Vorteile der Antibabypille

Rund 80 Prozent der Frauen zwischen dem 17. und 20. Geburtstag verhütet mit der Antibabypille. Neben der effizienten Wirkungsweise zeichnet sich das kombinierte Verhütungsmittel (Mikropille) im Gegensatz zur Minipille oder anderen Verhütungsmethoden durch zahlreiche zusätzliche Vorteile aus.

Zuverlässigen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft

Um eine individuell geeignete Verhütungsmethode zu finden, nutzen Frauen unterschiedliche Auswahlkriterien. Neben der Anwendungsweise spielt bei der Entscheidungsfindung der sogenannte Pearl-Index eine wichtige Rolle. Dieses Maß gibt an, wie zuverlässig eine Methode bei der Verhütung einer unerwünschten Empfängnis ist.

Der Pearl Index gibt an, wie viele Schwangerschaften im Verlaufe eines Jahres pro 100 Frauen trotz Anwendung des Kontrazeptivums entstanden. Je niedriger dieser Index ist, desto sicherer ist die jeweilige Verhütungsmethode. Kommen Kondome als mechanisches Verhütungsmittel zum Einsatz, liegt der Pearl Index zwischen 2 und 12. Im Gegensatz dazu profitieren Frauen durch die regelmäßige Einnahme der kombinierten Antibabypille von einem sehr niedrigen Pearl Index (0,1-0,9). Der Pearl Index der Minipille bewegt sich in Abhängigkeit vom Präparat zwischen 0,5 und 4,0.

Bequeme und einfache Anwendung der Antibabypille

Die Einnahme des kombinierten Hormonpräparates erfolgt täglich. Nach einer Anwendungsphase von 21 Tagen folgt eine siebentägige Einnahmepause. Während dieser tritt die Abbruchblutung auf. Dies bedeutet, dass die Antibabypille nicht direkt vor oder während des sexuellen Kontaktes einzunehmen ist. Frauen empfinden dies als besonders vorteilhaft. Sie müssen sich nicht von ihrem Partner entfernen.

Sollten sie die Einnahme einmal vergessen, besteht vereinzelt weiterhin Schutz, wenn die Anwendung nachgeholt wird. Alternativ dazu können Frauen die Einnahmepause beginnen und sich dadurch weiterhin auf eine sichere Wirkungsweise der Antibabypille verlassen.

Schutz vor Hautproblemen: Akne und antiandrogener Effekt

Frauen bilden ähnlich wie Männer Androgene (männliche Sexualhormone) aus. Hierzu zählt beispielsweise Testosteron. Die Produktion dieser erfolgt in den Eierstöcken als auch in der Nebennierenrinde, wobei die Menge von Frau zu Frau unterschiedlich ist. Androgene haben verschiedene Wirkungsweisen. Beispielsweise regen sie die Talgproduktion an.

Bei Mädchen und jungen Frauen kommt es oft zu einem hormonellen Ungleichgewicht. Aufgrund dessen erhöht sich die Talgproduktion der Haut. Erkennbar wird dies durch Akne. Führen Frauen mithilfe kombinierter Hormonpräparate ihrem Körper weibliche Sexualhormone (Gestagene, Östrogene) zu, verringert sich der Einfluss der männlichen. Mediziner sprechen vom antiandrogenen Effekt der Antibabypille.

Antibabypille verbessert Hautbild

Östrogene verstärken die Produktion von Proteinen, welche Testosteron direkt im Blut binden. Das männliche Sexualhormon kann seine Wirkung nicht mehr entfalten. Gestagene docken an den Bindungsstellen der Androgene an und blockieren deren Zugang.

Aufgrund des antiandrogenen Effektes verordnen Gynäkologen Mädchen und jungen Frauen mit starker Akne oft ausgewählte kombinierte Hormonpräparate. Ein Großteil der Gestagene mit starkem antiandrogenen Effekt weisen ebenso ein hohes Thromboserisiko auf. Um dieses Risiko dennoch gering zu halten, weisen Mikropillen lediglich geringe Dosierungen auf.

Eine Schwangerschaft ist sofort nach Absetzen der Mikropille möglich

Besteht ein Kinderwunsch, kann die Frau den Zeitpunkt des Absetzens der Pille beeinflussen. Der Körper folgt nach Absetzen der Antibabypille seinem natürlichen Rhythmus und eine Empfängnis wird auch nach langjähriger Anwendung der Pille binnen weniger Monate möglich. In einer 2002 durchgeführten Studie wurden rund 90 Prozent aller Studienteilnehmerinnen innerhalb des ersten Jahres nach der Nutzung der Mikropille schwanger. Je nach angewendetem Präparat kann dieser Zeitraum variieren.

