Neben- und Wechselwirkungen von Viagra

Viagra ist der Markenname eines Medikaments, das den Wirkstoff Sildenafil enthält. Dieser Wirkstoff wurde früher zur Behandlung von Angina Pectoris und Bluthochdruck eingesetzt. Sildenafil gehört zur Gruppe der PDE5-Hemmer und wurde im Rahmen der Entwicklung von Viagra als hochwirksames Potenzmittel entdeckt.

Das Medikament Viagra wird zur Behandlung von Erektionsstörungen, unter der medizinischen Bezeichnung als erektile Dysfunktion bekannt, eingesetzt.

Diese erektile Dysfunktion kann nur von einem Arzt diagnostiziert werden, der dafür eine gründliche physische Untersuchung des Patienten durchführt. Zusätzlich muss der Arzt den Zustand der Blutgefäße sowie das Herz-Kreislauf-System des Patienten prüfen, bevor er Viagra verschreiben kann, da der Wirkstoff Sildenafil gefäßerweiternd wirkt, und dies zu unterschiedlichen Nebenwirkungen führen kann.

Nebenwirkungen: Welche Begleiterscheinungen können auftreten?

Durch die Einnahme von Viagra kann es zu einer Reihe von Nebenwirkungen kommen. Viele davon sind eher leicht ausgeprägt und treten nur für die Dauer der Wirkung von Viagra auf.

Zu den häufigsten leichten Nebenwirkungen gehören Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Rötungen des Gesichts, Schwindelgefühle, Schnupfen, Herzklopfen, Muskel- und Rückenschmerzen sowie Probleme mit den Augen und Ohren. Auftretende Nebenwirkungen sollten in jedem Fall dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden.

Zu den schweren Nebenwirkungen gehören Beschwerden wie Herzprobleme, Ohnmachtsanfälle, ein zu niedriger oder zu hoher Blutdruck sowie Schlaganfälle. Treten Nebenwirkungen in diesen Ausmaßen auf, sollte Viagra sofort abgesetzt und ein Arzt konsultiert werden. Der Wirkstoff Sildenafil kann in seltenen Fällen allergische Reaktionen sowie Durchblutungsstörungen des Sehnervs hervorrufen. Dies kann zu Sehschäden bis hin zur vollkommenen Erblindung führen. Zudem können in seltenen Fällen die Wirkstoffe von Viagra das Hörvermögen, bis hin zur Taubheit, beeinträchtigen.

Sehr häufige Nebenwirkungen
  • Kopfschmerzen
  • Hitzegefühl
  • Durchfall
  • Verdauungsstörungen
  • Gliederschmerzen
  • Flush

Häufige Nebenwirkungen
  • Schwindel
  • verstopfte Nase
  • unscharfes Sehen
  • Husten
  • Nasenbluten
  • Sodbrennen
  • Schlaflosigkeit
  • Herzklopfen
  • Augenreizungen

Gelegentliche Nebenwirkungen
  • Überempfindlichkeitsreaktione
  • Herzrhytmusstörungen
  • Erbrechen
  • Erektionsverlängerung
  • schmerzhafte Erektion
  • Hautausschlag
  • blutunterlaufene Augen
  • Bluthochdruck
  • niedriger Blutdruck

Um das Risiko von Nebenwirkungen durch die Einnahme von Viagra zu minimieren, darf die Tagesdosis von Sildenafil nicht überschritten werden. Das Präparat darf deshalb nur genau nach Anweisung des Arztes eingenommen werden. Denn der behandelnde Arzt kann hinsichtlich eventueller Vorerkrankung Viagra so dosieren, dass die Gefahr von schweren Nebenwirkungen in Grenzen gehalten wird.

Wechselwirkungen: Mit welchen Medikamenten darf Viagra nicht kombiniert werden?

Andere Medikamente können die Wirkung von Viagra beeinträchtigen. Aus diesem Grund muss der behandelnde Arzt genau über die Einnahme von anderen Medikamenten informiert werden, damit diese nicht zu Wechselwirkungen oder zu Nebenwirkungen mit schweren Folgeschäden führen.

Viagra darf keinesfalls zusammen mit Präparaten eingenommen werden, die den Wirkstoff Glyceroltrinitrat enthalten. Dieser Wirkstoff ist in Medikamenten für die Behandlung von akuter Herzenge zu finden. Die Wirkstoffe Isosorbid dinitrat und Isosorbid mononitrat, die beide zur Behandlung von Angina pectoris verschrieben werden, können ebenfalls Wechselwirkungen auslösen. Zu den Wirkstoffen, die keinesfalls zusammen mit Viagra eingenommen werden dürfen, zählt zudem Molsidomin, der als Prophylaxe von Angina pectoris Anfällen eingesetzt wird.

Viagra

Viele blutdrucksenkende Medikamente können zusammen mit Viagra zu einem starken Abfall des Blutdrucks sorgen, der tödliche Folgen mit sich ziehen kann. Darüber hinaus erhöhen Nitrate die Blutgefäßerweiterungsfähigkeit von Viagra. Die Einnahme von Nitraten und diversen Antibiotika gemeinsam mit Viagra kann den Blutdruck ebenfalls sehr stark senken, was ein hohes Gesundheitsrisiko darstellt.

