Was ist ein Priapismus (Dauererektion)?

Priapismus (auch: Dauererektion) ist eine nach dem griechischen Fruchtbarkeitsgott Priapos benannte, über 4 bis 6 Stunden anhaltende Erektion, die ohne sexuelle Erregung besteht. Sie betrifft nur etwa 1 bis 3 von 100.000 Männern, kann aber - je nach Ausprägung - massive gesundheitliche Folgen haben.

Welche Arten des Priapismus gibt es?

Grundsätzlich werden zwei Arten von Priapismus unterschieden: Low-Flow-Priapismus und High-Flow-Priapismus.

Low-Flow-Priapismus – schmerzhaft und gefährlich

Die überwiegende Mehrheit (90 Prozent) der Betroffenen leidet unter Low-Flow-Priapismus (auch: ischämischer oder veno-occlusiver oder Stase-Priapismus). Bei dieser sehr schmerzhaften Variante kann das Blut in den Schwellkörpern des Penis nicht abfließen. Durch die anhaltende Stauung verändert sich das Blut: Der Kohlendioxid (CO2)-Gehalt steigt und gleichzeitig sinkt der Sauerstoffgehalt und der pH-Wert. Die Eichel ist dann leicht bläulich verfärbt und der Penis stark verhärtet.

Es handelt es sich hierbei um einen medizinischen Notfall, der einer unverzüglichen ärztlichen Behandlung bedarf. Ohne Behandlung drohen bleibende Schäden in den Schwellkörpern, die bis zu einer anhaltenden Erektionsstörung reichen.

Dauererektion

Eine Sonderform des Low-Flows-Priapismus ist der sogenannte intermittierende Priapismus. Er ist gekennzeichnet durch eine immer wiederkehrende Erektion, die - meist in Abständen von 3 bis 4 Stunden - ohne Behandlung wieder zurückgeht. Der zeitliche Abstand zwischen den Erektionen kann beträchtlich variieren und von Stunden bis Wochen reichen.

High-Flow-Priapismus – seltener und weniger schmerzhaft

Etwa jeder 10. Priapismus-Betroffene hat High-Flow-Priapismus (auch: nicht-ischämischer oder arterieller Priapismus). In dieser deutlich weniger schmerzhaften Variante strömt eine große Menge arterielles Blut unkontrolliert in die Schwellkörper des Penis. Das venöse Blut kann jedoch - im Gegensatz zum Low-Flow-Priapismus - ungehindert abfließen. Deshalb sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut nicht ab und die Folgen sind nicht so gravierend.

Wie wirkt Tadalafil?

Tadalafil besitzt einen gefäßerweiternden Effekt. Dieser resultiert aus der Hemmung des Enzyms Phosphodiesterase-5 (PDE5), das den Botenstoff cyclisches Guanosinmonophosphat cGMP abbaut, der in der glatten Muskulatur des Penis vorkommt. Das cGMP wirkt als sogenannter second messenger für das gefäßerweiternde Stickstoffmonoxid.

Tadalafil Strukturformel

Demnach ist die Phosphodiesterase-5 für die geringe Durchblutung des Penis im normalen Alltag verantwortlich. Wird die Phosphodiesterase-5 gehemmt, entspannen sich die Gefäße und die Durchblutung des Schwellkörpers steigt und die volle erektionsfördernde Wirkung von cGMP kann sich entfalten.

Welche Ursachen hat eine Dauererektion?

Je nachdem, um welche Form des Priapismus vorliegt, werden verschiedene Ursachen diskutiert.

Ursachen eines Low-Flow-Priapismus

Low-Flow-Priapismus entsteht, wenn der venöse Blutfluss gestört ist. Dies ist häufig eine Folge von bestimmten Erkrankungen. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Bluterkrankungen (z. B. Leukämie, Sichelzellenanämie oder Thalassämie)
  • metabolische Erkrankungen (z. B. Diabetes oder Gicht)
  • neurologische Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose oder Verletzungen des Rückenmarks)
  • urologische Entzündungen

Daneben können Verletzungen zu einem Low-Flow-Priapismus führen. Ebenso können Alkoholmissbrauch, Drogenkonsum (hier vor allem Marihuana und Kokain) und bestimmte Medikamente eine Dauererektion auslösen. Als verursachende Arzneimittel werden unter anderem bestimmte Alphablocker, Antidepressiva, Antipsychotika, PDE-5-Hemmer (zur Behandlung von Erektionsstörungen, z. B. Viagra) und die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) genannt.

