Nebenwirkungen der Pille danach

Ungeschützter Geschlechtsverkehr kann zu ungewollter Schwangerschaft führen. Dabei kann es auch bei sorgfältig geplanter Verhütung zu Pannen kommen, zum Beispiel wenn die Einnahme der Antibabypille vergessen wurde, wenn Erbrechen und Durchfall im Einnahmezeitraum auftritt oder das Kondom platzt. In diesen Fällen kann die sogenannte Pille danach als Notfallverhütung eingesetzt werden.

In Deutschland sind zwei Präparate zur Notfallverhütung zugelassen: Levonor Aristo (PiDaNa) mit einem Gestagen in hoher Dosierung sowie ellaOne, welches den Wirkstoff Ulipristal enthält. Beide Präparate wirken durch eine Verschiebung bzw. Hemmung des Eisprungs. Daher ist eine Einnahme nach dem erfolgten Eisprung nicht mehr möglich und wirkungslos.

Welche Nebenwirkungen hat die Pille danach?

Grundsätzlich wird diese Art der Notfallverhütung gut vertragen. Nebenwirkungen sind selten, können individuell jedoch auftreten, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente. Daher sollte vor der Anwendung die Information im Beipackzettel genau gelesen und medizinische Hinweise beachtet werden.

Als mögliche Nebenwirkungen werden Beschwerden wie Kopfschmerzen und Schwindel, plötzliche Übelkeit und Bauchschmerzen, Brustbeschwerden oder allergische Reaktionen des Immunsystems angezeigt. Außerdem kann es zu Unregelmäßigkeiten der Menstruationsblutung kommen.

häufig (eine bis 10 von 100 Frauen):
  • Bauchschmerzen,
  • Spannungsschmerzen in der Brust,
  • Schwindel,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Kopfschmerzen,
  • Stimmungsschwankungen,
gelegentlich (eine bis 10 von 1000 Frauen):
  • Sodbrennen,
  • unregelmäßige Blutungen,
  • Akne,
  • Durchfall,
  • verstärkte oder verlängerte Monatsblutung,
  • Hitzewallungen,
selten (eine bis 10 von 10.000 Frauen):
  • Ausschlag,
  • Beckenschmerzen,
  • Juckreiz,
  • Regelschmerzen,

Nach der Einnahme der Pille danach können Schmier- oder Zwischenblutungen auftreten. Diese sind zu erwarten, da es einige Tage dauern kann, bis der Hormonhaushalt sich wieder normalisiert hat. Halten die Blutungen jedoch länger als drei bis vier Tage an, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Die Pille danach darf keinesfalls mehr als einmal während eines Zyklus angewendet werden, da der Organismus bei jeder Einnahme einer sehr hohen Menge an Hormonen ausgesetzt wird. Bei einer Überdosierungen durch zu häufige Anwendung kann es daher zu ständigen Menstruationsstörungen kommen.

Bei Erbrechen innerhalb der ersten drei Stunden nach Einnahme sollte das Präparat erneut eingenommen werden, da eine ausreichende Wirkung nicht garantiert werden kann. Eine bessere Verträglichkeit wird erreicht, wenn die Einnahme während oder nach dem Essen erfolgt.

Macht die Pille danach unfruchtbar?

Eine Unfruchtbarkeit durch Einnahme der Pille danach ist ausgeschlossen, da die Wirkstoffe des Notfallkontrazeptivums nur auf den gegenwärtigen Zyklus wirken und ausschließlich den Eisprung verschieben. Nach der einmaligen Einnahme reguliert sich der weibliche Zyklus auf das normale Niveau.

Welche Wechselwirkungen können auftreten?

Bei der gleichzeitigen Einnahme anderer Medikamente können unerwünschte Wechselwirkungen auftreten. Dadurch kann die Wirkung beider Arzneimittel verstärkt, geschwächt oder gänzlich aufgehoben werden. Zudem besteht ein höheres Risiko für bekannte und neue Nebenwirkungen .

