Abbruchblutung bei hormonellen Verhütungsmethoden

Die Einnahme der Antibabypille oder die Verwendung anderer hormoneller Verhütungsmittel wie dem Vaginalring, dem Verhütungspflaster, dem Hormonimplantat oder der Hormonspirale bietet nicht nur einen zuverlässigen Schutz vor einer Schwangerschaft, sondern beeinflusst auch den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Statt einer Monatsblutung kommt es zu einer Abbruchblutung.

Wie beeinflussen hormonelle Verhütungsmittel die Monatsblutung?

Hormonelle Verhütungsmittel täuschen dem Körper eine Schwangerschaft vor, indem sie die Hormonspiegel konstant auf einem Niveau halten. Kombinationspräparate wie die klassische Antibabypille, der Vaginalring und das Verhütungspflaster unterdrücken den Eisprung. Durch die zugeführten Hormone wird zudem die Funktion der Eierstöcke heruntergefahren.

Menstruationszyklus

Dadurch, dass der Körper die Information vermittelt bekommt, er trüge eine Schwangerschaft aus, verzichtet er auf die Maßnahmen, die nötig wären, um eine neue Schwangerschaft entstehen zu lassen. Insbesondere baut sich die Schleimhaut der Gebärmutter, in die sich eine befruchtete Eizelle einnisten würde, nicht auf. Die Blutungen bei hormoneller Verhütungen sind üblicherweise schwächer ausgeprägt und zeigen eine kürzere Dauer als bei einer natürlichen Periode.

Wirkungsweise von Tadalafil bei Impotenz

Tadalafil ist eine Substanz, die eine Hemmung des Enzyms Phosphosiesterase-5 herbei führt. Dieser Wirkungsmechanismus erweist sich bei der Behandlung von erektiler Dysfunktion, benigen Prostatasyndrom und pulmonaler arterieller Hypertonie als zielführend.

Wie wirken PDE-5 Hemmer?

Bei sexueller Stimulation wird, vom Gehirn ausgehend, ein Signal über das Rückenmark gesendet, das in den Schwellkörpern des Penis Stickstoffmonoxid (NO) aussetzt.

Entstehung einer Erektion

Folgend wird das Enzym Guanylatcyclase aktiviert, das die Bildung Guanosinmonophosphat (cGMP) bewirkt. Dank cGMP erschlaffen die glatten Muskeln im Schwellkörper, wodurch vermehrt Blut in den Penis einfließt und eine Erektion zustande kommt.

Phosphodiesterase 5 baut cGMP wieder ab, wodurch es zu einer Erschlaffung des Penis kommt. Leidet ein Mann an Impotenz, tritt dieser Abbau vorzeitig ein und verhindert eine, für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichend andauernde Erektion.

PDE-5 Hemmer, wie Cialis, Viagra oder Levitra, verhindern somit den zu raschen Abbau von cGMP, so dass die Gliedversteifung länger erhalten bleibt. Solange sich der jeweilige Wirkstoff im Blut befindet, können bei sexueller Stimulation weitere Erektionen aufgebaut werden.

Erigierter Penis

PDE-5-Hemmer sind keine Aphrodisiaka, sondern sorgen nur für eine ausreichende Blutzufuhr in den Penis. Sind psychische Probleme Auslöser von Impotenz zeigen selbst Potenzmittel keine Wirkung.

Wirkungsdauer von Tadalafil

Tadalafil unterscheidet sich von den anderen PDE-5-Hemmern Sildenafil, Vardenafil und Avanafil vor allem aufgrund der langen Wirkungedauer. Nach Einnahme der Substanz hält die Wirkung bis zu 36 Stunden an.

Während andere Potenzmittel zeitnah dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden müssen, kann Tadalafil bereits am Vortag verabreicht werden. Die lange Wirkungsdauer ermöglicht somit spontaneren Sex.

Tadalafil Strukturformel

Cialis ist aufgrund dieser besonders langen Halbwertszeit des Wirkstoffe auch als "Wochenendpille" bekannt. Die durchblutungsfördernde Wirkung tritt nach ca. 30 Minuten nach Einnahme ein.

Cialis pro Tag enthält eine Menge von 5mg Tadalafil pro Tablette und eignet sich für den täglichen Gebrauch. Es ist derzeit das einzige Potenzmittel auf dem Markt, das jeden Tag eingenommen werden kann. In dieser Form wird Tadalafil zur Behandlung von Impotenz, benigen Prostatasyndrom und pulmonaler arteriellen Hypertonie verwendet.

