Pille danach: Wirkung, Anwendung, Sicherheit

Die Pille danach enthält als Wirkstoff entweder das synthetische Gestagen Levonorgestrel oder Ulipristalacetat, einen Stimulator des Progestoren-Rezeptors. Beide Stoffe bewirken eine Verzögerung des Eisprungs, wodurch die Befruchtung der Eizelle verhindert wird. Damit die Pille danach wirksam als Notfallverhütungsmittel eingesetzt werden kann, muss das Präparat jedoch rechtzeitig nach dem ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. In den meisten Fällen weist die Anwendung der Pille danach eine sehr zuverlässige Wirkung sowie eine gute Verträglichkeit auf.

Anwendung & Wirkung der Pille danach

Es gibt im Allgemeinen viele Möglichkeiten, sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen. Dazu zählen die Antibabypille, das Verhütungspflaster, der Verhütungsring, die Hormonspritze sowie Kondome. Zwar haben diese Verhütungsmethoden jeweils eine sehr hohe Wirksamkeit, allerdings kann durch mögliche Verhütungspannen keine absolute Sicherheit garantiert werden.

Wenn beispielsweise die korrekte Einnahme der Antibabypille versäumt wird, es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommt oder das Kondom während des Geschlechtsverkehrs reißt, kann auf eine Notfallverhütung mit der sogenannten Pille danach zurückgegriffen werden. Diese enthält eine sehr hohe Dosierung der Wirkstoffe, um einen effektiven Schwangerschaftsschutz zu gewährleisten. Daher darf eine Anwendung nur im Ausnahmefall erfolgen. Für eine optimale Wirkung sollte die Pille danach so früh wie möglich eingenommen werden.

Inhaltsstoffe & verfügbare Präparate

Präparate zur Notfallverhütung in Pillenform enthalten meistens das künstliche Gestagen Levonorgestrel, welches auch in vielen regulären Antibabypillen verwendet wird. In Deutschland ist Levonor Aristo (entspricht PiDaNa und Levonelle) als Pille danach mit Levonorgestrel verfügbar. Diese kann bis zu 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden, allerdings nimmt die Wirkung mit der Zeit ab. Bei einer Einnahme innerhalb von 24 Stunden werden klinischen Studien zufolge 95 Prozent der erwarteten Schwangerschaften verhindert.

Alternativ sind seit einigen Jahren auch Präparate mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat erhältlich, dazu gehört die Pille danach ellaOne. Pillen mit Ulipristalacetat können bis zu fünf Tage später angewendet werden, jedoch gilt wie bei Pillen mit Levonorgestrel die Empfehlung, dass eine Einnahme möglichst frühzeitig erfolgen sollte. Auch hier kann nach erfolgtem Eisprung keine schwangerschaftsverhütende Wirkung mehr erreicht werden.

Notfallverhütung Wirkung

Unabhängig vom verwendeten Inhaltsstoff sorgt die Pille danach dafür, dass der Eisprung verzögert wird. Eingedrungende Spermien sterben somit ab, bevor der Eisprung wieder stattfindet und eine Befruchtung wird verhindert. Zudem wird bei Levonorgestrel vermutet, dass auch die Beweglichkeit und Funktion der Spermien herabgesetzt wird. Auch wird die Schleimhaut des Gebärmutterhalses verdickt, wodurch ein Vordringen der Spermien in die Gebärmutter unwahrscheinlicher wird.

Die Spirale danach

Abgesehen von der Einnahme als Pille gibt es zur Notfallverhütung auch die Möglichkeit eines Intrauterinpessars, die sogenannte Spirale danach. Dabei wird eine T-förmige Spirale innerhalb von fünf Tagen (120 Stunden) nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr in die Gebärmutter eingeführt. Diese wirkt durch Abgabe von Kupfer hemmend auf Spermien und verhindert die Einnistung eines befruchteten Eis in der Gebärmutterschleimhaut.

Die Spirale danach kann zum Einsatz kommen, wenn eine hormonelle Notfallverhütung aus medizinischen Gründen nicht möglich ist. Zudem verliert sie im Gegensatz zu den Präparaten in Pillenform nicht stündlich an Wirksamkeit und kann auch noch wirken, wenn der Geschlechtsverkehr im Zeitraum des Eisprungs stattgefunden hat.

Wie lange kann ich die Pille danach einnehmen?

Die Wirkungsdauer der Pille danach beträgt je nach Präparat und Wirkstoff drei bis fünf Tage (72 bis 120 Stunden). In diesem Zeitraum erreicht die Pille danach eine sehr hohe Effektivität zur Vermeidung einer ungewollten Schwangerschaft.

Dabei muss jedoch beachtet werden, dass mit zunehmend verstreichender Zeit die Wirksamkeit der Präparate nachlässt. Wird die Pille danach bis zu 12 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen, ist der Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft am zuverlässigsten. Im Zweifelsfall sollte die Anwendung mit einem Frauenarzt abgesprochen werden.

Auch ist zu beachten, dass es sich bei der Pille danach nicht um ein Mittel zur Abtreibung handelt und sie nur zur schwangerschaftsverhütenden Behandlung verwendet werden kann. Eine Anwendung über den erfolgten Eisprung hinaus oder nach erfolgter Befruchtung ist nicht möglich.

