Saxenda (Liraglutid)

Bei Saxenda handelt es sich um ein rezeptpflichtiges Arzneimittel, welches bei der Behandlung von Fettleibigkeit (Adipositas) zum Einsatz kommt. Dabei wirkt es durch die Einschränkung des Hungergefühls unterstützend bei Diäten zur Gewichtsreduktion. Das Schlankheitsmittel wird mithilfe eines Injektionspens verabreicht.

Was ist Saxenda?

Saxenda ist ein effektiver Appetitzügler zur Unterstützung von Diäten bei Personen mit einem Body Mass Index (BMI) von mindestens 30 oder einem BMI von mindestens 27, wenn bereits die Gesundheit durch Folgeerkrankungen von Adipositas beeinträchtigt ist. Dazu gehören unter anderem Typ-2-Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte sowie Bluthochdruck.

Das Medikament wurde vom dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk entwickelt und ist seit Anfang 2015 für den europäischen Markt zugelassen. Der aktive Wirkstoff Liraglutid imitiert ein natürliches Darmhormon, das sogenannte Glucagon-like Peptid 1 (GLP-1). Es beeinflusst das Sättigungsgefühl und kann somit das Hungergefühl hemmen, wodurch in Kombination mit gesunder Ernährung sowie ausreichender Bewegung eine schnelle Gewichtsabnahme möglich gemacht wird.

Wirkungsweise

Liraglutid wurde ursprünglich zur Behandlung von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) entwickelt, da es als Derivat des Hormons GLP-1 blutzuckersenkende Eigenschaften hat. Dieser Effekt wird als Inkretin-Effekt bezeichnet, weshalb Liraglutid auch als Inkretinmimetikum bekannt ist.

Im Gegensatz zum natürlichen GLP-1, welches von den L-Zellen der Darmschleimhaut produziert und innerhalb weniger Minuten durch das Enzym Dipeptidylpeptidase 4 abgebaut wird, wurde die Wirkdauer bei Liraglutid auf 24 Stunden verlängert. Damit wird es stabiler und eignet sich besser zur reglären medizinischen Anwendung.

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In der Behandlung von Diabetes wird die natürliche Wirkung von GLP-1 genutzt, welche die Freisetzung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse verstärkt und die vermehrte Produktion stimuliert. Außerdem senkt GLP-1 die Produktion von Glucagon, welches Glucose aus der Leber freisetzt.

Darüber hinaus hat GLP-1 beziehungsweise Liraglutid jedoch mehrere Eigenschaften, durch die es sich auch für die medikamentöse Behandlung von Adipositas eignet:

  • Die Ausschüttung des Neuropeptid-Hormons Orexin wird gefördert. Dieses beeinflusst das Essverhalten sowie den Schlafrhythmus.
  • Es bindet sich an Hirnrezeptoren im sogenannten Brechzentrum, wodurch schneller ein Sättigungsgefühl hergestellt wird.
  • Der Mageninhalt wird langsamer in den Darm entleert und die Sekretion von Magensaft gehemmt. Dadurch hält die Sättigung länger an.

Im Rahmen der umfassenden Studie "SCALE(TM) Obesity and Prediabetes" wurde die Wirkung von Saxenda als Hilfsmittel bei der Gewichtsreduktion für die Marktzulassung bestätigt. Insgesamt 3731 übergewichtige Patienten wurden über 56 Wochen hinweg mit Liraglutid oder einem Placebo behandelt. Dabei wiesen die Teilnehmer in der Liraglutid-Gruppe nach Abschluss der Untersuchung einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 9,2 Prozent des Startgewichts auf, während die mit Placebos behandelten Patienten im Durchschnitt 3,5 Prozent ihres Körpergewichts verloren.

Dosierung und Anwendung

Saxenda wird mithilfe eines Injektionspens einmal täglich vom Patienten eigenständig verabreicht. Die Dosierung wird über den Behandlungszeitraum zur Schonung des Verdauungstrakts erst allmählich gesteigert und beträgt bei Behandlungsbeginn 0,6 mg Liraglutid täglich, dies entspricht 0,1 ml der Injektionslösung. Diese wird in Schritten von 0,6 mg Liraglutid mehr pro Woche bis auf die Tageshöchstdosis von 3 mg nach fünf Wochen gesteigert. Wird die Dosiserhöhung zwei Wochen in Folge nicht vertragen, sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt ein Abbruch der Behandlung zu überlegen.

Der Wirkstoff wird einmal täglich, vorzugsweise zu den Mahlzeiten, unter die Haut gespritzt. Der Vorgang ist weitgehend schmerzfrei und außer einer hygienischen Umgebung der Einstichstelle ist keine weitere Vorbereitung oder Nachbehandlung notwendig. Bei der Anwendung muss darauf geachtet werden, keine Muskeln oder Venen direkt mit dem Wirkstoff zu injizieren.

In einem Injektionspen sind 18 mg Liraglutid enthalten, wodurch mehrere Anwendungen möglich sind. Das Medikament ist einen Monat nach Anbruch haltbar. Nach vollständiger Nutzung muss der Pen ordnungsgemäß im Hausmüll entsorgt werden. Die Lagerung erfolgt im Kühlschrank bei Temperaturen zwischen 2°C und 8°C. Die Kappe sollte vor und nach der Anwendung immer aufgesetzt werden, um das Liraglutid vor Lichteinfall zu schützen.

