Potenzmittel, Potenzpillen

Potenzmittel

Etwa jeder 5. Mann leidet manchmal an Potenzproblemen. Ursachen von erektiler Dysfunktion (Impotenz, Erektionsstörung) können körperlich, psychisch oder durch schlechten Lebensstil bedingt sein. Zur Behandlung steht Betroffenen eine Vielzahl an geeigneten Präparaten zur Verfügung.

Definition: erektile Dysfunktion

Bei einer Erektionsstörung kann der Mann auch unter sexueller Erregung entweder keine ausreichend harte Gliedversteifung ausbauen oder diese nicht lange genug für befriedigenden Geschlechtsverkehr aufrecht erhalten. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig und reichen von fortgeschrittenem Alter, einem ungesunden Lebensstil, Erkrankungen zu psychischen Auslösern.

Das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5), das für den Abbau der Erektion und der Verkrampfung der Muskulatur um den Schwellkörper, die den Blutzufluss in den Penis regulieren, zuständig ist, wird bei Männern mit Potenzproblemen häufig zu früh ausgeschüttet.

Durch die frühzeitige Ausschüttung von PDE-5 wird der Botenstoff cyclisches Guanosinmonophosphat (cGMP) abgebaut. Dieser Stoff bewirkt eine Entspannung der Schwellkörpermuskulatur, wodurch mehr Blut in den Penis fließen kann. Zudem hat cGMP gefäßerweiternde Eigenschaften, die das Entstehen und die Aufrechterhaltung einer Erektion begünstigen.

Hat ein Mann Probleme eine Gliedversteifung zu erreichen oder aufrecht zu erhalten stehen ihm heutzutage zahlreiche Hilfsmittel und Präparate zur Verfügung.

Rezeptpflichtige Potenzmittel

Die wirkungsvollsten Medikamente bei Potenzproblemen sind verschreibungspflichtig in der Apotheke erhältlich. Vor der Einnahme ist ein beratendes Gespräch mit einem Arzt notwendig. Dieser entscheidet auch über das ideale Präparat.

Die derzeit in der EU zugelassenen Arzneien zur Behandlung von erektiler Dysfunktion zählen zur Gruppe der PDE-5-Hemmer. Die in den Arzneien beinhalteten Substanzen blockieren PDE-5, das den Abbau einer Erektion bewirkt. Obwohl die Medikamente aus der Reihe der PDE-5-Hemmer die gleiche Wirkung aufweisen, unterscheiden sie sich in ihrer Wirkungsdauer, der Nebenwirkungen und der Einnahmeform.

Viagra

Das erste und bekannteste Potenzmittel ist Viagra von dem Pharmahersteller Pfizer. Es wurde 1998 erstmals zugelassen und erfreut sich seitdaher an großer Beliebtheit. Der Handelsname Viagra wird mittlerweile sogar häufig als Synonym für Potenzmittel verwendet. Der Hauptwirkstoff der Arznei ist Sildenafil.

Viagra

Viagra wird in 3 verschiedenen Dosierungen angeboten. Die Wirkung tritt in etwa 30 bis 50 Minuten nach Einnahme ein und hält für ca. 4 bis 5 Stunden an. Während dieser Zeit können mehrfach Erektionen gebildet werden.

Cialis

Die Arznei von Lilly mit dem Wirkstoff Tadalafil überzeug vor allem mit seiner langen Wirkungsdauer. Die Tablette wird 30 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen und wirkt bis zu 36 Stunden lang. Aufgrund der langen Halbwertszeit wird Cialis auch als "Wochenendpille" bezeichnet.

Cialis

Das Präparat ist mit jeweils 10mg oder 20mg Tadalafil pro Tablette erhältlich. Zudem wird der Wirkstoff in geringerer Dosierung als Cialis Einmal Täglich vertrieben. Diese Form kann, wie der Name schon sagt, unbedenklich jeden Tag eingenommen werden während nach Einnahme des regulären Cialis Präparat eine Pause von 36 Stunden eingelegt werden sollte.

Levitra

Das Potenzmittel von Bayer basiert auf dem Wirkstoff Vardenafil. Besonders geschätzt wird, dass eine Erektion bereits nach 10 bis 25 Minuten eintreten kann und somit relativ spontaner Sex möglich ist. Die Wirkung hält ca. 4 bis 5 Stunden an.

Levitra

Das Arzneimittel ist in zwei verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Unter dem Handelsnamen Levitra werden Filmtabletten verkauft, während unter Levitra Orodispersible Schmelztabletten vertrieben werden. Die Schmelztablette ist diskreter in der Einnahme und leichtert Anzuwenden für ältere Männer.

Spedra

2013 erst zugelassen, ist Spedra der neueste PDE-5-Hemmer auf dem europäischen Markt. Das Medikament beinhaltet den Wirkstoff Avanafil und ist in Tablettenform erhältlich. Nach 15 Minuten wird eine Erektion ermöglicht. Die Wirkung kann bis zu 6 Stunden anhalten.