Wie sicher ist die Pille danach?

Eine Schwangerschaft trotz Pille danach ist sehr selten, sofern die Pille rechtzeitig eingenommen wurde. Bei Präparaten mit Levonorgestrel liegt das Risiko für eine ungewollte Schwangerschaft bei etwa 0,6% in den ersten 24 Stunden. Dieses Risiko erhöht sich auf 1,2% am zweiten und 2,7% am dritten Tag.

Präparate mit Ulipristalacetat weisen eine ähnliche Wirksamkeit auf. In Vergleichsstudien kam es bei einer korrekten Einnahme innerhalb der ersten 72 Stunden bei 1,5% der untersuchten Fälle zu einer Schwangerschaft, womit 85% bzw. 73% der zu erwartenden Schwangerschaften verhindert wurden. In einer weiteren klinischen Studie zur Einnahme 48 bis 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr erhöhte sich die Quote auf 2,1%. Entsprechend wurden 61% der zu erwartenden Schwangerschaften verhindert.

Werden gleichzeitig andere Medikamente wie Antibiotika eingenommen, sollten mögliche Wechselwirkungen mit dem Arzt abgeklärt werden, da diese die Zuverlässigkeit der Pille danach einschränken können.

Kann die Pille danach mehrfach eingenommen werden?

Die Pille danach enthält Wirkstoffe in sehr hoher Dosis, weshalb die mehrfache Einnahme möglichst zu vermeiden ist. Grundsätzlich ist es jedoch möglich, mehr als einmal ein Notfallkontrazeptivum wie die Pille danach zu nutzen. Die Wirksamkeit der Pille danach wird durch die mehrfache Anwendung nicht eingeschränkt.

Es sollte jedoch beachtet werden, dass es bei hohen Hormondosen zu Unregelmäßigkeiten des Zyklus kommen kann. Da der Hormonhaushalt einige Zeit braucht, um sich neu zu regulieren, sollte bis zum Ende des laufenden Zyklus zusätzlich eine nicht-hormonelle Verhütungsmethode angewendet werden.

Außerdem ist eindeutig darauf hinzuweisen, dass die Pille danach nicht zur dauerhaften Verhütung geeignet ist. Traditionelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille, Spirale oder Kondome bieten dazu einen höheren Schutz vor ungewollten Schwangerschaften.

Ist die Pille danach eine Abtreibungspille?

Teilweise wird die Pille danach mit einer Abtreibungspille gleichgesetzt oder verwechselt, dies ist jedoch falsch. Sowohl Anwendung als auch Wirkungsweise der beiden Präparate sind vollkommen unterschiedlich.

Die Pille danach verzögert den Eisprung und verhindert damit die Befruchtung einer Eizelle. Die Abtreibungspille hingegen wird für den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch einer bereits befruchteten Zelle verwendet.

Die Pille danach ist wirkungslos, nachdem der Eisprung erfolgt ist und kann daher nicht als Abtreibungspille bezeichnet werden. Stattdessen ist sie eher als eine hochdosierte und schneller wirkende Version der Antibabypille anzusehen.

Kann die Pille danach zu Unfruchtbarkeit führen?

Zwischen Unfruchtbarkeit und der Pille danach besteht kein Zusammenhang, wie auch bei der Antibabypille. Durch die regelmäßige (Antibabypille) oder einmalige (Pille danach) Einnahme von Hormonen ergeben sich keine statistischen Nachteile in Hinblick auf einen zukünftigen Schwangerschaftswunsch.

Die Wirkung der Pille danach erzeugt nur eine kurzfristiges Verschieben des Eisprungs. Sobald sich der weibliche Zyklus nach der Gabe hochdosierter Hormone wieder reguliert hat, ist eine Schwangerschaft erneut möglich.

Schwanger trotz Pille danach?

Statistisch besteht nur ein sehr geringes Risiko, dass es trotz korrekter Anwendung der Pille danach zu einer unerwünschten Schwangerschaft kommt. Zur Sicherheit empfiehlt eine Kontrolluntersuchung etwas drei Wochen später.

Bleibt die Periode nach der Anwendung dauerhaft aus oder werden andere Anzeichen einer möglichen Schwangerschaft bemerkt, sollte umgehend ein Frauenarzt konsultiert und ein Schwangerschaftstest veranlasst werden.

Was passiert, wenn bei der Einnahme der Pille danach bereits eine Schwangerschaft vorliegt?

Es ist möglich, dass bei der Einnahme der Pille danach bereits eine Schwangerschaft vorliegt, da eine Frühschwangerschaft (bis zu drei Wochen) nicht sicher über einen Schwangerschaftstest festgestellt werden kann.

Sollte die die Pille danach eingenommen werden, wenn bereits ein Eisprung bzw. eine Befruchtung des Eis stattgefunden hat, hat dies keinen Einfluss auf die vorliegende Schwangerschaft. Die Inhaltsstoffe haben keine abtreibende Wirkung und beeinflussen lediglich den Eisprung.

Auch ist mehreren Studien zufolge bei der Einnahme zu Beginn einer bereits bestehenden Schwangerschaft kein Einfluss auf die Entwicklung des Fötus zu beobachten, noch ist mit anderen negativen Folgen zu rechnen.

Quellen:

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