Mögliche Nebenwirkungen der Antibabypille

Die Antibabypille ist das in Europa meist verwendete Verhütungsmittel. Die erste Antibabypille wurde in den USA bereits in den 60er Jahren auf den Markt gebracht und nur kurze Zeit später auch in Europa zugelassen. Bis zu 80% der Frauen zwischen ihrem 18. und 20. Lebensjahr verhüten mit der Pille. Das Medikament kann Frauen, unter Zustimmung der Erziehungsberechtigten, bereits ab dem 12. Lebensjahr vom Frauenarzt verschrieben werden.

Die Antibabypille (wie z.B. Yasmin, Microgynon 30, Cerazette Minipille, Dianette (Diane 35) oder Cilest) ist ein rezeptpflichtiges Medikament. Zwar wird die Einnahme der Antibabypille als sehr risikoarm eingestuft, dennoch können die Präparate bei Frauen unterschiedliche Nebenwirkungen auslösen. Nachfolgend werden potenzielle Nebenwirkungen aufgelistet und erläutert. Die Auseinandersetzung mit möglichen Nebenwirkungen sollte für jede Frau obligatorisch sein, schließlich nimmt das Medikament einen wichtigen Stellenwert im Leben der Frau ein – und das meist für einen verhältnismäßig langen Zeitraum.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie bei allen rezeptpflichtigen Medikamenten werden die Nebenwirkungen nach Auftrittswahrscheinlichkeit klassifiziert. Folgende drei Klassifizierungen lassen sich bei der Antibabypille angeben:

  1. Häufige Nebenwirkungen (treten bei 1 bis 10 von 100 Frauen auf)
  2. Gelegentliche Nebenwirkungen (treten bei 1 bis 10 von 1000 Frauen auf)
  3. Seltene Nebenwirkungen (treten bei 1 bis 10 von 10.000 Frauen auf)

Die Auftrittswahrscheinlichkeit variiert von Präparat zu Präparat, da die Antibabypillen über verschiedene Wirkstoffe und Wirkstoffgehälter verfügen. Um einen Überblick zu erhalten, werden Nachfolgend die Nebenwirkungen eines der meistverschriebenen Medikamente, der Maxim Antibabypille, aufgelistet.

Häufige Nebenwirkungen

Zu den häufig auftretenden Nebenwirkungen zählen insbesondere Kopfschmerzen und das Auftreten von Brustbeschwerden. Letztere äußern sich meist in Brustspannen bis hin zu akuten Brustschmerzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen

Zu den gelegentlichen Nebenwirkungen zählen Blutungsbeschwerden, welche verschiedene Ausprägungen haben können. Sowohl das Auftreten besonders starker als auch besonders schwacher Blutungen (Menorrhagie / Hypomenorrhoe) wird von Frauen als Nebenwirkung angegeben. Auch können Blutungen seltener auftreten (Oligomenorrhoe) bzw. vollständig ausbleiben (Amenorrhoe). Ebenfalls werden Zwischenblutungen und als schmerzhaft empfundene Blutungen (Dysmenorrhoe) in der Kategorie der gelegentlichen Nebenwirkungen geführt.

Neben Blutungsbeschwerden können Entzündungen der Scheide und/oder vaginale Pilzinfektionen auftreten. Frauen berichten über gesteigerten Appetit, depressive Verstimmungen sowie Migräne, welche im äußersten Fall bis zu Benommenheit führen kann. Veränderungen des Blutdrucks (sowohl hoher als auch niedriger Blutdruck) als auch Erschöpfungszustände können auftreten.

Frauen, welche die Antibabypille einnehmen, geben darüber hinaus Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall als gelegentliche Nebenwirkung an. Bei einigen Frauen kann die Antibabypille zu einer Gewichtszunahme führen.

Seltene Nebenwirkungen

Die seltenen Nebenwirkungen der Antibabypille sind sehr vielfältig und spezifisch, da der weibliche Körper mitunter sehr unterschiedlich auf die hormonhaltigen Präparate reagieren kann. So kann es in seltenen Fällen u.a. zu Beschwerden wie

  • allergischen Reaktionen,
  • Hitzewallungen,
  • Appetitlosigkeit,
  • verschiedenen Entzündungsreaktionen (z.B. Eileiter, Eierstock, Magenschleimhäute),
  • Muskel-, Rücken- und Gliederschmerzen kommen.

Aufgrund der Vielfalt der selten auftretenden Nebenwirkungen sollten Frauen die Packungsbeilage des vom Arzt verschriebenen Medikaments gründlich lesen und sich über alle, für das spezifische Präparat aufgelistete, Begleiterscheinungen informieren.

