Wie wird eine Chlamydieninfektion übertragen?

Bei Chlamydien handelt es sich um eine häufig auftretende Geschlechtskrankheit (auch: sexuell übertragbare Krankheit). Chlamydien sind insbesondere deshalb gefährlich, da sie häufig unbemerkt bleiben. Gerade bei Frauen bleibt die Chlamydieninfektion oftmals unbemerkt, da übliche erste Symptome wie Entzündungsreaktionen im Genitalbereich, Schmerzen beim Wasserlassen und Geschlechtsverkehr, Ausfluss sowie Juckreiz nicht selten ausbleiben. Die Folgen einer unbemerkten Chlamydieninfektion können jedoch sehr drastisch sein. Bleiben Chlamydien unbehandelt, können Unfruchtbarkeit und Krebserkrankungen auftreten.

Umso wichtiger ist es, sich mit der Übertragung von Chlamydien auseinanderzusetzen. Nachfolgend werden die häufigsten Übertragungsgründe erläutert und Hinweise gegeben, wie einer Übertragung effektiv vorgebeugt werden kann. Darüber hinaus werden Handlungsempfehlungen zur Behandlung einer Chlamydieninfektion aufgeführt.

Übertragung von Chlamydien

Die Übertragung von Chlamydien wird primär durch ungeschützten Geschlechtsverkehr ausgelöst. Eine Chlamydieninfektion kann gleichermaßen durch vaginalen, analen oder oralen Geschlechtsverkehr erfolgen. Andere Formen der Chlamydieninfektion können auch durch Tröpfcheninfektion oder durch Kontakt mit Vögeln erfolgen.

Chlamydien
Chlamydien Definition

Beim Menschen können drei unterschiedliche Formen der Chlamydien Baktieren zu Krankheiten führen:

1.) Chlamydia trachomatis (Geschlechtsverkehr / Kontakt mit infizierten Schleimhäuten)

Die Bakterien vermehren sich in den Zellen der menschlichen Schleimhaut. Die Infektion mit Chlamydia trachomatis ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten und ist die im Volksmund verwendete Chlamydieninfektion.

2.) Chlamydia pneumoniae (Tröpfcheninfektion o.A.)

Diese Form der Bakterien kann zu Infektionen der Atemwege führen. Eine Infektion mit Chlamydia pneumoniae kann zu Trockenheit der Schleimhäute, im schlimmeren Fall auch zu Sinustitis oder Bronchitis führen.

3.) Chlamydia psittaci (Kontakt mit infizierten Vögeln)

Eine Infektion mit Chlamydia psittaci verursacht die sogenannte Papageienkrankheit (auch Ornithose). Die Erkrankung tritt jedoch äußerst selten beim Menschen auf.

Die häufigste Chlamydieninfektion ist die Infektion mit Chlamydia trachomatis, ausgelöst durch ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Chlamydia trachomatis – Übertragung über die Schleimhäute

Chlamydien (nachfolgend verallgemeinernd für die Infektion mit Chlamydia trachomatis verwendet) können auf verschiedene Weise über die Schleimhäute von Person zu Person übertragen werden. Da sich die Bakterien an den Schleimhäuten des Enddarms, der Vagina und der Harnröhre ansiedeln, ist der primäre Übertragungsweg, wie bereits eingangs erwähnt, der ungeschützte Geschlechtsverkehr.

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Alle Schleimhäute sind hierbei gleichermaßen ansteckend, so dass eine Infektion sowohl bei vaginalem als auch bei analem oder oralem Geschlechtsverkehr möglich ist. Folgende Körperflüssigkeiten sind somit ansteckend:

  • Scheidenflüssigkeit (Vaginalsekret)
  • Samenflüssigkeit (Sperma)
  • Urin

Hierbei ist hervorzuheben, dass bereits der Kontakt mit Präejakulat (umgangssprachlich: Lusttropfen) für eine Ansteckung mit Chlamydien ausreichend ist.

Die häufigsten Übertragungsgründe von Chlamydien

Sind Chlamydien durch Küssen übertragbar?