Spedra

Generika

Generika sind Nachahmepräparate, die eine Kopie eines unter Markennamen auf dem Markt erhältlichen Medikaments ist. Generika enthalten den gleichen Wirkstoff wie das Original, können aber billiger angeboten werden, da zumeist die Forschungskosten entfallen. Bezüglich der Hilfsstoffe kann sich das Generikum jedoch von der Originalarznei unterscheiden. Generika werden häufig unter dem Namen des Wirkstoffs mit dem Zusatz des Herstellers verkauft.

Seit dem Ablauf des Patents für Viagra 2013 dürfen Generika mit Sildenafil legal in Europa verkauft werden. Diese werden von verschiedenen Herstellern unter unterschiedlichen Namen, z.B. Sildenafil Sandoz, SildeHEXAL oder Sildenafil AbZ, angeboten.

Es gilt zu beachten, dass auch Generika von verschreibungspflichtigen Medikamenten nur mit gültigem Rezept erworben werden dürfen. Bietet ein Anbieter im Internet diese rezeptfrei an, ist das illegal.

Vorsicht geboten ist bei Kamagra. Dieses in Indien hergestellte Medikament basiert auf den Inhaltsstoff Sildenafil, jedoch ist es in der EU nicht zugelassen, da es nicht nach europäischen Richtlinien auf seine Gefährlichkeit geprüft wurde.

Topische Medikation

Topische Arzneimittel werden lokal angewendet. Zur Behandlung von Erektionsstörungen stehen Betroffenen folgende topische Anwendungsmethoden zur Verfügung:

  • Schwellkörperinjektion
    Alprostadil ist ein Wirkstoff der durchblutungssteigernd und gefäßerweiternd wirkt und bei Potenzproblemen in die Schwellkörper des Penis injiziert werden kann. Die Dosierung und Einstichstechnik muss vor erstmaliger Anwendung unter ärztlicher Aufsicht erlernt werden. Bei richtiger Anwendung versteift sich das Glied nach wenigen Minuten. Die Erektion kann ca. eine Stunde bestehen.
  • Transurethrale Verabreichung
    Diese Methode sieht vor, dass der Wirkstoff in Form eines kleinen Zäpfchens in die Harnröhre eingeführt wird.
  • Äußerliche Auftragung
    Bei der äußerlichen Auftragung wird Creme, die Alprostadil enthält, auf die Harnröhrenmündung und Eichel aufgetragen und gelangt über die Blutgefäße in die Schwellkörper. Innerhalb von 5 bis 30 Minuten kann es zur Erektion kommen.

Rezeptfreie Potenzmittel

Neben verschreibungspflichtigen Arzneien zur Behandlung von Erektionsstörungen können in der Apotheke ebenfalls rezeptfreie Potenzmittel erworben werden. Diese basieren zumeist auf natürlichen Inhaltsstoffen. Ihre Wirksamkeit wurde zumeist noch nicht in Studien belegt.

Arginmax ist ein Nahrungsergänzungsmittel, mit L-Argin, Giseng, Ginko und Antioxidantien. Eine Tablette von Arginmax enthält eine hohe Dosierung der Aminosäure Argin, die die Stickstoffmonoxidbildung begünstigt, welche sich wiederum auf die Durchblutung der Schwellkörper auswirken kann.

Prelox ist ein Präparat, das hauptsächlich Argin und Pycnogenol enthält. Pycnogenol ist eine Substanz, die den Blutfluss positiv beeinflussen soll.

Iuventrin gilt ebenfalls als Nahrungsergänzungsmittel. Es besteht aus einer Kombination aus Rosmarin, Schachtelhalm und Brennessel. Das Mittel soll die generelle Leistungsfähigkeit und auch die Erektionsfähigkeit erhöhen.

Potenzsteigernde Lebensmittel

Einer Reihe von Nahrungsmittel wird eine potenzsteigernde Wirkung zugeschrieben. Zumeist regen diese Lebensmittel die Stickstoffmonoxid-Produktion an, die die Bildung und Aufrechterhaltung einer Erektion positiv beeinflussen kann.

Zudem sind Spurenelemente wie Zink und ausreichend Vitamine wichtig für die Produktion von Testosteron. Wassermelonen, Kirschen, Blaubeeren, Austern, Eier und Lachs gelten als besonders potenzfördernde Lebensmittel. Eine gesunde Ernährung wirkt sich nicht nur positiv auf die Potenz, sondern auch auf das generelle Wohlbefinden aus.


Quellen:

  1. Generika – ein Update. Österreichischer Apothekerverband. URL: apoverlag.at
  2. Was sind Generika? ratiopharm GmbH. URL: ratiopharm.de
  3. Welche natürlichen Potenzmittel wirklich wirken. WeltN24 GmbH . URL: welt.de

Zuletzt aktualisiert: 01.04.2016
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