Wirkstoff Avanafil

Avanafil ist ein Arzneistoff zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (Erektionsstörung, Impotenz) des Mannes. Zusammen mit Sildenafil (Viagra), Tadalafil (Cialis) und Vardenafil (Levitra) gehört er zur Wirkstoffgruppe der Phospodieestrase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer). Die US-Zulassung von Avanafil erfolgte im Jahr 2012 unter dem Handelsnamen Stendra. In der EU wurde das Medikament unter dem Handelsnamen Spedra ein Jahr später zugelassen.

Wie kommt eine Erektion zustande?

Eine Erektion entsteht durch komplexe physiologische Vorgänge, an denen das zentrale Nervensystem, der Blutkreislauf und die Penismuskulatur beteiligt sind. Auf zellulärer Ebene erfolgt ihre Steuerung durch Enzyme und verschiedene neuronale Botenstoffe.

Erigierter Penis

In sexuell erregtem Zustand werden die drei Schwellkörper des Penis stark durchblutet, hierdurch können sie um das Drei- bis Vierfache größer werden. Ausgelöst wird dieser Vorgang durch Stickstoffmonoxid (NO), das direkt in den Schwellkörpern gebildet wird und seinerseits die Produktion des Enzyms Guanylatzyklase und damit auch des Neurotransmitters cGMP (Cyclisches Guanosinmonophosphat) aktiviert.

cGMP senkt den Kaliumspiegel in den Muskelzellen, so dass diese sich entspannen. Durch die Erschlaffung der glatten Muskulatur der Penisarterien kommen die Durchblutung der Schwellkörper und damit die Erektion in Gang. Sie klingt ab, wenn das Enzym Phospodiesterase-5 (PDE-5) mit dem Abbau von cGMP beginnt. Hierdurch setzt die Arterienkontraktion wieder ein, der Blutzufluss in die Schwellkörper wird gestoppt.

Entstehung einer Erektion

Ursachen der erektilen Dysfunktion

Eine erektile Dysfunktion liegt vor, wenn innerhalb eines halben Jahres mindestens 70 Prozent aller geplanten Sexualkontakte nicht erfolgen können, weil keine Erektion entsteht oder diese zum Vollzug des Sexualverkehrs nicht ausreicht.

Ursachen für Erektionsstörungen sind oft Gefäßveränderungen oder Stoffwechselkrankheiten sowie Stress und andere psychische. Auf zellulärer Ebene ist immer auch eine gestörte Balance zwischen cGMP und PDE-5 beteiligt.

Wie wirkt Avanafil?

Avanafil hemmt die Ausschüttung von PDE-5. Damit wirkt es dem vorzeitigen Abbau von cGMP entgegen und fördert damit das Entstehen sowie Stärke und Dauer einer Erektion. Solange seine Wirkung anhält, sind ohne erneute Tabletteneinnahme auch mehrere Erektionen möglich. Voraussetzungen für seine Wirksamkeit sind jedoch sexuelle Reize und persönliches Begehren.

Wirkungsweise von PDE-5

Der größte Vorteil von Avanafil ist allerdings, dass es eine Erektion in nur 15 Minuten hervorrufen kann. Klinischen Studien haben bewiesen, dass 80% der Probanden eine zufriedenstellende Erektion erlangen konnten. Während der Forschung zu Avanafil haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das neue Impotenz-Medikament genauso gut wie Viagra wirkt, allerdings nicht zu niedrigem Blutdruck bei Patienten, die Nitroglycerin einnehmen, führt.

Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Medikamenten aus der Reihe der PDE-5-Hemmer ist, dass Avanafil gezielter auf PDE-5 einwirkt und nicht gleichzeitig auch andere Enzyme der PDE-Gruppe beeinflusst. Die Nebenwirkung können somit verringert werden.

Dosierung und Einnahme von Avanafil

Avanafil (Spedra) ist in Tablettenform mit Wirkstoffkonzentrationen von 50, 100 oder 200 mg verfügbar. Die empfohlene Einstiegsdosis sind 100 mg. Die Tabletten werden unzerkaut mit etwas Wasser eingenommen. Die Einnahme nach einer fettreichen Mahlzeit kann die Wirksamkeit von Avanafil vermindern.