Neben den häufigen, gelegentlichen und seltenen Nebenwirkungen, interessieren sich Frauen für einige Begleiterscheinungen unter Einnahme der Antibabypille in gesondertem Maße.

Sowohl das Risiko des Auftretens von Thrombose / Embolien, die Veränderung des sexuellen Lustempfindens, die direkten Auswirkungen auf die weibliche Scheide, das Auftreten von Depressionen / Stimmungsschwankungen, Gewichtsveränderungen, Auswirkungen auf die Haut sowie die Veränderungen der weiblichen Blutung werden häufig thematisiert. Aufgrund dessen werden nachfolgend alle Teilbereiche gesondert erläutert.

Nebenwirkungen von Antibabypille in tabellarischer Übersicht:

Häufige Nebenwirkungen:
  • Übelkeit,
  • Brustschmerzen,
  • Stimmungsschwankungen,
  • Zyklusstörungen,
  • Kopfschmerzen,
  • Migräne,
  • eine Veränderung des Scheidensekrets,
  • Zwischenblutungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
  • Juckreiz,
  • Ekzeme,
  • Bluthochdruck oder ein niedriger Blutdruck,
  • Erbrechen,
  • Akne,
  • Wassereinlagerungen,
  • Gewichtsveränderungen,
  • ein veränderter Sexualtrieb.

Seltene und sehr seltene Nebenwirkungen:
  • Thromboembolie,
  • Schwerhörigkeit,
  • Asthma,
  • Sekretion aus den Brustwarzen.

Risiko für Thrombose und Embolie

Eine Thrombose beschreibt die Verengung bzw. den Verschluss eines Blutgefäßes durch einen Blutfropfen. Sogenannte Blutgerinnsel treten z.B. in der Beingegen auf, können jedoch ebenfalls in andere Gefäßbereiche wandern. Hier liegt die große Gefahr einer Thrombose, denn sie kann z.B. zu einer Lungenembolie führen, wenn das Blutgerinnsel bis zur Lunge vorstößt. Lungenembolien können schwerwiegende Folgen wie Lähmung oder sogar den Tod haben.

Zwar ist diese Nebenwirkung äußerst selten, dennoch ist sie sehr ernst zu nehmen und wird dahingehend vom Arzt vor Verschreibung einer Antibabypille thematisiert. Da das Thromboserisiko bei Menschen, welche bereits entsprechende Vorfälle in der Familie zu beklagen haben, drastisch steigt, muss der Arzt Fragen zur Historie innerhalb der Familie stellen. Wer bereits selbst einen Thrombosevorfall hatte, darf z.B. die Mikropille nicht einnehmen.

Wer unter Einnahme der Pille an einseitigen Gefühlsstörungen, Sehproblemen, Schwindelgefühl, Kurzatmigkeit, Beinschmerzen oder ähnlichen Zuständen leidet, muss unverzüglich einen Notarzt kontaktieren.

Nebenwirkung der Pille auf die Sexualität

In einigen Fällen kann die Antibabypille das sexuelle Lustempfinden negativ beeinflussen. Oftmals ist Frauen diese Problematik nicht direkt bewusst, da sie die Antibabypille bereits einnehmen, bevor die eigenen Sexualität vollständig erkundet werden konnte. Oftmals berichten Frauen im höheren Alter nach Absetzen des Präparats, dass eine Art Luststeigerung auftritt und auch der weibliche Orgasmus intensiver wahrgenommen wird.

Tritt eine Lustlosigkeit akut und insbesondere unmittelbar nach der Verschreibung und einhergehenden Einnahme einer Antibabypille auf, sollte ein klärendes Gespräch mit dem Arzt geführt werden. Ggf. kann ein alternatives Präparat verschrieben werden, bei dem beschriebene Begleiterscheinungen ausbleiben.

Auswirkungen auf die Scheide

Einhergehend mit dem sexuellen Lustempfinden kann die Antibabypille bei der Frau zu einer trockenen Scheide führen. Es kann vorkommen, dass die Scheide während des Geschlechtsverkehrs weniger feucht wird, als vor der Einnahme der Pille, was den Geschlechtsakt erschwert und als unangenehm empfunden werden kann.

Die trockene Scheide tritt darüber hinaus jedoch auch im Alltag auf und kann zu unangenehmem Juckreiz führen. Auch das Risiko einer Pilzinfektion steigt unter Einnahme eines hormonellen Verhütungsmittels wie der Antibabypille an.

Stimmungsschwankungen und Depressionen

Frauen, welche die Antibabypille einnehmen, berichten nicht selten über Veränderungen der eigenen Stimmung. Die Pille kann bei Frauen Müdigkeit, Nervosität und Reizbarkeit auslösen. In seltenen Fällen kann ein Präparat sogar Selbstzweifel und Depressionen auslösen.

