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Alternativen zu Viagra

Mit zunehmendem Alter steigt bei Männern das Risiko erektiler Dysfunktionen. Eine solche liegt dann vor, wenn der Penis in mehr als zwei Drittel der Fälle nicht hart genug wird oder bleibt, um aktiv Geschlechtsverkehr ausüben zu können. Bestehen diese Probleme über einen Zeitraum von sechs Monaten oder länger, sprechen Mediziner von einer erektilen Dysfunktion (Impotenz, Potenzstörung).

Die Ursachen einer erektilen Dysfunktion können körperlicher und / oder psychischer Natur sein. In den meisten Fällen ist das Problem durch eine passende Behandlung / Therapie lösbar. Neben mechanischen Hilfsmitteln wie Penisringen und Vakuum-Erektionshilfen ("Penispumpen") ist vor allem die medikamentöse Behandlung weit verbreitet.

Medikamentöse Behandlung erektiler Dysfunktion

Insbesondere die PDE-5-Hemmer spielen als gefäßerweiternde Substanzen eine große Rolle bei der Behandlung erektiler Dysfunktionen. Sie verbessern die Stärke und die Dauer einer Erektion, rufen sie jedoch nicht selbst hervor. Damit die Medikamente wirken, bedarf es einer sexuellen Stimulation.

Eine weitere Voraussetzung für die Wirkung von PDE-5-Hemmern betrifft den Zustand der Nervenstrukturen, die für eine Erektion nötig sind. Nur wenn sie intakt sind, können PDE-5-Hemmer ihre Wirkung entfalten. Patienten, die an einer schweren Herzerkrankung leiden, wegen der sie sich nicht anstrengen dürfen oder molsidomin- oder nitrathaltige Arzneimittel einnehmen, sollten auf die Anwendung von PDE-5-Hemmern verzichten.

Der wohl bekannteste Wirkstoff aus dieser Arzneimittelgruppe ist Sildenafil, der 1998 unter dem Namen Viagra durch das US-amerikanische Pharmaunternehmen Pfizer auf den Markt kam. In Deutschland ist der verschreibungspflichtige Wirkstoff sowohl als Potenzmittel und als Medikament gegen pulmonale Hypertonie zugelassen.

Neben Viagra, das sich seit seiner Markteinführung inzwischen zum Synonym für Potenzmittel entwickelt hat, gibt es einige andere Arzneimittel zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion. Hierzu gehören vor allem andere PDE-5-Hemmer wie Cialis, Levitra, Spedra sowie lokal angewendete Medikamente wie MUSE und SKAT. Darüber hinaus kommen vereinzelt andere Wirkstoffe zum Einsatz.

Cialis überzeugt dank seiner langen Wirkungsdauer

Vier Jahre nach der Markteinführung von Viagra brachte der Pharmakonzern Eli Lilly das Medikament Cialis auf den Markt. Es enthält den Wirkstoff Tadalafil, der ebenfalls zur Gruppe der PDE-5-Hemmer gehört. Bis sich die volle Wirkung von Cialis entfaltet, dauert es etwa 2 Stunden.

Das ist etwas länger als bei Viagra (etwa 1 Stunde), dafür hält die Wirkung von Cialis länger an. Hier ist von einer Wirkdauer von bis zu 36 Stunden die Rede (zum Vergleich: 4 bis 6 Stunden bei Viagra). Im Volksmund gilt Cialis deshalb als "Wochenendpille" und ist hierzulande Marktführer - noch vor Viagra. Cialis ist in 5 mg, 10 mg und 20 mg Dosen erhältlich.

Cialis Packung

Mögliche Nebenwirkungen von Cialis sind:

  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsstörungen
  • Rückenschmerzen
  • verstopfte Nase
  • Gesichtsrötung
  • Übelkeit
  • Durchfall

Levitra wirkt schneller als Viagra

2003 kam Levitra von Bayer und GlaxoSmithKline auf den Markt, ein Potenzmittel, das den PDE-5-Hemmer Vardenafil als Wirkstoff enthält. Seine Wirkung setzt schon nach 40 Minuten und damit deutlich schneller als Viagra ein. Sie erreicht ihr Maximum nach etwa 1 Stunde und hält mit einer Dauer von 5 bis 12 Stunden länger an. Levitra gibt es in der Dosierung von 5 mg, 10 mg und 20 mg. Bei der Anwendung ist zu beachten, dass die Wirkung nach einer sehr fetthaltigen Mahlzeit vermindert ist.

Levitra

Als Nebenwirkungen können auftreten:

  • Kopfschmerzen
  • Gesichtsrötung
  • verstopfte Nase
  • Verdauungsstörungen

Spedra der jüngste unter den PDE-5-Hemmern

Ein weiterer Wirkstoff aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer ist Avanafil. Er ist in dem Arzneimittel Spedra (von Berlin-Chemie) enthalten, das seit 2014 auf dem Markt ist. Patienten haben die Wahl zwischen den Dosierungen 50 mg, 100 mg und 200 mg. Im Blutplasma findet sich die höchste Konzentration nach etwa 30 bis 45 Minuten. Der Verzehr sehr fettreicher Lebensmittel kann die Wirkung von Spedra allerdings verringern.