Nein, obwohl es durchaus verschiedene Wege der Chlamydien Übertragung gibt, gehört die Chlamydien Übertragung durch Küssen nicht dazu. Chlamydien sind nicht durch Speichel übertragbar, sondern nur durch Scheidenflüssigkeit oder Sperma. Dafür ist ein passiver Austausch, wie beispielsweise beim Oralverkehr, schon ausreichend.

Übertragung bei geschütztem Geschlechtsverkehr (Kondom)

Es existiert ebenfalls eine Ansteckungsgefahr, wenn geschützter Geschlechtsverkehr vollzogen wird. Ein Barriere Verhütungsmittel wie das Kondom vermindert zwar das Risiko, jedoch kann der Kontakt mit den infizierten Schleimhäuten niemals gänzlich ausgeschlossen werden.

Übertragung bei indirektem Kontakt mit Körperflüssigkeiten

Es ist nicht vollständig geklärt, ob der Kontakt von Sperma oder Vaginalflüssigkeit an den Fingern mit Genitalien des Sexualpartners für eine Infektion ausreichend ist. Auch für eine Übertragung durch das Aneinander reiben von Geschlechtsteilen gibt es keine signifikanten Belege, jedoch auch keine Daten, welche eine Infektionsgefahr widerlegen würden.

Übertragung durch die Augenschleimhaut

Auslöser für eine Infektion mit Chlamydien ist somit der Kontakt mit einer infizierten Schleimhaut. Neben dem Geschlechtsverkehr kann diese z.B. insbesondere durch Kontakt des Bakteriums mit dem Auge ausgelöst werden. Die Schleimhäute am menschlichen Auge sind sehr sensibel und der Kontakt mit dem Bakterium durch z.B. Augenreiben durchaus möglich.

Übertragung durch Küssen, Baden und Toilettenbenutzung

Gemeinsame Schwimmbad- oder Toilettenbesuche, Küssen, Umarmen oder Verwendung von Alltagsgegenständen wie Tassen, Gabeln, Löffel etc. sind vollkommen unbedenklich. Chlamydia trachomatis ist nicht über den menschlichen Speichel übertragbar, die sogenannte Tröpfcheninfektion somit nicht möglich.

Können Chlamydien durch Zecken übertragen werden?

Ja, eine Chlamydien Übertragung kann durch einen Zeckenbiss erfolgen. Allerdings ist hier zu beachten, dass es sich dabei nicht um die Geschlechtskrankheit Chlamydia trachomatis, sondern um Chlamydia pneumoniae handelt. Die Chlamydien Ansteckung erfolgt durch Bakterien, die beim Menschen unter Umständen zu einer Lungenentzündung führen können. Zusätzlich gibt es Hinweise darauf, dass der Erreger mit Asthma oder Arteriosklerose in Verbindung gebracht werden kann.

Übertragung während der Entbindung

Schwangere werden hinsichtlich Chlamydienfektionen als Risikogruppe definiert. Da eine Infektion mit Chlamydien, insbesondere bei Frauen, sehr oft symptomfrei verläuft und daher nicht immer entdeckt wird, ist besondere Vorsicht geboten.

Chlamydien können während einer Entbindung durch Kontakt der Scheidenflüssigkeit mit dem Neugeborenen auf dieses übertragen werden. Eine entsprechende Infektion kann beim Neugeborenen schwerwiegende Folgen wie Lungenentzündungen, Bindehautentzündungen oder sogar Erblindungen haben.

Bedeuten Chlamydien, dass der Partner fremdgegangen ist?

Unter Umständen ist es auch durchaus möglich, Chlamydien mit nur einem Partner zu bekommen und deutet nicht zwangsläufig auf Untreue hin. Fremdgehen bleibt trotzdem ein möglicher und häufiger Chlamydien Übertragungsweg. Manchmal lässt sich nicht mehr genau feststellen, wann sich der Patient sich mit Chlamydien infiziert hat. Die Symptome bleiben oft lange Zeit unerkannt und somit ist es oft nicht klar, wie lange die Chlamydien Infektion bereits zurück liegt. Somit können Chlamydien auch nur einen Partner betreffen. Es sollten sich immer beide Partner einem ChlamydienTest unterziehen und gegebenenfalls eine Behandlung beginnen.

