Folgen von Übergewicht

Übergewicht und Adipositas haben fast immer Folgen für die Gesundheit. Bereits nach kurzer Zeit können Kurzatmigkeit, verstärkte Schweissneigung, und Gelenkschmerzen auftreten. Viel gefährlicher aber sind Folgeerkrankungen, wie beispielsweise Typ 2 Diabetes, die sich schleichend über Jahre entwickeln. Heute kennt man viele Krankheiten, die durch Übergewicht ausgelöst oder verschlimmert werden. Oft sind auch schon Kinder von ihnen betroffen.

Ist Fettleibigkeit eine mögliche Ursache für Bluthochdruck?

Ja, Fettleibigkeit und Übergewicht gehören zu den klassischen Ursachen für Bluthochdruck. Etwa die Hälfte aller Menschen mit Übergewicht entwickeln eventuell einen hohen Blutdruck. Der Bluthochdruck stellt damit eine fast unvermeidliche Übergewichtsfolge dar.

Der Blutdruck schießt nach oben, weil sich durch das Übergewicht nicht nur die Masse des Körperfetts, sondern auch das Gefäßsystem des Körpers vergrößert. Die Wege, die das Blut zurücklegen muss, um alle Zellen des Körpers ausreichend mit Blut zu versorgen, werden dadurch länger. Um sicherzustellen, dass alle Zellen ausreichend versorgt werden, muss das Herz eine höhere Pumpleistung erbringen. Dadurch steigt der Blutdruck.

Körperliche Betätigung sowie eine Umstellung der Ernährung können bei Bluthochdruck wahre Wunder Wirken. Ist der Blutdruck sehr hoch, muss er allerdings zusätzlich medikamentös behandelt werden.

Fördert Übergewicht das Herzinfarkt Risiko?

Ja, leider gehört der Herzinfarkt nicht zu den seltensten Folgen von Übergewicht, denn je stärker das Normalgewicht überschritten wird, desto schwerer muss das Herz arbeiten. Hinzu kommt, dass viele Übergewichtige sich aufgrund ihres Gewichts bei körperlicher Bewegung nicht mehr wohl fühlen. Sie bewegen sich daher wenig und nehmen weiter zu.

Laut Statistiken erhöht sich das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, auf das Doppelte, wenn das Normalgewicht nur um 20% überschritten wird. Meist haben Übergewichtige auch sehr viel öfter Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte, was das Risiko für Herzkrankheiten zusätzlich erhöht. Es lohnt sich also durchaus, sein Übergewicht loszuwerden, um einem Herzinfarkt vorzubeugen.

Wie wirkt sich Adipositas auf die Blutfettwerte aus?

Erhöhte Blutfettwerte sind eine selten vermeidbare Folge von Adipositas.

Cholesterin ist das am meisten diskutierte Blutfette, jedoch sind die Triglyzeride genauso wichtig. Beide sind im Körper grundsätzlich vorhanden, da sie an lebenswichtigen Funktionen beteiligt sind. Werden aber die Normalwerte überschritten, drohen schwere und unter Umständen sogar lebensbedrohliche Krankheiten. Diese resultieren aus Ablagerungen in den Gefäßen, welche durch die zu hohen Blutfettwerte verursacht werden.

Erhöhte Blutfette selbst verursachen meist keine Symptome und werden nicht selten erst bemerkt, wenn bereits eine Folgeerkrankung aufgetreten ist. Regelmäßige Blutuntersuchungen können Auskunft darüber geben, ob eine Erhöhung der Blutfettwerte besteht und einer Behandlung bedarf.

Menschen mit Übergewicht oder sogar Adipositas ernähren sich meist zu fettreich und bewegen sich zu wenig. Dies ist nicht nur schlecht für das Gewicht sondern treibt auch die Blutfettwerte nach oben. Eine Ernährungsanpassung, die den Konsum von cholesterinreichen Speisen und gesättigte Fettsäuren, wie beispielsweise Wurst, Butter und Sahne einschränkt sowie ein Bewegungsprogramm helfen in leichten wie mittelschweren Fällen aus. Nur in schweren Fällen müssen zusätzlich Medikamente eingenommen werden.

Wird Typ 2 Diabetes durch Übergewicht begünstigt?

Ja, bei einer genetischen Vorbelastung ist ein Typ 2 Diabeteserkrankung eine leider fast unvermeidliche Folge von Übergewicht und Adipositas. Obwohl die genauen Zusammenhänge bisher nicht bekannt sind, ist es heute erwiesen, dass das Risiko, einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln, mit dem Körpergewicht ansteigt. Umgekehrt senkt eine Gewichtsabnahme das Risiko für diese Diabetesform. Menschen mit stammbetonter Fettverteilung, auch Apfel Typen genannt, sind besonders anfällig.

