Abbruchblutung bei hormonellen Verhütungsmethoden

Die Einnahme der Antibabypille und die Verwendung anderer hormoneller Verhütungsmittel wie Vaginalring, Verhütungspflaster, Hormonimplantat oder Hormonspirale bieten nicht nur zuverlässigen Schutz vor einer Schwangerschaft, sondern beeinflussen auch den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Statt einer Monatsblutung kommt es daher zu einer Abbruchblutung bzw. Entzugsblutung.

Wie beeinflussen hormonelle Verhütungsmittel die Monatsblutung?

Hormonelle Verhütungsmittel geben regelmäßige Dosen von Sexualhormonen ab und verhindern durch eine Rückkopplungsschleife mit dem Hypothalamus die weitere Bildung körpereigener Hormone. Dadurch wird der Hormonspiegel vollständig durch die Gabe der Kontrazeptiva gesteuert und auf einem konstanten Niveau gehalten.

Zusätzlich wird der Eisprung und die Verdickung der Gebärmutterschleimhaut verhindert, so dass sich kein befruchtetes Ei einnisten kann.

Der weibliche Zyklus
Menstruationszyklus

Eine reguläre Menstruationsblutung entsteht durch die Abstoßung der aufgebauten Gebärmutterschleimhaut nach Ablauf eines Fruchtbarkeitszyklus ohne erfolgte Befruchtung. Da der Zyklus bei der Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln extern reguliert wird, kann auch die Regelmäßigkeit der Blutungen beeinflusst werden.

Da der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut unterbunden wird, sind Blutungen bei hormoneller Verhütung üblicherweise schwächer ausgeprägt und dauern kürzer an als bei einer natürlichen Periode. Besonders für Frauen mit unregelmäßigen oder besonders starken Blutungen ist dies oft ein positiver Nebeneffekt hormoneller Verhütungsmethoden.

Was ist der Unterschied zwischen Menstruation und Abbruchblutung?

Die natürliche Menstruation und die Entzugsblutung unterscheiden sich in mehreren Punkten. Zum Einen kommt es aus unterschiedlichen Gründen zur Blutung. Bei der natürlichen Periode wird von der Gebärmutter die aufgebaute Schleimhaut abgestoßen, nachdem es zu keiner Befruchtung und Einnistung einer Eizelle innerhalb des fruchtbaren Zyklus gekommen ist. Die Abbruchblutung hingegen entsteht durch einen plötzlichen Entzug der zuvor eingenommenen Hormone, daher wird sie auch als Hormonentzugsblutung bezeichnet.

Bei einer konstanten Gabe von Hormonen wird die Gebärmutterschleimhaut weniger stark verdickt, weshalb die Abbruchblutung im Gegensatz zur regulären Menstruation keine notwendige körperliche Funktion hat und leichter ausfällt, kurzzeitiger anhält und mit weniger Beschwerden wie Schmerzen oder Migräne einhergeht.

Sonderfall Durchbruchblutung

Bei Langzeit-Hormonehandlungen kann die sogenannte Durchbruchblutung auftreten. Wird durch diese Therapie über mehrere Monate hinweg ein konstanter Hormonspiegel gehalten und keine "Pillenpause" eingelegt, verdickt sich die Gebärmutterschleimhaut nur minimimal. Dennoch wird auch hier nach gewisser Zeit die Schleimhaut von der Gebärmutter abgestoßen, es kommt zur Durchbruchblutung.

Wann tritt eine Abbruchblutung auf?

Zu einer Abbruchblutung kommt es, wenn die Hormonzufuhr unterbrochen wird. Bei der klassischen Antibabypille bedeutet dies die Folgewoche nach dem 21-tägigen Einnahmezyklus. Bei Vaginalring und Verhütungspflaster kommt es in der Woche zur Abbruchblutung, wenn das Präparat entfernt wird.

Außerdem können Abbruchblutungen auftreten, wenn die Einnahme vergessen wurde oder die Aufnahme der Hormone durch Erbrechen oder Durchfall vermindert ist. Zudem können Abbruchblutungen durch das Absetzen von Hormonpräparaten in den Wechseljahren auftreten.

Bei der Minipille, die nur ein Gestagen, aber kein Östrogen enthält, kommt es meist in der ersten Woche nach Anbruch des neuen Blisters zur Blutung, nachdem die Umstellung auf die Minipille erfolgt ist. Anschließend normalisiert sich die Regelmäßigkeit der Blutung auf etwa alle vier Wochen.

Kann die Abbruchblutung unterdrückt werden?

Eine Verhütung ohne zu erwartende Blutung ist nur möglich mit der Anwendung von monophasischen Präparaten, welche dieselbe Konzentration an Hormonen enthalten und damit den Hormonspiegel des Körpers konstant halten.