Dies sind allerdings Beobachtungen von häufigen Zusammenhängen. Tatsächlich kann die spezifische Ursache in 30 bis 60 Prozent der Fälle nicht eindeutig bestimmt werden. Diese werden dann als primärer oder idiopathischer Priapismus bezeichnet.

Intermittierender Priapismus ist häufig bei jungen oder sehr jungen Patienten mit Sichelzellenanämie zu finden. High-Flow-Priapismus wird häufig von Verletzungen im Genital- oder Dammbereich verursacht, wie sie zum Beispiel bei Operationen, Injektionen oder Unfällen entstehen können. Sie sind jedoch nicht zwingend notwendig für die Entstehung dieser Priapismus-Form, auch SKAT kann einen High-Flow-Priapismus zur Folge haben.

Nebenwirkungen

Cialis wird allgemein gut vertragen. Manchmal können dennoch Nebenwirkungen auftreten. Da Menschen sehr unterschiedlich sind, müssen nachstehende Nebenwirkungen nicht jeden Patienten betreffen.

Häufige Nebenwirkungen
  • Kopfschmerzen
  • Rhinitis (Nasenkatarrh)
  • Rückenschmerzen
  • Schmerzen in den Beinen und Armen
  • Muskelschmerzen (Myalgie)
  • Verdauungsprobleme

Gelegentliche Nebenwirkungen
  • allergische Reaktionen
  • Nasenbluten
  • Blut im Samen oder Urin
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Sehstörungen
  • Tinnitus
  • Schwindel
  • übermäßiges Schwitzen
  • Schmerzen in der Brust

Seltene Nebenwirkungen
  • Dauererektion (Priapismus)
  • Ohnmacht
  • Krampfanfälle
  • lichtempfindliche und gerötete Augen
  • geschwollene Augenlider (Lidödeme)
  • Nesselsucht
  • Angina pectoris
  • unregelmäßiger Herzschlag
  • vorübergehender Gedächtnisverlust

Wie wird ein Priapismus diagnostiziert?

Ein Low-Flow-Priapismus muss unverzüglich behandelt werden. Deshalb ist es von großer Bedeutung, im Rahmen der Diagnostik festzustellen, um welche Form des Priapismus es sich handelt. Zunächst führt der Arzt eine ausführliche Anamnese durch, in der er die Dauer, den Beginn und die Häufigkeit erfragt. Außerdem erfasst er mögliche Begleiterkrankungen und Verletzungen. Darüber hinaus fragt er den Patienten seinem Alkohol- und Drogenkonsum und welche Medikamente dieser einnimmt.

Im Anschluss an die Anamnese folgt die körperliche Untersuchung des Penis. Von Bedeutung sind hierbei vor allem das äußere Erscheinungsbild und die Schmerzempfindlichkeit. Diese können Aufschluss darüber geben, ob es sich um einen Low-Flow- oder High-Flow-Priapismus handelt. So ist der Penis bei einem Low-Flow-Priapismus prall gefüllt und sehr berührungs- bzw. schmerzempfindlich. Die Schmerzintensität nimmt mit zunehmender Erektionsdauer zu. Ein High-Flow-Priapismus ist dagegen kaum oder gar nicht schmerzhaft. Das Erscheinungsbild des Penis ist ebenfalls anders, denn er wird nicht komplett steif.

Nach der körperlichen Untersuchung lässt der Arzt ein (großes) Blutbild erstellen. Aus den Schwellkörpern wird etwas Blut entnommen und auf ihren pH-Wert, Kohlendioxid- und Sauerstoffgehalt hin untersucht. Zudem unterscheidet sich die Farbe des Blutes bei den beiden Varianten: Während es bei einem Low-Flow-Priapismus dunkelrot ist, zeigt es bei einem High-Flow-Priapismus eine hellrote Färbung.

Schließlich wird der arterielle und venöse Blutdurchfluss in den Schwellkörpern untersucht. Hierzu wird ein sogenannter Farbduplexsonograf (Ultraschallgerät) eingesetzt, der bei einem Low-Flow-Priapismus sehr niedrige Werte anzeigt, die gegen Null tendieren.

