Raucherkrankheiten

Rauchen schädigt nahezu jedes Organ im menschlichen Körper und kann schwerwiegende Erkrankungen zur Folge haben. Die Weltgesundheitsorganisation, kurz WHO, ermittelte eine Zahl von fünf Millionen Menschen, die jährlich an den Folgen des Nikotinkonsums sterben.

Auswirkungen von Rauchen auf die Haut

Nikotin besitzt unzählige Substanzen, von denen knapp 300 als toxisch angesehen werden können. Dies hat Auswirkungen auf die Haut. Nikotin verschlechtert die Durchblutung, wodurch die Haut nicht mehr optimal versorgt werden kann. Dies führt unter anderem zu einer Schädigung der Hautzellen.

Notwendige körpereigene Stoffe, wie beispielsweise Kollagen, reduzieren sich mit jeder Zigarette in ihrer Produktion. Sogenannte Altersfasern entstehen frühzeitig, die bei einem Nikotinkonsum von durchschnittlich 20 Zigaretten pro Tag, vor allem ein Gesicht um zehn Jahre älter erscheinen lassen. Desweiteren wird die Zellerneuerung gestört und die Haut regeneriert sich zunehmend weniger.

Durch das Rauchen entstehen frühzeitig Falten, die Spannkraft der Haut lässt nach und sie wird dünner. Wunden heilen aufgrund der schlechteren Durchblutung schwieriger ab, was wiederum das Infektionsrisiko erhöht, wenn diese sich nicht zügig schließen. Zudem begünstigt das Rauchen Hauterkrankungen wie Akne, Neurodermitis sowie Psoriasis (Schuppenflechte). Vor allem bei Raucherinnen wurde beobachtet, dass sich Psoriasis oftmals in der schwersten Form zeigt.

Rauchen schädigt die Zähne

Erste sichtbare Auswirkungen von Nikotin, ist die gelbliche Verfärbung der Zähne. Kommt Koffein hinzu, ist eine Zahnsteinverbreitung nur eine Frage der Zeit. Regelmäßige, professionelle Zahnreinigungen werden notwendig, wenn ein schönes Lächeln behalten werden möchte.

Nikotin richtet zudem nachhaltigen Schaden im Mund an. Durch Nikotin kommt es zu der Entstehung besonderer Bakterien, die nicht nur üblen Mundgeruch verursachen, sondern Zahnfleischentzündungen hervorrufen können. Die Parodontose kann durch eine Zahnfleischrückbildung Zahnausfall zur Folge haben. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Verlust von Knochensubstanz durch einen sogenannten Knochenschwund. Der Kiefer wird immer kleiner und Zahnersatz lässt sich meist nur noch durch teure Kieferprothesen realisieren.

Atemwegserkrankungen aufgrund von Zigarettenrauch

Durch zahlreiche Substanzen im Zigarettenrauch kommt es im Laufe der Zeit zu Atemwegsentzündungen. Es werden die Bronchien mit jedem Inhalieren einer Zigarette gereizt und das Infektionsrisiko steigt spürbar. Der körpereigene Schutzmechanismus der Atemwegs-Selbstreinigung wird gehemmt und Schleim wird nicht mehr in der Form zersetzt, wie es bei gesunden Nichtrauchern der Fall ist. Die Folgen daraus und dem permanenten Reiz auf die Atemwege, sind der sogenannte Raucherhusten, Atembeschwerden, chronischer Husten sowie ein Sekretstau.

Lungenschäden durch Rauchen

Insbesondere bei Jugendlichen kann das Rauchen das Lungenwachstum einschränken. Eine permanent anhaltende Kurzatmigkeit und Atemnot schon bei leichter körperlicher Anstrengung sind nur einige Beispiele, die sich daraus entwickeln können. Als eine der schwersten Erkrankungen aufgrund von Zigarettenkonsum, ist die chronische obstruktive Lungenerkrankung , kurz COPD genannt. Über Dreiviertel an COPD erkrankten Patienten sind oder waren Raucher.

Die Auswirkungen von Rauchen auf das Herz-Kreislaufsystem

Eine der am meist verbreitetsten Erkrankungen durch das Rauchen, zeigen sich im Herz-Kreislaufsystem. Typische Erkrankungen sind hier zum Beispiel die Arteriosklerose. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Arterien, wobei es zu arterienschädigenden Ablagerungen kommt und sich daraus die Blutgefäße verengen.

Das Herz muss kräftiger pumpen, um den Kreislauf aufrecht zu erhalten und das Körpergewebe durchbluten zu können. Hierzu benötigt der Körper mehr Sauerstoff, während Nikotin gleichzeitig die Sauerstoffversorgung minimiert. Der Blutdruck steigt. Der Blutdurchfluss wird gestört, das Blut wird zähflüssiger und die Versorgung der Organe sowie vor allem die Herzfunktion werden eingeschränkt. Das Rauchen hat zudem eine schädigende Wirkung auf die Herzwand.

