Chlamydien bei Männern: Symptome, Behandlung, Vorbeugung

Chlamydien ist die Bezeichnung einer durch Bakterien vom Typ Chlamydia trachomatis verursachten sexuell übertragbaren Krankheit. Alleine in Deutschland sind Schätzungen zufolge über eine Million Männer mit dem Erreger infiziert, wobei längst nicht alle von ihrer Infektion wissen. Insbesondere bei jungen Männern (unter 25 Jahren) sind Chlamydien die häufigste Geschlechtskrankheiten. Im schlimmsten Fall kann sie unbehandelt zur Unfruchtbarkeit führen. Die Behandlungsaussichten sind allerdings sehr gut.

Die Übertragung von Chlamydien bei Männern

Die Ansteckung mit Chlamydien kann zum einen über ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgen, dies ist mit Abstand der Hauptübertragungsweg und gilt für Vaginal- und Analverkehr gleichermaßen. Über den Kontakt mit der Mundschleimhaut ist eine Ansteckung auch beim Oralverkehr möglich.

Chlamydien Definition

Zum anderen ist eine Infektion über Körperflüssigkeiten wie Sperma, Urin oder Vaginalsekret erfolgen. Deshalb gehört die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug ohne Verwendung eines Kondoms ebenfalls zu den möglichen Übertragungswegen.

Chlamydien-Symptome bei Männern

Bei ungefähr 50 Prozent der infizierten Männer zeigen sich unmittelbar nach der Infektion keine Symptome, obwohl sie die Erreger bereits in sich tragen.

Bis zum Auftreten der akuten Symptome (Inkubationszeit) können 1 bis 3 Wochen vergehen. Die Infektion äußert sich dann häufig zuerst durch ein brennendes und/oder juckendes Gefühl beim Wasserlassen und einen wässrigen bis weißen Ausfluss aus dem Penis. Darüber hinaus kann es zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen.

Wenn die Erreger über Analverkehr übertragen wurden, können Symptome auftreten wie Juckreiz, Analekzeme, Durchfall, schleimiger Ausfluss aus dem Po oder Schmerzen beim Analverkehr. Erfolgt die Infektion über die Rachenschleimhaut, sind in den meisten Fällen überhaupt keine Symptome zu beobachten. Selten berichten Patienten von Schluckbeschwerden und Halsschmerzen.

Achtung: Es kann sein, dass die Symptome innerhalb kürzester Zeit wieder verschwinden. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sich keine Erreger mehr im Körper befinden. Gewissheit bietet hier nur ein entsprechender Test.

Diagnose von Chlamydien

Um eine Chlamydien-Infektion festzustellen, können verschiedene Tests durchgeführt werden. Urologen, Dermatologen oder Fachärzte für Geschlechtskrankheiten (Venerologen) sind hierfür die richtigen Ansprechpartner. Üblich sind Urintests sowie Abstriche aus der tiefen Harnröhre oder rektale Abstriche. Letztere können Aufschluss geben über eine Chlamydien-Infektion der Darmschleimhaut, die ansonsten häufig unerkannt bleibt.

Finden sich im Urin oder im Abstrich Hinweise auf Chlamydien-Erbgut oder Antikörper gegen Chlamydien, ist eine Infektion sehr wahrscheinlich. Da sich Antikörper allerdings erst nach ca. 6 bis 8 Wochen nach der Ansteckung nachweisen lassen, sind sie für die Akutdiagnostik kein geeignetes Kriterium. Um die Diagnose abzusichern, werden nach der Analyse des Abstrichs weitere molekularbiologische Untersuchungen - manchmal unter Zuhilfenahme angezüchteter Zellkulturen - durchgeführt.

Anders als bei jungen Frauen werden Chlamydien-Tests bei Männern in Deutschland nicht von der Krankenkasse bezahlt, sondern müssen von den Patienten in den meisten Fällen selbst übernommen werden. Da sich die Kosten für solche Tests je nach Praxis unterscheiden können, kann es sich lohnen, Angebote von verschiedenen Praxen einzuholen. Von günstigen, im Handel erhältlichen, Chlamydien-Schnelltests ist allerdings dringend abzuraten. Sie liefern relativ häufig falsche Ergebnisse.