Daher sollten Frauen, die regelmäßig bestimmte Medikamente einnehmen, sich vom Arzt oder Apotheker diesbezüglich beraten lassen. Zu solchen Medikamenten gehören beispielsweise einige Antibiotika, Antidepressiva oder virenhemmende Mittel, die als Virusstatika bekannt sind.

Ferner gibt es eine Verbindung von Antiepileptika in Wechselwirkung mit der Pille danach. Wer Präparate gegen Epilepsie einnimmt, sollte daher das Gespräch mit einer Fachperson bzw. dem behandelnden Arzt suchen.

Johanniskraut oder Präparate, die Johanniskraut enthalten, treten ebenfalls in Wechselwirkung mit der Pille danach. Das Gleiche gilt für für CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin, Ritonavir und Carbamazepin, welche die Wirkung der Pille danach hemmen können.

Wann darf die Pille danach nicht eingenommen werden?

Unter bestimmten Voraussetzungen ist vom Einnehmen der Pille danach grundsätzlich abzuraten. Keineswegs geeignet ist das Präparat bei der gleichzeitigen Anwendung der Spirale. Auch eine bestehende Schwangerschaft ist eine Gegenanzeige für die Pille danach.

Bei Unterleibsentzündungen, einer zu kleinen Gebärmutter oder Fehlbildungen der Gebärmutter sollte die Pille danach ebenfalls nicht eingenommen werden. In diesem Fall sollte das Gespräch mit dem Arzt erfolgen, der Alternativen zur Pille danach geben kann.

Darüber hinaus gibt es weitere medizinische Krankheitsbilder, die gegen die Anwendung von Notfallkontrazeptiva sprechen. Dazu gehören Frauen, die an Bluthochdruck oder einer Venenthrombose leiden. Ebenso ist eine Krebserkrankung der Geschlechtsorgane eine Gegenanzeige für die Pille danach.

Auch während der Stillzeit ist Vorsicht geboten. Je nach Präparat sollte die Stillzeit für sechs Stunden bzw. mehrere Tage unterbrochen werden, da der Wirkstoff in die Muttermilch abgegeben wird. In der Stillpause sollte daher die Milch abgepumpt und entsorgt werden.

Alkohol kann die Wirkung der Notfallverhütung herabsenken. Eine gleichzeitige Einnahme ist daher nicht empfohlen.

Kann die Pille danach in der Stillzeit eingenommen werden?

Grundsätzlich kann die Pille danach während der Stillzeit eingenommen werden. Vor der Einnahme sollte jedoch zur Sicherheit etwas Muttermilch abgepumpt werden. Anschließend sollte auf direktes Stillen verzichtet werden, da der Hormongehalt in der Muttermilch zu hoch ist für den Organismus des Säuglings und schwere Nebenwirkungen hervorrufen kann.

Wird ein Levonorgestrel-Präparat wie beispielsweise Levonor Aristo eingenommen, kann 8 Stunden nach der Einnahme wieder normal gestillt werden. Bei der Verwendung von ellaOne sollte eine Stillpause von 36 Stunden eingehalten werden, da der Wirkstoff länger im Körper der Mutter verbleibt.

Kann ich nach der Einnahme der Pille danach trotzdem schwanger werden?

Grundsätzlich hat die Pille danach einen sehr hohen Wirkungsgrad. Es spielen jedoch äußere Faktoren eine wichtige Rolle für die individuelle Wirksamkeit. Grundsätzlich gilt: Je früher das Notfallkontrazeptivum eingenommen wird, umso effektiver kann es wirken. Hat der Eisprung bereits stattgefunden, ist die Pille danach wirkungslos.

Hat der Eisprung noch nicht stattgefunden und das Notfallkontrazeptivum wurde frühzeitig angewendet, liegt der Schwangerschaftsschutz fast bei 100 Prozent. Durch die verursachte Verzögerung des Eisprungs wird Zeit gewonnen, in der die Spermien absterben bevor sie die Eizelle erreichen. Eine eventuelle Schwangerschaft wird damit erfolgreich verhindert.

Quellen:

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