Spedra

Die Anwendung kann mit folgenden unerwünschten Nebenwirkungen einhergehen:

  • Kopfschmerzen
  • Gesichtsrötung
  • verstopfte Nase
  • Rückenschmerzen

SKAT zur lokalen Anwendung

Alternativ besteht die Möglichkeit, entsprechende Wirkstoffe lokal zu applizieren. Bei der SKAT-Methode ("Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie"), die seit den 1980er Jahren zur Anwendung kommt, wird meist Alprostadil als Wirkstoff mit einer sehr dünnen Nadel in die Schwellkörper gespritzt. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die Wirkung unabhängig davon ist, ob die für eine Erektion zuständigen Nervenbahnen intakt oder, beispielsweise durch eine Operation, beschädigt sind. Bis zum Eintritt der Wirkung vergehen bei richtiger Dosierung nur 10 Minuten. Die Wirkdauer beträgt maximal 2 Stunden.

SKAT ist auf dem Markt zum Beispiel unter den Handelsnamen Caverject (Pharmacia GmbH) und Viridal (UCB Pharma GmbH) in verschiedenen Dosierungen von 10 bis 40 µg erhältlich. Die Höhe der Dosierung sollte ein Facharzt für jeden Einzelfall individuell bestimmen. Zwischen zwei Anwendungen solle ein Zeitraum von mindestens 24 Stunden liegen. Experten empfehlen, SKAT nicht mehr als 3 Mal in einer Woche anzuwenden.

Die Anwendung von SKAT kann mit unerwünschten Nebenwirkungen einhergehen. Hierzu gehören:

  • Schmerzen im Penis
  • (kleine) Blutergüsse
  • Bildung von Knoten an den Einstichstellen
  • lang anhaltende Erektion (Priapismus)

Von einer Anwendung ist grundsätzlich abzusehen, wenn der Betroffene:

  • ein Penisimplantat besitzt
  • an einer Penisverkrümmung leidet
  • an einer Erkrankung leidet, die anhaltende Erektionen begünstigt wie zum Beispiel Leukämie oder Sichelzellenanämie
  • innerhalb des letzten Jahres einen Herzinfarkt hatte

MUSE für einen schnellen Wirkungseintritt

Einen sehr schnellen Wirkungseintritt hat das Medicated Urethral System for Erection (MUSE) von der MEDA Pharma GmbH & Co. KG. Hierbei handelt es sich um eine winzige Tablette mit dem Wirkstoff Alprostadil, der ebenfalls lokal angewendet wird. Anders als bei SKAT gibt es hier keine Spritzen, stattdessen wird der Wirkstoff mithilfe eines Applikators direkt in die Harnröhre eingeführt.

Schon nach 5 bis 10 Minuten tritt die Wirkung ein, wobei die Erfolgsaussichten hierbei insgesamt niedriger sind als bei SKAT. Andererseits zeigte eine Studie, dass 58 % der Männer, deren erektile Dysfunktion durch SKAT nicht verbessert wurde, einen Erfolg mit MUSE verbuchen konnten. Die erzielte Erektion hält in der Regel für 30 bis 60 Minuten an.

Bei MUSE sind ebenfalls Nebenwirkungen möglich, wie zum Beispiel:

  • Verletzungen der Harnröhre
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen im Penis
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Blutdruckabfall
  • kurze Ohnmacht

Achtung: Beim Geschlechtsverkehr mit einer schwangeren Frau sollte ein Kondom genutzt werden, um zu verhindern, dass der Wirkstoff vorzeitige Wehen auslöst. Von einer Anwendung ist zudem abzuraten, wenn der Patient früher einmal folgende Erkrankungen hatte:

  • Entzündung der Harnröhre
  • lang anhaltende Erektion (Priapismus)
  • Blutgerinnungsstörung

Sonstige potenzfördernde Alternativen

In Einzelfällen finden andere Wirkstoffe Anwendung bei erektiler Dysfunktion. Ein Beispiel hierfür ist der - heutzutage allerdings nur noch selten eingesetzte - Wirkstoff Yohimbin. Der aus den Blättern und der Rinde des Yohimbe-Baums (Westafrika) gewonnene Wirkstoff fördert die Durchblutung und hat so einen positiven Effekt auf die Erektionsstörung.

Anders als bei PDE-5-Hemmern sollte die Einnahme von Yohimbin regelmäßig erfolgen. Darüber hinaus findet sich auf dem Markt eine nahezu unüberschaubare Vielzahl an weiteren pflanzlichen Mitteln, die sich - laut Hersteller - zur Behandlung von erektiler Dysfunktion eignen. Zu den bekanntesten "natürlichen" Mitteln, die teilweise schon seit Jahrhunderten als Arzneimittel eingesetzt werden, gehören:

  • Bischofsmütze (auch Elfenblume genannt)
  • Ginseng
  • Ginkgo Biloba
  • Maca-Pflanze
  • Damiana
  • Sägepalme
  • Erd-Burzeldorn
  • Ptychopetalum olacoides

Ist die erektile Dysfunktion auf einen Testosteronmangel zurückzuführen, kann eine Hormontherapie eventuell Abhilfe schaffen. Hierbei wird dem Körper zusätzliches Testosteron zugeführt. Das Hormon kann über eine Tabletteneinnahme, eine Spritze, ein Pflaster oder Gel in den Körper gelangen.


Quellen:

  1. Erectile Dysfunction.. Esterbauer E. et al. URL: ncbi.nlm.nih.gov
  2. Behandlung der ED. Selbsthilfegruppe Impotenz. URL: impotenz-selbsthilfe.de
  3. Erektile Dysfunktion: Therapie. Wort & Bild Verlag. URL: apotheken-umschau.de
  4. Viagra – 10 Jahre potenzierte Manneskraft. WeltN24 GmbH. URL: welt.de

Veröffentlicht am: 18.08.2016
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