Oftmals werden entsprechende Veränderungen nicht direkt der Einnahme einer Antibabypille zugeordnet. Stimmungsschwankungen können durch viele verschiedene Faktoren ausgelöst werden, so dass das Verhütungsmittel meist nicht als Auslöser betrachtet wird. Wer an unangenehmen Stimmungsschwankungen und Gemütswechseln leidet, sollte dies beim Arzt anbringen. Oftmals kann der Wechsel eines Präparats helfen, der lästigen Begleiterscheinung zu begegnen.

Gewichtsveränderungen

Die Einnahme der Antibabypille kann sich auf das Appetitempfinden auswirken und somit dazu führen, dass Frauen tatsächlich an Gewicht zunehmen. Ärzte raten Frauen, insbesondere in den ersten sechs Wochen der Einnahme, gezielt auf dieses Phänomen zu achten und den Hungerattacken bewusst entgegenzuwirken.

So kann der Gewichtszunahme von Beginn an vorgebeugt werden und darüber hinaus bleibt das ursprüngliche Essverhalten bestehen. Hat sich der weibliche Körper an die Einnahme des Präparats gewöhnt, bleibt in der Regel auch der gesteigerte Appetit aus.

In seltenen Fällen kann die Pille auch den genau gegensätzlichen Effekt haben, und Appetitlosigkeit auslösen. Wer unter Einnahme der Antibabypille Probleme hat, Nahrung zu sich zu nehmen, sollte unmittelbar das Gespräch mit dem Arzt suchen, um eine Lösung zu finden und einer gefährlichen Abnahme des Körpergewichts vorzubeugen.

Auswirkungen auf die Haut

Die Pille kann sich sowohl positiv als auch negativ auf das weibliche Hautbild auswirken. Präparate, wie Diane-35 (Dianette), können vom Arzt sogar zur Behandlung von Akne verschrieben werden. Sowohl kann die Pille gegen Pickel wirken, als auch das generelle Hautbild strahlender erscheinen lassen.

Diane 35 Antibabypille

Es bleibt festzuhalten, dass einem Arzt jedoch andere und deutlich bessere Mittel zur Behandlung von Akne zur Verfügung stehen. Für eine Frau, welche unter Akne leidet und mit der Antibabypille verhüten möchte, kann ein entsprechendes Präparat jedoch die richtige Wahl sein.

Zu den negativen Auswirkungen der Pille auf das Hautbild zählt die generelle Verschlechterung des Hautbilds bei einigen Frauen sowie eine unter Umständen auftretende Veränderung der Pigmente (führt zu sichtbaren Pigmentflecken).

Veränderungen der Blutung

Gelegentlich kommt es bei Frauen zu merklichen Veränderungen der weiblichen Blutung. Folgende Veränderungen werden von Frauen unter Einnahme der Antibabypille berichtet:

  1. Besonders starke Blutungen (Menorrhagie)
  2. Besonders schwache Blutung (Hypomenorrhoe)
  3. Seltener auftretende Blutungen (Oligomenorrhoe)
  4. Ausbleiben der Blutung (Amenorrhoe)
  5. Schmerzhafte Blutungen (Dysmenorrhoe)
  6. Auftreten von Zwischenblutungen (vaginale Hämorrhagie & Metrorrhagie)

Die Antibabypille ist ein Präparat, welches in starkem Maße auf den Hormonhaushalt der Frau wirkt und aufgrund dessen sind Veränderungen der Blutung keine Seltenheit. Insbesondere Zwischenblutungen treten in den ersten drei Monaten der Einnahme immer wieder auf und gehen in der Regel nach Gewöhnung an das Medikament wieder zurück.

Um sicher zu gehen, sollten alle Veränderungen an der Blutung notiert und mit dem Arzt besprochen werden. Dieser kann anhand der gesammelten Informationen entscheiden, ob die Begleiterscheinungen normaler Natur sind oder die Umstellung auf ein anderes Präparat bzw. Verhütungsmittel zielführend sein kann.

Antibabypille in tabellarischer Übersicht

Yasmin Cilest Diane-35 Cerazette
yasmin cilest dianette cerazette
  • Dosierung: 3mg/30mcg
  • Keine Gewichtszunahme
  • Hersteller: Bayer
  • Dosierung: 0.25mg/35mcg
  • Zugelassene Behandlung gegen Endometriose
  • Hersteller: JANSSEN-CILAG
  • Dosierung: 200mcg / 35mcg
  • Hilft auch bei Akne und Hirsutismus
  • Hersteller: Bayer
  • Dosierung: 75mcg
  • Enthält nur Desogestrel
  • Hersteller: Organon
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Quellen:

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