Behandlung von Chlamydien bei Männern

Die Behandlung einer Chlamydien-Infektion besteht im Wesentlichen in der medikamentösen Therapie mit Antibiotika. Als besonders wirksam gegen Chlamydien-Erreger gelten die beiden Wirkstoffe Azithromycin und Doxycyclin.

Am häufigsten kommt das Antibiotikum Azithromycin aus der Gruppe der Makrolide zum Einsatz. Üblich ist eine einmalige Einnahme von zwei Tabletten (500 Milligramm). Sie kann mit Magenschmerzen, Übelkeit oder Durchfall als unerwünschte Nebenwirkungen einhergehen. Patienten mit einer Allergie gegen Makrolide oder Leberproblemen sollten von der Anwendung absehen.

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  • Dosierung: 250mg Kapsel, 500 mg Tablette
  • Einnahme: Einzeldosis (1x)
  • Wirkstoffgruppe: Makrolid-Antibiotika
  • Hersteller: Teva
  • Dosierung: 100mg
  • Einnahme: 2x täglich für 7 bis 10 Tage
  • Wirkstoffgruppe: Tetracycline
  • Hersteller: Actavis
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Insbesondere bei der analen Infektion wird Doxycyclin verordnet, das meist an sieben aufeinanderfolgenden Tagen in einer Dosis von täglich 100 Milligramm eingenommen werden soll. Der Wirkstoff gehört zu der Gruppe der Tetrazykline und löst nur sehr selten Nebenwirkungen wie z. B. eine Lichtüberempfindlichkeit aus. Nicht geeignet ist der Wirkstoff für Patienten, die allergisch auf Sulfite reagieren oder an Asthma, Nieren- oder Leberproblemen leiden.

Während der Einnahme des Antibiotikums, vor allem in den ersten sieben Tagen der Behandlung, sollten die Patienten unbedingt auf Geschlechtsverkehr verzichten. Feste Sexualpartner sollten unbedingt in die Behandlung einbezogen werden. Falls sie ohne ihr Wissen ebenfalls infiziert sind, droht sonst ein Ping-Pong-Effekt. Grundsätzlich ist die Nutzung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr dringend anzuraten, um eine erneute Infektion zu verhindern. Dies gilt insbesondere für Patienten mit wechselnden Sexualpartnern.

Folgen einer unbehandelten Infektion

Wird eine Chlamydien-Infektion nicht behandelt, können die Erreger durch die Harnröhre in Prostata und Nebenhoden gelangen und gefährliche Spätfolgen hervorrufen. Sie reichen von schmerzhaften Abszessen und Fisteln im After über eine Prostataentzündung bis hin zur Unfruchtbarkeit. Außerdem werden die Schleimhäute durchlässiger für andere Viren, wodurch das Risiko einer HIV-Infektion steigt.

epididymitis

Im weiteren Verlauf kann es zu Harnröhrenentzündungen, Entzündungen der Gelenke (insbesondere der Knie- und Sprunggelenke) sowie Bindehautentzündungen kommen. Diese drei Krankheiten in Kombination werden als Reiter-Syndrom bezeichnet und gelten als typische Spätfolgen einer nicht behandelten Chlamydien-Infektion. Deshalb sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, wenn der Verdacht auf eine Infektion besteht (zum Beispiel weil der Sexualpartner infiziert ist), selbst wenn bei dem Betroffenen keine akuten Symptome aufgetreten sind.

Chlamydien-Infektion vorbeugen

Am effektivsten lässt sich einer Chlamydien-Infektion durch Kondome vorbeugen. Diese sollten sowohl beim Oral-, Anal- und Vaginalverkehr als auch bei der gemeinsamen Benutzung von Sexspielzeug, und schon während des Vorspiels zum Einsatz kommen, wenn dabei der Penis - wenn auch nur kurz - in Scheide oder Po der Partnerin/des Partners eindringt. Korrekt angewendet bieten Kondome einen sicheren Schutz vor einer Ansteckung.

Sollten trotzdem Anzeichen einer Infektion auftreten, ist unbedingt ein Arzt zu kontaktieren, um eine mögliche Weitergabe der Erreger durch entsprechende Gegenmaßnahmen zu verhindern.

Quellen:

Veröffentlicht am: 05.06.2017

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