Warnhinweise

Das Arzneimittel Cialis ist nicht bei Frauen angezeigt und darf nur von gesunden Männern eingenommen werden, die mindestens 18 Jahre alt sind. Darüber hinaus sollte es nicht mit anderen Methoden zur Behandlung von Erektionsstörungen kombiniert werden.

Die Behandlung mit Cialis ist sofort zu stoppen, wenn folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • allergische Reaktionen, einschließlich der auftretenden Hautausschläge
  • Verlust der Sehfähigkeit
  • Brustschmerzen - wichtig: keine Nitrate einnehmen, sondern sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen!
  • verlängerte und schmerzhafte Erektion oder Dauererektion (Priapismus)

Wie wird eine Dauererektion behandelt?

Insbesondere bei einem Low-Flow-Priapismus ist es wichtig, so schnell wie möglich (spätestens jedoch innerhalb von 12 Stunden) mit der Behandlung zu beginnen, damit das gestaute sauerstoffarme Blut aus den Schwellkörpern entfernt wird.

Hierfür gibt es zwei Methoden: Bei der einen Methode wird eine bestimmte Substanz (wie Methylenblau, Adrenalin, Etilefrin, Noradrenalin, Phenylephrin) in die Schwellkörper injiziert, die dafür sorgt, dass sich die glatte Muskulatur zusammenzieht. Dann blockieren die Venen nicht mehr, sodass das Blut ungehindert aus dem Penis abfließen kann. In manchen Fällen zeigt sich die Wirkung der injizierten Substanz erst nach mehreren Wiederholungen, die im Abstand von 5 bis 10 Minuten vorgenommen werden können.

Eine andere Methode besteht darin, bis zu 500 Milliliter des gestauten Bluts mithilfe einer Kanüle aus den Schwellkörpern abzusaugen. Danach kann eine Spülung mit einer Kochsalz-Heparin-Lösung hilfreich sein.

Sollten diese beiden Behandlungsmethoden nicht zum Erfolg führen, muss der Patient operiert werden. Konkret muss eine künstliche Verbindung ("Shunt") zwischen Penisarterie und Vene hergestellt werden, über die das angestaute Blut abfließen kann. Es gibt zwei Varianten: Die erste Wahl ist ein distaler Shunt, durch den das Blut zur Eichel hin abfließt. Alternativ gibt es einen proximalen Shunt, bei dem das Blut Richtung Penisschaft geleitet wird.

In den meisten Fällen wächst diese Verbindung von alleine wieder zu, allerdings kann es bei etwa der Hälfte der Patienten zu einer dauerhaften Erektionsstörung kommen. Das Risiko für eine anhaltende erektile Dysfunktion steigt mit zunehmender Dauer des Priapismus. Weitere mögliche Nebenwirkungen bzw. Folgen der Operation sind Entzündungen der Schwellkörper oder Einblutungen.

Ein intermittierender oder High-Flow-Priapismus ist kein Notfall

Ein intermittierender Priapismus muss nicht als Notfall behandelt werden, da hier die Erektion in den meisten Fällen nach 3 bis 4 Stunden von selbst nachlässt. Dennoch sollte möglichst bald ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache für die Dauererektion zu finden und entsprechende Behandlungsmaßnahmen zu beginnen.

Ähnliches gilt für den High-Flow-Priapismus, bei dem die Erektion in zwei Dritteln der Fälle im Laufe der Zeit von selbst nachlässt. Wie lange dies dauert, ist jedoch individuell verschieden und kann von den Patienten unterschiedlich schnell als lästig empfunden werden. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, eine sogenannte Embolisation durchzuführen, bei der beschädigte Blutgefäße wieder verschlossen werden. Diese geht jedoch mit dem Risiko einer erektilen Dysfunktion einher, die etwa 50 Prozent der Patienten betrifft.