Neben Antibabypille, Verhütungspflaster und Vaginalring kann auch mittels Hormonspirale eine regelmäßige Blutung unterdrückt werden, wobei sich der Mechanismus allerdings geringfügig unterscheidet. Die Hormonspirale enthält nur ein Gestagen (Gelbkörperhormon), wodurch die Hormonbelastung bei Verwendung einer Spirale geringer ausfällt.

Um die Blutung zu unterdrücken, darf keine Pillenpause eingelegt werden. Eine Dauereinnahme der Pille kann üblicherweise über vier Zyklen (vier Blister) hinweg geführt werden, wonach für eine Woche eine Pause eingelegt wird.

Für die Dauereinnahme der Pille gibt es allerdings bisher keine definitiven Vorgaben. Unter Umständen kann mit einer Ultraschall-Kontrolle der Gebärmutterschleimhaut der Zeitpunkt der Pillenpause festgelegt werden, abhängig vom bisherigen Aufbau der Schleimhaut. Jedoch kann es auch bei der dauerhaften Einnahme der Pille zu Zwischenblutungen und Schmierblutungen kommen, welche nach und nach seltener auftreten.

Ersten Studien zufolge bietet die Dauerbehandlung mit hormonellen Kontrazeptiva eine sichere Verhütung sowie eine gute Verträglichkeit. Darüber hinaus werden bei der kontinuierlichen Anwendung der Pille mögliche hormonabhängige Beschwerden wie Endometriose, Myome sowie durch die Periode bedingte Migräne und Stimmungsschwankungen besser behandelt als bei der üblichen Anwendung mit Pillenpause.

Die Pillenpause: Ein Relikt der 1960er Jahre?

Die Antibabypille wurde 1961 in Deutschland auf den Markt gebracht und ist heute das meistverwendete Verhütungsmittel für Paare. Bei der Entwicklung der Pille wurde bewusst der reguläre Zyklus mit einer Abbruchblutung nachgeahmt, unter anderem zur Sicherheit für die Frauen, dass keine ungewollte Schwangerschaft besteht.

Jedoch sehen inzwischen viele Frauen ohne Schwangerschaftswunsch keine Notwendigkeit mehr für eine monatliche Blutung. Studien zufolge sehen mehr als drei Viertel der Frauen die Menstruation als Beeinträchtigung und Ärgernis im täglichen Leben. Besonders Militärangehörige, sportlich aktive und körperlich schwer arbeitende Frauen können dadurch direkte Nachteile erfahren.

Allerdings möchten wiederum andere aus emotionalen, kulturellen oder religiösen Gründen auch bei Verwendung hormoneller Verhütung nicht auf die monatliche Blutung verzichten. Physisch notwendig für den Körper ist eine monatliche Abbruchblutung jedoch nicht.

Ausbleibende Blutung bei hormoneller Verhütung: Ist das normal?

Manche Verhütungsmittel, insbesondere solche, die nur ein Gestagen enthalten, verringern die monatliche Blutung so stark, dass sie ganz ausbleiben kann. Dies betrifft die Minipille (vor allem das Präparat "Cerazette"), das Hormonimplantat sowie die Hormonspirale. Das Ausbleiben der Blutung ist in diesen Fällen jedoch kein Grund zur Beunruhigung und lässt sich dadurch erklären, dass sich die Schleimhaut der Gebärmutter unter der hormonellen Verhütung nicht aufgebaut hat.

Viele Frauen fühlen sich ohne ihre Periode besser und sind zufriedener, wenn die Abbruchblutungen leichter ausfallen und mit weniger Schmerzen verbunden sind. Wenn Abbruchblutungen ganz ausfallen, kann es jedoch hin und wieder zr Durchbruchblutung kommen. Im Verlauf der hormonellen Therapie treten mit der Zeit allerdings seltener Durchbruch-, Zwischen- oder Schmierblutungen auf.

Wann sollte eine Arzt aufgesucht werden?

Bei manchen Beschwerden sollte nach langem Ausbleiben der Blutung jedoch ein Arzt zur Abklärung der Ursachen aufgesucht werden. Zu diesen Beschwerden zählen unter anderem starke Bauchschmerzen sowie plötzliche und starke Brustschmerzen mit oder ohne Luftnot. Auch bei ausgeprägten Beinschmerzen, eventuell mit Schwellung und blau-violetter Färbung des schmerzenden Unterschenkels, sollte schnellstmöglich ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Ebenso sollten plötzlich aufgetretene Sehstörungen wie verschwommendes Sehen und Einschränkungen des Sichtfelds (schwarze Flecken) umgehend ärztlich abgeklärt werden. Tritt nach längerem Ausbleiben der Blutung eine außergewöhnlich starke Blutung auf, sollte die Ursache ebenfalls mithilfe eines Gynäkologen abgeklärt werden.

Quellen:

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