Wie unterscheidet sich die natürliche Menstruation von der Abbruchblutung?

Einerseits unterscheidet sich der Grund, weshalb es zur Blutung kommt. Bei der natürlichen Periode muss die Gebärmutter die aufgebaute Schleimhaut abstoßen, wenn es nicht zu einer Befruchtung einer Eizelle und deren Einnistung gekommen ist. Die Abbruchblutung entsteht durch das Wegfallen der zugeführten Hormone, weshalb sie auch als Hormonentzugsblutung bezeichnet wird. Da zuvor die Schleimhaut nicht so stark aufgebaut wurde, sondern allenfalls leicht, hat die Abbruchblutung im Grunde keine notwendige Funktion.

Durch den geringeren Schleimhautaufbau ist die Blutung leichter, kürzer und geht seltener mit Beschwerden wie Schmerzen oder Migräne einher. Die Abbruchblutung ist weder als eine natürliche Monatsblutung noch als eine Blutung nach Schwangerschaftsabbruch zu betrachten!

Eine Sonderform der Abbruchblutung ist die Durchbruchblutung, die bei einer Langzeit-Hormontherapie auftreten kann. Bei dieser Form der Verhütung wird über mehrere Monate ein konstanter Hormonspiegel gehalten, indem keine "Pillenpause" eingelegt wird. Im Grunde baut sich die Gebärmutterschleimhaut hauptsächlich durch die Schwankungen der Hormonspiegel, aber nicht bei konstanten Spiegeln auf. Dennoch verdickt sich die Schleimhaut auch bei der Langzeit-Hormontherapie ein wenig, sodass nach gewisser Zeit eine Dicke erreicht ist, die abgestoßen wird.

Wirkungsweise von Tadalafil bei benigen Prostatasyndrom

In der Darreichungsform von 5mg Tadalafil pro Tablette findet Cialis neben Impotenz zur Behandlung von benigen Prostatasyndrom (BPS) Anwendung. Als BPS wird die gutartige Vergrößerung der Prostata bezeichnet, die zu Problemen mit dem Wasserlassen führen kann.

Der genaue Wirkungsmechanismus von Tadalafil bei BPS ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass aufgrund der Hemmung von PDE-5 cGMP in die Prostata und Blase gelangen kann. Dort wird eine Entspannung der Muskulatur herbei geführt, die in weiterer Folge die Öffnung des Blasenhalses bewirkt und eine verbesserte Entleerung ermöglicht.

Die Behandlung von benigen Prostatasyndrom gilt als medizinisch notwendig. Verschreibt der Arzt Tadalafil aufgrund von Beschwerden mit der Prostata, werden die Kosten von der Krankenkasse rückerstattet.

Wann tritt eine Abbruchblutung auf?

Zu einer Abbruchblutung kommt es, wenn die Hormonzufuhr unterbrochen wird. Bei der klassischen Antibabypille ist dies in der Woche nach 21 Tagen Einnahme der Fall. Bei Vaginalring und Verhütungspflaster kommt es in der Woche zur Abbruchblutung, wenn das Präparat entfernt wird.

Außerdem können Abbruchblutungen auftreten, wenn die Einnahme vergessen wurde oder die Aufnahme der Hormone durch Erbrechen oder Durchfall vermindert ist. Zudem können Abbruchblutungen durch das Absetzen von Hormonpräparaten in den Wechseljahren auftreten.

Bei der Minipille, die nur ein Gestagen, aber kein Östrogen enthält, kommt es meist in der ersten Woche des neuen Blisters zur Blutung, wenn die Minipille neu angesetzt wurde. Danach stellt sich die Blutung meist alle vier Wochen ein.

Wirkungsweise von Tadalafil bei pulmonaler arterieller Hypertonie

Unter dem Handelsnamen Adcirca wird Tadalafil auch zur Behandlung von pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH) eingesetzt. Hierbei sind die Blutgefäße in der Lunge verengt und führen zu erhöhtem Blutdruck. Ausgelöst wird die Krankheit durch andere chronische Beschwerden der Lunge oder des Herzens.

Tadalafil erhöht die Konzentration von cGMP und führt somit eine Entspannung der glatten Muskelzellen der Lungengefäße herbei. Zudem werden die Lungengefäßbahnen ausgedehnt und senken den erhöhten Blutdruck.