Die erektionsfördernde Wirkung setzt innerhalb einer halben Stunde ein, nach 30 bis 45 Minuten wird die höchste Konzentration im Blutplasma erreicht. Avanafil wirkt zwischen sechs und 17 Stunden, in dieser Zeit darf keine weitere Tablette eingenommen werden.

Nebenwirkungen

Die häufigste Nebenwirkung von Avanafil sind Kopfschmerzen, unter denen über zehn Prozent der Verwender leiden. Gelegentlich kann es zu Schläfrigkeit, Schwindelgefühlen, unregelmäßigem Herzschlag oder Palpitationen - der bewussten Wahrnehmung des eigenen Herzschlags - kommen.

Zu den seltenen Nebenwirkungen gehören grippeähnliche Symptome, Stimmungsveränderungen, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herzbeschwerden, vorzeitige Samenergüsse sowie Veränderungen bestimmter Blutwerte oder des Urins.

Sehr selten treten Hör- oder Sehstörungen bis zum temporären Verlust des Hör- und Sehvermögens auf. Ebenfalls sehr selten sind schmerzhafte Dauererektionen ohne Lustempfinden.

Häufige Nebenwirkungen
  • Kopfschmerzen
  • Hitzegefühl
  • Nasenverstopfung

Gelegentliche Nebenwirkungen
  • Schwindel
  • Schläfrigkeit
  • unregelmäßiger Herzschlag

Seltene Nebenwirkungen
  • Schlafstörungen
  • Verdauungsstörungen
  • Bluthochdruck

Sehr seltene Nebenwirkungen
  • Hör- oder Sehstörungen
  • temporärer Verlust des Hör- oder Sehvermögens
  • Dauererektion

Wechselwirkungen

Nitrate und einige andere NO-Donatoren (Amylnitrit, Glycerinnitrat) dürfen nicht zusammen mit Avanafil angewendet werden. Die wechselseitige Wirkungssteigerung der Präparate kann einen lebensgefährlichen Blutdruckabfall nach sich ziehen.

Einige Virustatika zur HIV-Therapie (Atazanavir, Nelfinavir, Ritonavir) sowie bestimmte Antimykotika (Mittel zur Pilzbehandlung), Antibiotika und Antiepileptika dürfen ebenfalls nicht zusammen mit Avanafil verwendet werden.

Vorsicht ist bei einer parallelen Verwendung von Alpha-Blockern geboten. Sie werden zur Behandlung von Bluthochdruck und gutartigen Veränderungen der Prostata verordnet. Meist ist hier jedoch der Wechsel zu Präparaten möglich, die mit Avanafil verträglich sind.

Während der Verwendung von Avanafil sollten keine größeren Mengen Alkohol getrunken werden, da Alkohol als Blutdrucksenker wirkt und die Fähigkeit zur Erektion vermindern kann.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Avanafil ist verschreibungspflichtig und darf nur von erwachsenen Männern angewendet werden.

Strikte Kontraindikationen sind:

  • Bekannte Allergien gegen diesen Wirkstoff.
  • Schwere Funktionseinschränkungen von Leber und Nieren.
  • Schwere Herz-Kreislauf-Leiden.
  • Nicht eingestellter Bluthochdruck.
  • Zu niedriger Blutdruck mit einem systolischen Wert < 90 mmHG.
  • Bestimmte Augenerkrankungen (Störungen der Sehnerven, erbliche Netzhautkrankheiten) oder eine familiäre Disposition dafür.

Bei leichten bis mittelschweren Leber- und Nierenfunktionsstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird die Verordnung von Avanafil nur nach einer besonders sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.


Quellen:

  1. Avanafil.. Gesundheitsportal Onmeda gofeminin GmbH URL: onmeda.de
  2. 81 Urologika und Mittel zur Behandlung der Hyperkaliämie und Hyperphosphatämie. Govi Verlag. URL: pharmazeutische-zeitung.de
  3. Avanafil for the treatment of erectile dysfunction: a multicenter, randomized, double-blind study in men with diabetes mellitus. Goldstein I. et al. URL: ncbi.nlm.nih.gov
  4. Tolerability and pharmacokinetics of avanafil, a phosphodiesterase type 5 inhibitor. Jinah Jung, MD et al. URL: sciencedirect.com

Zuletzt aktualisiert: 22.02.2016
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