Zykluskontrolle und Langzeitzyklus mit der Mikropille möglich

Bis zu einem Alter von 20 Jahren leidet rund die Hälfte aller Frauen an Dysmenorrhö. Betroffene erleben die monatliche Blutung hier oftmals in Kombination mit krampfartigen Bauchkrämpfen. Weiterhin tritt die Regelblutungen hier unregelmäßig, zu selten oder gar zu häufig auf, ohne organische Ursachen nachweisbar wären. Andere Frauen leiden unter verlängerten und/oder extrem starken Blutungen.

Menstruationszyklus

Frauen präferieren aus diesem Grund oftmals das kombinierte Verhütungsmittel, da auf diese Weise eine zuverlässige Zykluskontrolle möglich ist. Zwischen dem zweiten und dritten Tag der einnahmefreien Zeit beginnt meist die Abbruchblutung. Zudem festigt sich die Länge als auch Stärke der Regelblutung.

Darüber hinaus kann die Frau aufgrund von wichtigen Ereignissen wie beispielsweise Prüfungen, Hochzeitsreise oder Sportwettkämpfen den Beginn der Blutung verschieben. Zudem ist bei einigen Präparaten möglich, durch Auslassen der einnahmefreien Pause einen Langzeitzyklus zu generieren. Hierbei entfällt eine Monatsblutung komplett.

Antibabypille reduziert das Risiko für Wassereinlagerungen

Frauen zwischen 20 und 40 Jahren leiden häufig unter dem sogenannten prämenstruellen Syndrom (PMS), welches durch zahlreiche Symptome gekennzeichnet ist. Hierzu gehören neben Schmerzen im Unterbauch und der Brust auch Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen, Gewichtszunahme, berührungsempfindliche Brüste sowie verstärkte Wassereinlagerungen. Vorrangig bemerken Frauen diese in der zweiten Zyklushälfte bis zum Einsetzen der Periode.

Aktuell empfehlen Gynäkologen bestimmte Pillenarten um Brustschmerzen, vor allem aber Wassereinlagerungen zu vermeiden. Vorrangig kommen hierbei Mikropillen mit Drospirenon, einem Gestagen, zum Einsatz.

Auswirkungen der Antibabypille auf Brust, Eierstock und Endometriose

Weiterhin zeichnet sich die kombinierte Pille dadurch aus, dass sie die Prävalenz gutartiger Brusterkrankungen stark vermindert. Auch das Risiko für Zysten (Hohlräumen) in den Eierstöcken vermindert sich durch die Mikropille signifikant. Weisen Frauen die Diagnose Endometriose auf, kann die Anwendung der Antibabypille das Risiko für Fehlbesiedlungen mit Zellen, die der Gebärmutterschleimhaut ähneln beziehungsweise für das Auftreten akuter Schmerzen reduzieren.

Zweifacher Schutz der Mikropille: Kontrazeptivum schützt vor Krebs

Klinische Studien belegen, dass die Anwendung kombinierter Hormonpräparate der Krebsprävention dienen kann. Selbst nachdem Frauen die Antibabypille absetzten, hielt der Schutz vor Gebärmutterschleimhaut- und Eierstockkrebs über Jahre hinweg an. Weiter belegen empirische Befunde, dass das Risiko für Eierstockkrebs mit zunehmender Anwendungsdauer der Mikropille abnimmt.

Eine britische Studie mit über 40.000 Teilnehmerinnen zeigte, dass Antibabypillen zudem vor Dickdarmkrebs schützen. Während der Einnahme erhöhte sich zwar das Risiko für die Entstehung für Gebärmutterhals- und Brustkrebs, jedoch bewegte sich dieses nach nur fünf Jahren des Einnahmestopps erneut im Normalbereich.

Im Jahr 2012 erfolgte seitens der Krebsforschungsagentur IARC der WHO (Weltgesundheitsorganisation) eine letzte Bewertung kombinierter Hormonpräparate. Die oben aufgezeigten positiven Studienergebnisse wurden seitens der IARC wiederholt bestätigt. 2017 veröffentlichten britische und schottische Forscher neue Ergebnisse. Diese geben erste Hinweise darauf, dass die Mikropille zudem das Lymph- und Blutsystem vor Krebs schützt. Bis dato bleibt unbekannt, ob die positive Wirkungsweise auf kombinierte Hormonpräparate wie Verhütungsring oder Verhütungspflaster übertragbar sei. Weiterhin ist zu beachten, dass diese Studie vor allem die Langzeitwirkung älterer Varianten der Antibabypillen fokussierte.


Quellen:

  1. Verhütung: Die Pille Wort & Bild Verlag. URL: apotheken-umschau.de
  2. Der Pearl-Index – Ein Maß für die Sicherheit. Hexal AG. URL: gynaekologie.hexal.de
  3. Lifetime cancer risk and combined oral contraceptives: the Royal College of General Practitioners' Oral Contraception Study. Iversen L et al (2017). URL: ncbi.nlm.nih.gov

Aktualisiert am: 11.04.2017

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