Wie kann die Abbruchblutung unterdrückt werden?

Eine blutungsfreie Verhütung ist nur mit monophasischen Präparaten möglich, die immer dieselbe Konzentration an Hormonen enthalten und die Hormonspiegel des Körpers somit konstant halten. Neben Antibabypille, Verhütungspflaster und Vaginalring kann auch mittels Hormonspirale eine Blutung unterdrückt werden, wobei sich der Mechanismus allerdings ein wenig unterscheidet. Die Hormonspirale enthält nur ein Gestagen (Gelbkörperhormon) und verhindert damit eine Schwangerschaft. Die Hormonbelastung des Körpers ist bei Verwendung einer Spirale geringer als bei der Einnahme der Pille.

Um die Blutung zu unterdrücken, darf keine Pillenpause oder Ähnliches eingelegt werden. Eine Dauereinnahme der Pille kann üblicherweise über vier Zyklen (vier Blister) durchgeführt werden, wonach für eine Woche eine Pause eingelegt wird. Allerdings gibt es für die Dauereinnahme keine Faustformel, notfalls kann nach Ultraschall-Kontrolle der Gebärmutterschleimhaut eine Pillenpause erwogen werden, die davon abhängt, wie hoch sich die Schleimhaut aufgebaut hat. Allerdings kann es bei der Dauereinnahme der Pille zu Zwischenblutungen und Schmierblutungen kommen, die im Verlauf allerdings seltener auftreten.

Mehrere Studien bestätigen eine sichere Verhütung bei der Dauereinnahme und eine gute Verträglichkeit. Darüber hinaus gehen mögliche hormonabhängige Beschwerden wie Endometriose (Inseln von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter), Myome (gutartige Vermehrung von Muskelzellen in der Gebärmutter) sowie durch die Periode bedingte Migräne und Stimmungsschwankungen stärker zurück als bei der üblichen Anwendung mit Pillenpause.

Die Daueranwendung von Vaginalring und Verhütungspflaster ist derzeit noch nicht so ausgiebig untersucht wie die Dauereinnahme der Pille, allerdings scheinen die vorliegenden Resultate vergleichbar zu sein. Langzeitstudien stehen noch aus. Eine Dauereinnahme sollte zunächst mit einem Arzt, vorzugsweise dem Frauenarzt, abgesprochen werden.

Darreichungsform von Tadalafil

Cialis ist in verschiedenen Dosierungsformen erhältlich. Verkauft werden Tabletten mit jeweils 5mg, 10mg oder 20mg Tadalafil pro Einheit. Cialis 20mg stellt die Höchstdosis dar und sollte unter keinen Umständen überschritten werden.

Cialis Packung

Erweist sich die Wirkung der verschriebenen Dosis nicht als wirkungsvoll, kann nach Rücksprache mit dem Arzt eine Erhöhung der Gabe veranlasst werden.

Zu beachten gilt zudem, dass die gemeinsame Einnahme von Tadalafil mit Grapefruitsaft, Alkohol oder fettreichen Ernährung die Wirksamkeit der Substanz beeinflussen kann.

Die Pillenpause: ein Relikt der 1960er Jahre?

Die Pille kam in den 1960ern auf den deutschen Markt und wird bis heute von vielen Frauen zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Damals erschien es den Entwicklern der Pille naheliegend, dass Frauen nicht auf ihre monatliche Blutung verzichten wollen, beispielsweise um sicher zu sein, dass sie nicht schwanger sind.

Mittlerweile hat sich der Wunsch vieler Frauen geändert, die lieber gänzlich auf eine Blutung verzichten möchten. Aus emotionalen, kulturellen oder religiösen Gründen können Frauen aber auch an der monatlichen Blutung festhalten wollen. So möchten zum Beispiel viele Schwarzafrikanerinnen gerne eine monatliche Blutung haben, während viele Chinesinnen lieber auf diese verzichten. Notwendig für den Körper ist eine monatliche Abbruchblutung nicht.

Nebenwirkungen

Sehr häufig kommt es bei der Einnahme von Tadalafil zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, leichtem Durchfall, Schwindel, Hitzegefühl und verstopfter Nase.

Gelegentlich treten Augenschmerzen, Störungen des Farbsehens, Bindehautentzündungen, Herzklopfen, Blutdruckabfall oder –anstieg, Nasenbluten, Hautausschlag, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen und Schläfrigkeit auf.