Das Risiko an einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einem peripheren arteriellen Verschluss zu erkranken, steigt bei Rauchern immens. Zudem zählen Raucher zu den Risiko-Patienten für Thrombose- sowie Blutgerinnsel-Erkrankungen und leiden meist an einem zu hohen Cholesterinspiegel.

Rauchen verursacht Durchblutungsstörungen

Eine schwerwiegende Erkrankungsfolge des Rauchens zeigt sich in Durchblutungsstörungen. Darunter ist eine Minimierung des Blutdurchfluss zu verstehen, wobei der Körper nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt werden kann. Dies führt unwiderruflich zu einer Gewebeschädigung, die zahlreiche Folgekrankheiten hervorrufen kann.

In der Regel handelt es sich um Schädigungen der Blutgefäßwände. Im Anfangsstadium zeigt sich diese durch Ablagerungen, die eine Verengung der Blutgefäße verursachten. Daraus ergibt sich im Anschluss eine starke Gefäßwandbelastung, die nicht zuletzt auf einen erhöhten Blutdruck zurückzuführen ist, der sich ebenfalls aus den Durchblutungsstörungen ergibt.

Im schlimmsten Fall kann es zu Gefäß-Perforationen kommen, bei denen die Gefäßwände brechen. Entzündungen der Gefäße sind typische Erkrankungen von Rauchern. Diese zeigen sich oft in einem hohen Schweregrad und treten vor allem in den blutgesenkten Bereichen, wie den Beinen, auf. Im Volksmund ist diese Erkrankung als Raucherbein bekannt und die Folge von raucherbedingten Durchblutungsstörungen. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung des Raucherbeins, sind schlimmstenfalls Amputationen unabdingbar.

Oftmals werden Durchblutungsstörungen erst bemerkt, wenn zahlreiche Arterien verschlossen sind. Der Mediziner spricht hier von einer Stenose (Verschluss). Sind nur wenige Arterien betroffen, bleibt die Durchblutungsstörung nicht selten für lange Zeit unerkannt und weitere Folgeerkrankungen können bereits unbemerkt ihren Beginn haben.

Rauchen erhöht das Krebsrisiko

Rauchen erhöht das Krebsrisiko erheblich. Rund 25 Prozent aller Patienten, die an Krebs verstorben sind, waren Raucher. Unabhängig dabei ist, ob sie bis zur Erkrankung rauchten oder bereits Jahre vorher sich das Rauchen abgewöhnten. Fakt ist, dass mit jedem Tag des Nicht-Rauchens, das Risiko an Krebs zu erkranken, sinkt. Ein erhöhtes Krebsrisiko besteht zudem bei sogenannten Passiv-Rauchern, die lediglich den Zigarettenrauch in der nahen Umgebung einatmen.

In zahlreichen Untersuchungen wurden über 90 krebserregende Substanzen in Nikotinrauch festgestellt. Damit ergibt sich für Wissenschaftler, Mediziner und Forscher eine Verdopplung des Krebsrisikos. Dieses steigt zusätzlich, je länger der tägliche Zigarettenkonsum andauert und erhöht sich auf ein Maximum, wenn bereits im Jugendalter das regelmäßige Rauchen begonnen wurde.

Am meisten wird bei Rauchern Lungenkrebs diagnostiziert. Hiervon sind rund 90 Prozent der männlichen Krebspatienten Raucher oder ehemalige Raucher betroffen. Bei den Frauen sind circa 60 Prozent der Lungenkrebs-Patienten Raucher oder haben zu einem früheren Zeitpunkt regelmäßig geraucht. Mit einem Konsum von durchschnittlich 20 Zigaretten am Tag, steigt das Lungenkrebs-Risiko im Vergleich mit einem Nichtraucher, um das 15-fache.

Zudem wird das Rauchen bei zahlreichen anderen Krebserkrankungen als Auslöser beziehungsweise als ein mitverantwortlicher Faktor gewertet. Dazu zählen vor allem:

  • Bronchialkrebs
  • Kehlkopfkrebs
  • Krebs im Mund-, Nasen und Rachenbereich
  • Speiseröhrenkrebs
  • Leberkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Nierenkrebs
  • Leukämie (Blutkrebs)
  • Blasenkrebs
  • Brustkrebs
  • Gebärmutterhalskrebs

Quellen:

  1. Wirkungsweise des Nikotins. Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft. URL: dkfz.de
  2. Pharmakologie und Pharmakokinetik von Nikotin. Deutscher Ärzte Verlag. URL: awl.ch
  3. Cytochrom-p450-Isoenzyme-Teil 1: Substrate, Induktoren und Inhibitoren. Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. URL: unimedizin-mainz.de

Aktualisiert am: 01.12.2016

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