Quellen:

  1. Dauererektion (Priapismus, prolongierte Erektion). Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz). URL: impotenz-selbsthilfe.de
  2. Priapism. Mayo Foundation for Medical Education and Research. URL: mayoclinic.org
  3. Priapism and sickle-cell anemia: diagnosis and nonsurgical therapy. Broderick GA, The Journal of Sexual Medicine (2012). URL: ncbi.nlm.nih.gov
  4. Medical and surgical management of priapism. J. Cherian et al (2006), Postgrad Med J. 82(964): 89–94. URL: ncbi.nlm.nih.gov

Veröffentlicht am: 19.04.2017

Wechselwirkungen

Werden mehrere Medikamente zeitgleich eingenommen, kann es zu Wechselwirkungen untereinander kommen. Durch diese Wechselwirkungen können sich zum Beispiel Nebenwirkungen verstärken oder die Wirkung eines Medikamentes kann herabgesetzt werden.

Cialis darf nicht gemeinsam mit sogenannten NO-Donatoren eingenommen werden. Das sind Medikamente, die Stickstoffmonoxid abgeben. Sonst können sehr lebensgefährliche Kreislaufprobleme auftreten, da Phosphodiesterase-5-Hemmer sowie Stickstoffmonoxid zur Entspannung der Blutgefäße führen und damit den Blutdruck zu stark senken.

Zu diesen NO-Donatoren zählen beispielsweise:

  • organische Nitrate (wie in Nitrolingual)
  • Methylbutylnitrit (Amylnitrit)
  • Molsidomin

Ebenso darf Cialis nicht mit folgenden Medikamenten und Wirkstoffen eingenommen werden:

  • Alphablocker
  • Ketoconazol
  • Itraconazol
  • Riociguat

Der gleichzeitige Genuss von Grapefruitsaft oder die gleichzeitige Einnahme von CYP3A4-Inhibitoren (beispielsweise bestimmte Antibiotika oder HIV-Protease-Inhibitoren) kann die Nebenwirkungen verstärken.

Wechselwirkung mit Alkohol

Bei der Anwendung des Potenzmittels Cialis in Verbindung mit Alkohol ist große Vorsicht geboten. Alkohol kann zwar in geringen Mengen sexuell stimulierend wirken, jedoch verstärkt ein übermäßiger Genuss von Alkohol die Nebenwirkungen und setzt die Erektionsfähigkeit herab.

Alkohol wirkt als Nervengift ab ca. 0,5 Promille lähmend auf das Gehirn und die Nerven. Dadurch wird sowohl die Reaktionsfähigkeit als auch die Koordinationsfähigkeit herabgesetzt. Die lähmende Wirkung überlagert den Effekt des Arzneimittels Cialis.

Denn der Wirkstoff Tadalafil und Alkohol behindern sich gegenseitig. Bei erhöhtem Alkoholkonsum in Verbindung mit Cialis kann es außerdem häufig zu Kreislaufbeschwerden und Schwindelanfällen beim Aufstehen kommen.

Ein hoher Alkoholkonsum kann in Verbindung mit Cialis aufgrund der Gefäßerweiterung im Gehirn zu stärkeren Kopfschmerzen führen. Weitere Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme, starkes Schwitzen, Schwindel, Gesichtsrötung, Ohrenschmerzen, Sehstörungen und allergische Reaktionen können sich ebenso durch Alkohol verstärken.

Risikogruppen

Intensive sexuelle Aktivität ist ein grundsätzliches Risiko für Patienten, die an einer Herzerkrankung leiden.

Bei folgenden Risikogruppen sollte immer eine Beratung mit dem behandelnden Arzt stattfinden, bevor das Potenzmittel Cialis eingenommen wird:

  • Blutkrebs (Leukämie)
  • krankhafter Verformung des Penis
  • Knochenmarkkrebs (multiples Myelom)
  • Sichelzellanämie (Drepanozytose)
  • schweren Lebererkrankungen
  • komplizierte Nierenleiden

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Cialis darf bei folgenden Beschwerden und Erkrankungen nicht eingenommen werden:

  • instabile Angina pectoris
  • unkontrollierte Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen)
  • Herzinfarkt
  • schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Leberinsuffizienz
  • niedriger Blutdruck
  • Herzinsuffizienz Grad II
  • bei bestehender Allergie gegen den Wirkstoff Tadalafil
  • Retinaerkrankungen
  • Nierenversagen
  • Einnahme von Medikamenten mit Nitraten

Ebenso ist die Einnahme von Cialis nach einem kürzlich erlittenen Schlaganfall oder Herzinfarkt sowie bei unkontrolliert hohem Blutdruck nicht erlaubt.

Quellen:

Zuletzt aktualisiert: 22.02.2016

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