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Die Behandlung mit Saxenda sollte ausschließlich im Verbund mit einer gesunden Ernährungsweise sowie ausreichender Bewegung erfolgen. Durch die appetithemmenden Eigenschaften des Arzneimittels wird jedoch ein schnellerer Gewichtsverlust ermöglicht und Ziele eher erreicht, wodurch auch die Motivation der Patienten positiv beeinflusst wird.

Üblicherweise wird das Medikament über einen längeren Zeitraum eingesetzt, bisher gibt es jedoch noch keine ausreichende Datenlage für Therapien, die länger als ein Jahr andauern. Langfristige Behandlungen sollten daher sorgfältig mit dem Arzt besprochen und regelmäßig kontrolliert werden.

Nebenwirkungen

Die Behandlung mit Medikamenten kann immer unerwünschte Nebenwirkungen zur Folge haben, dies muss aber nicht jeden Patienten betreffen. Bei der Anwendung von Saxenda wurden bisher die folgenden möglichen Nebenwirkungen beobachtet:

Sehr häufige Nebenwirkungen (mehr als 10 von 100 Anwendern)
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Häufige Nebenwirkungen (bis zu 10 von 100 Anwendern)
  • Unterzuckerung
  • Schlaflosigkeit
  • Schwindel
  • Geschmacksstörung
  • Mundtrockenheit
  • schneller, unregelmäßiger Herzschlag
  • Verdauungsstörungen
  • Entzündung der Magenschleimhaut
  • aufsteigende Säure in der Speiseröhre
  • Oberbauchschmerzen
  • Blähungen
  • Aufstoßen
  • Bauchspannen
  • Gallensteine
  • Reizungen an der Injektionsstelle
  • Schwäche
  • Erschöpfung

Gelegentliche Nebenwirkungen (bis zu 1 von 100 Anwendern)
  • Austrocknung
  • Herzrasen
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Gallenblasenentzündung
  • Nesselsucht
  • allgemeines Unwohlsein

Seltene Nebenwirkungen (bis zu 1 von 1000 Anwendern)
  • allergische Reaktionen
  • akutes Nierenversagen
  • Beeinträchtigung der Nierenfunktion

In Tierversuchen gab es zudem Hinweise auf eine erhöhtes Risiko für Tumore der Schildrüse durch die regelmäßige Verwendung von Liraglutid. Aufgrund mangelnder Daten kann die mögliche Häufigkeit jedoch noch nicht abgeschätzt werden. Besteht bereits ein erhöhtes Risiko für erblich bedingte Tumorerkrankungen oder gibt es Fälle von Schilddrüsenkrebs in der Familie, sollte von der Behandlung mit Saxenda abgesehen werden.

Wechselwirkungen

Bei der gleichzeitigen Verwendung von Saxenda und anderen Arzneimitteln kann es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen. Dazu gehören die Abschwächung oder Verstärkung der jeweiligen Wirkung sowie ein gefährlich erhöhtes Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen. Aus diesem Grunde muss vor der Behandlung mit Saxenda die Verträglichkeit mit bereits verwendeten Medikamenten sorgfältig geprüft und unter Umständen in Absprache mit dem behandelnden Arzt angepasst werden.

Zu beachten ist vor allem, dass durch die verzögerte Entleerung des Magens bei der Verwendung von Saxenda die Aufnahme von Wirkstoffen anderer oral eingenommener Arzneimittel beeinflusst werden kann. Darüber hinaus kann aufgrund von Durchfall als möglicher Nebenwirkung von Saxenda die Resorption anderer Wirkstoffe gehemmt werden.

Werden bereits Arzneien mit ähnlicher Wirkung wie Liraglutid verwendet, Insulin oder Diabetesmedikamente wie Sulfonylharnstoffe benötigt, sollte Saxenda aufgrund des Risikos für stark sinkende Blutzuckerwerte (Hypoglykämie) nicht verwendet werden.

Zudem können Wechselwirkungen bei der Behandlung mit Wirkstoffen wie Warfarin oder anderen Cumarin-Derivaten, welche schwer löslich sind oder engmaschige Wirkungsbereiche haben, nicht ausgeschlossen werden. Daher sollte besonders zu Beginn der Nutzung von Saxenda eine verstärkte Kontrolle der Blutgerinnung durch regelmäßige Prüfung des Quick-Werts erfolgen.

Gegenanzeigen

Bestimmte gesundheitliche Bedingungen schließen die Behandlung mit Saxenda allgemein aus. Dazu gehören eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Liraglutid sowie akute oder vergangene Schilddrüsenerkrankungen, auch in der Familie. Auch während einer Schwangerschaft sowie in der Stillzeit darf das Medikament nicht verwendet werden. Wird bereits ein anderes Arzneimittel zur Gewichtsregulierung verwendet, darf Saxenda nicht zusätzlich geutzt werden. Die Behandlung ist zudem nur für Personen zwischen 18 und 75 Jahren zugelassen. Weitere Gegenanzeigen sind:

  • Adipositas aufgrund von endokrinologischen Störungen, Essstörung oder als Nebenwirkung anderer Arzneimittel
  • schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
  • Diabetes Typ I, Ketoazidose, diabetische Magenlähmung
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Herzmuskelschwäche
  • Herz- oder Hirngefäßerkrankungen
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Quellen:

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