Nicht nur mit Ausmaß, sondern auch mit Dauer des Übergewichts steigt die Gefahr, dass sich ein Typ 2 Diabetes mellitus entwickelt. Der Typ 2 Diabetes hat in der Regel eine lange Vorlaufzeit. Schon viele Jahre, bevor der Blutzucker entgleist, ist der Stoffwechsel gestört. Ausgangspunkt ist häufig eine Insulinresistenz: Die Körperzellen reagieren aufgrund der großen Körpermasse nicht so empfindlich auf Insulin, wie sie sollten, und deshalb wird weniger Zucker aus dem Blut in die Zellen aufgenommen. Der Körper versucht dies auszugleichen, indem er mehr Insulin produziert. Diese prädiabetische Stoffwechselstörung kann lange in diesem Zustand verharren, ohne dass sich die Blutzuckerwerte krankhaft erhöhen.

Entscheidet man sich in diesem Vorstadium des Typ 2 Diabetes, abzunehmen und das neue Gewicht langfristig zu halten, kann man den Krankheitsprozess häufig vollständig rückgängig machen. Unternimmt man jedoch nichts oder nimmt sogar weiterhin an Gewicht zu, verstärkt sich die Insulinrezistenz und ein Typ 2 Diabetes entwickelt sich.

Wird eine Fettleber durch Übergewicht begünstigt?

Ja, das ist durchaus möglich. Die Fettleber zählt zu den häufigsten Lebererkrankungen. Experten gehen davon aus, dass in Europa rund 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Ausserdem leiden bis zu 90 Prozent aller Menschen mit ausgeprägter Fettleibigkeit an einer Fettleber. Eine verfettete Leber gilt also oft als zwangsläufige Folge von Übergewicht.

Wie es genau zu einer Fettleber kommt, ist noch nicht eindeutig geklärt. Normalerweise verarbeitet die Leber Energieträger aus der Nahrung und gibt sie in Form von Fetten ins Blut ab. Nimmt man nun zuviel Fett mit der Nahrung auf, wie es bei Übergewicht meist der Fall ist, die Leber diese nicht mehr vollständig verarbeiten und abtransportieren. Sie speichert die Fette. Bestimmte Zuckerarten werden in ebenfalls in Fettsäuren umgewandelt und in der Leber eingelagert.

Oft führt übermäßiger Alkoholkonsum zu einer Fettleber, jedoch spielen Übergewicht und Fettleibigkeit ebenfalls eine große Rolle. Wer zur Apfelform neigt, also bevorzugt Bauchfett anlegt, hat ein erhöhtes Risiko an einer Fettleber zu erkranken. Denn die überschüssigen Pfunde deponiert der Körper in diesem Fall nicht nur unter der Haut. Das Bauchfett umgibt die inneren Organe, vor allem auch die Leber. Dieses Fettgewebe sondert entzündungsfördernde Botenstoffe und freie Fettsäuren ab und erhöht dadurch zum Beispiel das Risiko für Diabetes und Bluthochdruck. Diabetes gilt wiederum als Risikofaktor für eine Fettleber, da der oft erhöhte Blutzucker zu einer Neubildung von Fett in der Leber beiträgt.

Wird Impotenz durch Übergewicht gefördert?

Ja, zwischen Übergewicht und Impotenz besteht ein nachweisbarer Zusammenhang. Impotenz ist eine der häufigsten Folgen von Übergewicht. Gerade Fett in der Bauchgegend sorgt dafür, dass der Testosteronspiegel sinkt - und damit auch die Potenz nachlässt, allerdings kann ein Gewichtsverlust durch Sport und gesunde Ernährung die Potenz völlig wiederherstellen.

Kann es zu Asthma und Atemnot durch Übergewicht kommen?

Ja, schweres Übergewicht hat oft Folgen für die Atmung. Atemnot durch Übergewicht ist eine der häufigsten Vermeidungsgründe für körperliche Betätigung.

Während bei gesunden, normalgewichtigen Menschen circa 50 bis 75 Liter Luft pro Minute zu den Bronchien gelangen, sind es bei Übergewichtigen häufig nur sieben bis zehn Liter. Man spricht hierbei auch von flacher Atmung. Wer verstärkt flach atmet, bekommt häufig schon bei geringer körperlicher Anstrengung Kurzatmigkeit und Atemnot. Auch steigert Übergewicht das Risiko, an Asthma zu erkranken.