Chlamydienübertragung bei jungen Menschen

Die Auftrittshäufigkeit von Chlamydien bei jungen Menschen ist wesentlich höher, als bei der älteren Generation. Dies hat insbesondere damit zu tun, dass gerade der weibliche Körper aus anatomischer Sicht anfälliger für die Übertragung von Chlamydien ist. Darüber hinaus spielen sexuelle Aufklärung und Erfahrung sowie in der Regel häufiger wechselnde Sexualpartner eine entscheidende Rolle.

Die Krankenkassen in Deutschland bieten Frauen bis zum 25. Lebensjahr die Möglichkeit, sich einmal jährlich einer sogenannten Screening-Untersuchung zu unterziehen. Hierbei wird auf Basis des Morgenurins oder eines Abstriches des Gebärmutterhalses ermittelt, ob eine Infektion mit Chlamydien vorliegt.

Chlamydieninfektion vermeiden – Wie verhindere ich die Übertragung?

Um die Übertragung von Chlamydien zu vermeiden bzw. das Risiko einer Infektion zu minimieren, sind folgende Handlungsempfehlungen zu nennen:

1.) Die Verwendung von Kondomen, sowohl bei Vaginal-, Anal- als auch Oralverkehr verringert das Infektionsrisiko signifikant. Auch weitere Hilfsmittel wie z.B. das Lecktuch beim Oralverkehr bei der Frau können eine Übertragung verhindern. Das Lecktuch ist ein dünnes Latextuch, welches zwischen Mund und Vagina platziert wird.

2.) Die gemeinsame Verwendung von Sexualspielzeug sollte vermieden werden. Da entsprechende Utensilien direkten Kontakt mit den Schleimhäuten haben, kann eine gemeinsame Verwendung unmittelbar zu einer Infektion führen.

3.) Ständig wechselnde Sexualpartner erhöhen das Risiko einer Übertragung von Chlamydien. Wer sexuellen Kontakt mit wechselnden Partnern hat, kann und sollte sich vorab testen lassen, um eine Infektion zu vermeiden.

Zwar verhindert ein regelmäßiger Test nicht das eigene Chlamydien-Infektionsrisiko, jedoch das des jeweiligen Partners. Wer sich regelmäßig auf Chlamydien untersuchen lässt, unterstützt somit aktiv die Übertragung von Chlamydien zu vermeiden.

Chlamydientests können sowohl in Krankenhäuser als auch vom Hausarzt vorgenommen werden. Darüber hinaus gibt es Schnelltests für Zuhause, welche bei richtiger Anwendung eine Infektion mit Chlamydien nachweisen können.

Chlamydieninfektion – Wie kann sie behandelt werden?

Liegt eine Infektion mit Chlamydien vor, ist eine Behandlung mit Antibiotika die derzeit einzige Behandlungsmethode. In der Regel verschreibt der Arzt das Medikament Doxycyclin, welches über einen Zeitraum von 7-21 Tagen eingenommen werden muss. Darüber hinaus können, je nach Einschätzung des behandelnden Arztes, alternative Präparate wie Azithromycin oder Erythromycin verschrieben werden. Eher selten verschrieben aber dennoch wirksam zur Behandlung von Chlamydien ist das Antibiotikum Levofloxacin.

Doxycyclin Azithromycin
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  • Dosierung: 100mg
  • Einnahme: 2x täglich für 7 bis 21 Tage
  • Wirkstoffgruppe: Tetracycline
  • Hersteller: Actavis
  • Dosierung: 250mg Kapsel, 500 mg Tablette
  • Einnahme: Einzeldosis (1x)
  • Wirkstoffgruppe: Makrolid-Antibiotika
  • Hersteller: Teva
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Während der Behandlung sollte vollständig auf sexuellen Kontakt verzichtet werden, um eine erneute Infizierung zu vermeiden. Die Behandlungsaussichten bei Verordnung eines der oben genannten Antibiotika sind sehr gut. Wenn die Präparate strikt nach Verordnung und über den vorgegebenen Zeitraum eingenommen werden, kann eine Infektion in nahezu allen Fällen geheilt werden.

Um die vollständige Genesung und eine weitere Übertragung von Chlamydien zu vermeiden ist eine abschließende Untersuchung auf Basis eines erneuten Chlamydientests notwendig.

Quellen:

Aktualisiert am: 25.01.2017

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