Selten wurde von Tinnitus, Steigerung des Augeninnendrucks, Angina Pectoris, Störungen des Blutzuckerspiegels, Blutbildungsstörungen und Muskelsteifigkeit berichtet.

Mögliche Nebenwirkungen von Tadalafil in tabellarischer Übersicht:

Häufige Nebenwirkungen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit

Gelegentliche Nebenwirkungen
  • Herzklopfen
  • Augenschmerzen
  • Muskelschmerzen

Seltene Nebenwirkungen
  • Tinnitus
  • Störungen des Blutzuckerspiegels
  • Angina pectoris

Keine Blutung bei der hormonellen Verhütung: Ist das normal?

Manche Verhütungsmittel, insbesondere solche, die nur ein Gestagen enthalten, verringern die monatliche Blutung so stark, dass sie ausbleiben kann. Dies betrifft die Minipille (vor allem das Präparat "Cerazette"), das Hormonimplantat und die Hormonspirale. Das Ausbleiben der Blutung ist kein Grund zur Beunruhigung und lässt sich dadurch erklären, dass sich die Schleimhaut der Gebärmutter unter der hormonellen Verhütung nicht aufgebaut hat.

Viele Frauen fühlen sich ohne ihre Periode besser und sind zufriedener, wenn die Tage leichter ausfallen und weniger Schmerzen auftreten. Zudem können die Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen deutlich gemindert werden. Ein negativer Effekt, wenn die Blutung oft ausbleibt, kann die Durchbruchblutung sein. Im Verlauf der hormonellen Therapie treten aber immer seltener Durchbruch-, Zwischen- oder Schmierblutungen auf.

Bei manchen Beschwerden sollten Frauen, bei denen die Blutung lange ausgeblieben war, allerdings sofort einen Arzt aufsuchen. Zu diesen Beschwerden zählen unter anderem starke Bauchschmerzen oder plötzliche und starke Brustschmerzen mit oder ohne Luftnot sowie ausgeprägte Beinschmerzen, eventuell mit Schwellung und blau-violetter Färbung des schmerzenden Unterschenkels.

Ebenso sollten plötzlich aufgetretene Sehstörungen wie Verschwommen-Sehen und Gesichtsfeldausfälle (schwarze Flecken sehen) umgehend ärztlich abgeklärt werden. Außerdem sollte bei einer außergewöhnlich starken vaginalen Blutung nach längerem Ausbleiben der Blutung ein Arzt konsultiert werden.


Quellen:

  1. Pille ohne Pause: Ganz ohne Risiko? Wort & Bild Verlag. URL: baby-und-familie.de
  2. Health Matters Fact Sheets – Understanding Menstrual Suppression. Association of Reproductive Health Professionals. URL: arhp.org
  3. Amenorrhea associated with contraception-an international study on acceptability. Glasier AF et al; Contraception. 2003 Jan;67(1):1-8. URL: ncbi.nlm.nih.gov

Veröffentlicht am: 02.05.2017

Wechselwirkungen

Wird Tadalafil mit gefäßerweiternden Mitteln auf Nitro-Basis oder Alpha-Sympatholytika kommt es zu einer Wirkungsverstärkung, die Störungen der Blutgerinnung und Erhöhung der Herzfrequenz auslösen können.

Werden bereits Medikamente, die den Leberstoffwechsel beeinflussen, eingenommen, sollte von der Behandlung mit Tadalafil abgesehen werden, da es zu häufiger auftretenden Nebenwirkungen kommen kann.

Grapefruitsaft hemmt den Abbau des Cialis-Wirkstoffs und führt möglicherweise zu verstärkten Nebenwirkungen. Grundsätzlich ist es ratsam, Arzneimittel immer mit Wasser einzunehmen, da hierbei die Gefahr von Wechselwirkungen wegfällt.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Besteht eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber des Wirkstoffs darf dieser nicht eingenommen werden. Der Arzt kann hierbei eventuell Medikamente mit anderen Wirkstoffen, aber mit gleicher Wirkungsweise verschreiben.

Leidet der Patient an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z.B. Angina Pectoris oder Herzrhythmusstörungen, oder kam es in den letzten sechs Monaten zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, wird von der Einnahme von Tadalafil dringend abgeraten.

Nicht verwendet werden darf der Wirkstoff zudem wenn schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, niedrigem Blutdruck oder Erkrankungen der Netzhaut vorliegen.

Quellen:

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