Hepatitis- oder HIV-Erkrankte sollte von einer Viagra-Anwendung absehen, da Medikamente gegen HIV, Hepatitis C sowie gegen Pulmonale arterielle Hypertonie ebenfalls zu Wechselwirkungen führen können.

Müssen regelmäßig Alphablocker eingenommen werden, sollte der Patient unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen. Denn wird während einer Alphablocker-Therapie Viagra eingenommen, ist die Gefahr einer symptomatischen Hypotonie, also einem starken Abfall des Blutdrucks, besonders groß. Dieser Abfall des Blutdrucks tritt in der Regel etwa innerhalb der ersten vier Stunden nach der Einnahme von Viagra auf.

Durch die Wechselwirkung zwischen den einzelnen Wirkstoffen kann die Wirkung der jeweiligen Medikamente beeinträchtigt oder zur Gänze vermindert werden. Im entgegengesetzten Fall können die Wirkstoffe zu einer erhöhten Konzentration im Blut führen. Dadurch kann eine genaue Dosierung nicht gewährleistet werden. Durch einen großen zeitlichen Abstand zwischen den unterschiedlichen Präparaten lassen sich die Wechselwirkungen in manchen Fällen abschwächen. Welche Medikamente in welcher Form trotzdem zusammen mit Viagra eingenommen werden dürfen, kann nur ein Arzt entscheiden.

In jedem Fall hängt die Art und Weise, wie Wechselwirkungen auftreten, von der Reaktion des jeweiligen Körpers ab, die ganz individuell auftreten. Nur der behandelnde Arzt kann entscheiden, welche Medikamente gemeinsam mit Viagra eingenommen werden dürfen, da er über die notwendigen Fachkenntnisse und Erfahrungen verfügt.

Hinsichtlich der Wechselwirkungen ist wichtig zu wissen, dass die Wirkstoffe von natürlichen Lebensmitteln den Spiegel von Sildenafil im Körper erhöhen können. Dies passiert, indem diese die Konzentration im Blut steigern. Viagra sollte deshalb niemals zusammen mit Grapefruits oder Grapefruitsaft eingenommen werden, da Grapefruits Enzyme frei setzen, die den Abbau von Sildenafil im Körper verlangsamen. Dadurch wird die Konzentration von Viagra im Blut erhöht, was zu einem niedrigen Blutdruck führt.

Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit und Schwindel wird durch Alkoholkonsum während der Einnahme von Viagra möglicherweise verstärkt.

Gegenanzeigen: Wann darf Viagra nicht angewendet werden?

Der Wirkstoff von Viagra darf nicht angewendet werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegen Sildenafil besteht. Bei gleichzeitiger Einnahme von gefäßerweiternden, auf Nitraten basierte Mitteln darf Viagra nicht eingenommen werden. Dazu sollte auf eine Einnahme von Viagra verzichtet werden, wenn eine Therapie mit Alpha-Sympatholytika Vorrang hat. Denn dies kann zu einem starken Blutdruckabfall, und einer lebensbedrohlichen Situation führen.

Die Wirkung von Sildenafil wird zudem durch die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten mit den Wirkstoffen Ketoconazol, Itraconazol (Pilzmittel) und Anti-Vitus-Mittel Ritonavir verstärkt.

Weiters darf Viagra nicht bei bestehenden schweren Herz-Kreislauf-Erkrankugnen eingenommen werden, wie beispielsweise einer schweren Herzmuskelschwäche oder einer instabilen Angina Pectoris.

Liegt ein Schlaganfall weniger als sechs Monate zurück, oder trat ein Herzinfarkt in den vergangenen drei Monaten auf, so ist ebenfalls auf die Einnahme von Viagra zu verzichten.

Weitere Erkrankungen, die eine Einnahme von Viagra ausschließen, sind schwerer Lungenhochdruck der Klasse IV, schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, niedriger Blutdruck mit einem Systolenwert unter 90 mmHg sowie Erkrankungen oder Schädigungen des Sehnervs bzw. der Augennetzhaut.

Bei den folgenden Erkrankungen darf Viagra nur eingenommen werden, wenn die Risiko-Nutzen-Abwägung sorgfältig von einem Arzt durchgeführt wurde. Dazu zählen Störungen der Blutdruckkontrolle, Störungen der Blutgerinnung, wie beispielsweise bei Leukämie oder Plasmozytom, bei Missbildungen des Penis, bei schweren arteriellen Durchblutungsstörungen, insbesondere im Bereich der Hautschlagader, bei Zwölffingerdarm- und Magengeschwüren sowie bei schmerzhaften Dauererektionen. Eine Einnahme von Viagra sollte unbedingt bei Leberfunktionsstörungen oder einer Nierenschwäche von einem Arzt abgesegnet werden.


Quellen:

  1. Beipackzettel Viagra 100 mg.. Wort & Bild Verlag. URL: apotheken-umschau.de

  2. Fachinformation Viagra. Pfizer Deutschland GmbH. URL: pfizermed.de

Veröffentlicht am: 12.07.2016
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