Wie stark fördert Übergewicht den Gelenkverschleiß oder Arthrose im Knie?

Gelenkverschleiß ist eine der häufigsten Folgen von Übergewicht. Je höher das Gewicht, desto größer ist das Risiko, dass sich eine Arthrose entwickelt - wobei Übergewicht dem Kniegelenk wesentlich stärker schadet als z.B. der Hüfte, da es den Großteil des Körpergewichts trägt.

Wenn die Knie bei jeder Belastung knirschen und schmerzen, sind das Anzeichen, die auf eine Kniegelenk-Arthrose hinweisen, den Verschleiß des Gelenkknorpels in den Kniegelenken. Knorpel ist ein faseriges, aber elastisches Gewebe, das im Gelenk als Stoßdämpfer dient. Bei jeder Bewegung schützt der Knorpel das Gelenk und sorgt dafür, dass es sich reibungslos bewegen kann.

Meist haben schweres Übergewicht oder Adipositas Folgen für alle gewichtstragenden Gelenke. Neben den Knien sind oft auch die Hüft- und Fußgelenke betroffen. Gewichtsverlust sowie regelmäßige, nicht-belastende Bewegung wie Schwimmen oder Radfahren helfen in den meisten Fällen.

Wird Schnarchen durch Übergewicht begünstigt?

Ja, Schnarchen kann durch Übergewicht sowohl entstehen als auch verschlimmert werden. Das Schnarchen ist in der Regel eine der ersten Folgen von Übergewicht. Zum Schnarchen bei Fettleibigkeit kommt es dadurch, dass die Fettdepots am Hals durch die Muskelentspannung beim Schlafen nach hinten auf die Luftröhre drücken. Dies erzeugt das charakteristische und für den Partner oft so nervenraubende Geräusch.

Es gibt jedoch eine gute Nachricht: hat man durch eine Gewichtszunahme angefangen, zu schnarchen, kann man es durch Gewichtsverlust meist genauso wieder loswerden.

Kann es durch Übergewicht zu Schlafapnoe kommen?

Ja, Schlafapnoe ist eine der ernsteren Adipositas-Folgen, da sie einen wesentlichen Risikofaktor für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall darstellen kann.

Unter Schlafapnoe versteht man eine Störung des Schlafes durch fünf und mehr Atemstillstände in einer Stunde, die jeweils mindestens zehn Sekunden, aber auch bis zu über eine Minute anhalten können. Um eine Erstickung zu verhindern, wird vom Gehirn eine Weckreaktion mit erzwungenem Luftholen eingeleitet. Eine direkte Folge dieses Vorgangs sind eine Ausschüttung von Stresshormonen, die zu einer Erhöhung von Puls und Blutdruck führen und eine erhebliche Belastung für Herz und Gefäße darstellen.

Des Weiteren bewirken der durch die Atemstillstände verursachte Sauerstoffmangel und die häufigen Unterbrechungen des erholsamen Schlafes eine starke Müdigkeit. Diese Müdigkeit wird von den Betroffenen häufig als erstes registriert, da sie die nächtlichen Erstickungsanfälle meist nicht wahrnehmen.

Ausgelöst werden die Atemstillstände durch einen Kollaps der Atemwege im Rachenbereich. Während des Schlafes erschlafft generell die gesamte Muskulatur, so auch die der oberen Atemwege. Weist dieser Bereich eine besondere Enge auf, kann durch das Zusammenfallen des Gewebes ein kompletter Atemstillstand und somit eine Schlafapnoe entstehen. Diese Enge wird verursacht durch eine Volumenvermehrung des Gewebes durch Fetteinlagerung. So ist es nicht verwunderlich, dass mindestens die Hälfte aller Schlafapnoepatienten ein behandlungsbedürftiges Übergewicht aufweist. Wird man sein Übergewicht los, so verschwindet meist auch die Schlafapnoe.

Verringert sich die Lebenserwartung durch Übergewicht?

Ja, eine mögliche Folge von Adipositas kann sein, dass die Lebenserwartung erheblich eingeschränkt wird .

Insbesondere Menschen über 40 sollten auf ein gesundes Körpergewicht achten, da Übergewicht ab diesem Alter die Lebenserwartung eindeutig herabsetzt. So haben 40-jährige mit Übergewicht eine um 3 bis 6 Jahre geringere Lebenserwartung, wohingegen eine schwere Adipositas sogar bis zu 20 Lebensjahre kosten kann. Wer übergewichtig oder fettleibig ist, kann jedoch durch Senkung des Körpergewichts das Risiko für die häufig mit Fettleibigkeit einhergehenden Erkrankungen und Komplikationen erheblich verringern.

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