung, sondern unterstützen Sie auch während Ihrer Abnehmreise, einschließlich der Bewältigung möglicher Nebenwirkungen.

Lesen Sie auch: Was sind die möglichen Nebenwirkungen von Wegovy

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