Symptome bei Geschlechtskrankheiten

Werden Geschlechtskrankheiten nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis hin zur Unfruchtbarkeit kommen. Aufgrund dessen ist es wichtig, eventuelle Symptome, die für die unterschiedlichen Geschlechtskrankheiten typisch sind, richtig zu deuten und ernst zu nehmen. Nur dann kann eine erfolgversprechende frühzeitige Behandlung eingeleitet werden und Ansteckungen sowie gesundheitsgefährdende Langzeitfolgen verhindert werden.

Jucken & Brennen sind Anzeichen von Geschlechtskrankheiten

Bei den meist verbreitetsten Geschlechtskrankheiten, wie zum Beispiel bei Chlamydien oder Gonorrhoe (Tripper), treten Schmerzen und ein Brennen beim Wasserlassen auf. Diese Symptome sind ähnlich wie bei einer Blasenentzündung. Parallel ist ein Juckreiz im genitalen Bereich keine Seltenheit. Als typisches Syndrom für Genitalherpes, Filzlaus-Befall, Trichomoniasis sowie einer Infektionsansteckung mit dem Hefepilz Candida Albicans, ist ein Juckreiz. Diese kann sich in seiner Intensität unterschiedlich zeigen. In der Regel nimmt der Juckreiz mit fortschreitendem Stadium der Geschlechtskrankheit zu.

Zu einem meist hochgradigen Juckreiz kommt es bei Pilzinfektionen. Hier kann ein brennendes Gefühl der Haut im äußeren Genitalbereich begleitend als Syndrom auftreten. Schmerzen, Jucken und ein Brennen beim Urinieren sind typische Symptome der Trichomonaden-Kolpitis bei Frauen. Schmerzen können im Unterleib auftreten und beim Anal- oder Vaginalverkehr ein Anzeichen für eine Geschlechtskrankheit sein.

Ausfluss & Blutungen können auf eine Infektion hindeuten

Als ein typisches Symptom ist ein Ausfluss aus der Vagina beziehungsweise dem Penis sowie dem After anzusehen. Dies ist in der Regel ein deutliches Anzeichen für zahlreiche Geschlechtskrankheiten, die übertragen wurden. Bei den Männern zeigt sich der Ausfluss meist in einer schleimigen Konsistenz. Oft ist der Ausfluss eitrig und besitzt eine gelbliche Farbe. Bei Frauen ist ein Ausfluss grundsätzlich erst einmal nichts untypisches. In vielen Fällen kommt es zum natürlichen vermehrten Ausfluss vor dem monatlichen Eisprung. Aus diesem Grund ist es für Frauen oft schwieriger, Ausfluss als ein typisches Symptom für eine Geschlechtskrankheit zu werten.

Anzeichen  von STIs

Dieser unterscheidet sich in erster Linie durch die Farbe, die Ausflussmenge sowie den Geruch. Der auf eine Geschlechtskrankheit hinweisende Ausfluss bei Frauen, weist eine gelbliche, grünliche oder bräunliche Farbe auf, während der normale Ausfluss klar bis weißlich ist. Der normale Ausfluss ist normalerweise geruchslos. Als Symptom einer Geschlechtskrankheit entwickelt der Ausfluss einen teils intensiven Geruch, der sich gegen jede Waschung im Intimbereich durchsetzt.

Zudem kann es zu großen Mengen an Ausfluss kommen. Dieser kann zähflüssig sowie schaumig in seiner Konsistenz sein. Vor allem zeigt sich der Ausfluss als typisches Anzeichen für Geschlechtskrankheiten, meist über einen langen Zeitraum anhaltend und unabhängig von der jeweiligen Zyklusphase. Frauen, die ihren Zyklus gut kennen und den Eisprung bemerken, sollten den geschlechtskrankheitsbedingten Ausfluss leicht von einem normalen Ausfluss unterscheiden können.

Zyklusstörung oder Geschlechtskrankheit?

Was von Frauen oft als belanglose und normale Zwischenblutung oder vorzeitige Menstruation abgetan wird, kann in facto eine Blutungsstörung und ein Anzeichen für eine infektiöse Geschlechtskrankheit sein. Im Umkehr vermuten viele Frauen bei dem Ausbleiben der Menstruation eine eventuelle Schwangerschaft oder vorübergehende Hormonstörung. Eine Abklärung findet meist erst bei wiederholtem Ausbleiben der Menstruationsblutung statt. Dabei kann dies ein Anzeichen für eine Geschlechtsinfektion sein.

Ebenso können unregelmäßige Menstruationsblutungen über den ganzen Zyklus verteilt, auf eine Geschlechtserkrankung hindeuten. Zu unterscheiden ist die Blutung von der Menstruationsblutung meist an der dunkelroten bis bräunlichen Farbe.

Ausfluss Hautveränderungen Jucken, Brennen, Schmerzen Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit
Chlamydien
Gonorrhoe
Trichomoniasis
HSV (Genitalherpes)
HPV (Feigwarzen)
Syphilis
HIV
Filzläuse
Ulcus Molle
Hepatitis

Genitalherpes, HPV und Syphilis verursachen Hautveränderungen

Ist es zu einer Ansteckung einer Geschlechtserkrankung gekommen, so können Hautveränderungen auftreten und den Verdacht einer Ansteckung bestärken. In der Regel kommt es je nach Geschlechtskrankheit zu Bläschen, Knoten, Warzen oder Geschwüren.

Diese kommen vor allem bei übertragenden Infektionen wie Herpes Genitalis, Feigwarzen und Syphilis vor. Ebenso bei der sexuell übertragbaren sowie meldepflichtigen Ulcus Molle, der sogenannten "Weicher Schanker" Erkrankung, die in Europa seltener auftritt, bilden sich Geschwüre. Die Hautveränderungen sollten nicht berührt werden, da sie über das hoch-ansteckende infektiöse Material verfügen und ebenfalls über die Hände an andere Personen übertragen werden kann.

  • Bei Herpes Genitales kommt es im Laufe der Zeit zu mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen im Genitalbereich.
  • Bei Feigwarzen entstehen blumenkohlähnliche Hautwucherungen, die mitunter Juckreiz auslösen.
  • Bei Syphilis bildet sich einer im Umfang geringer Knoten, der sich dunkelrot färbt. Im Laufe der Zeit kann sich dieser zu einem nässenden Geschwür weiter entwickeln, das sich im nahen Umfeld vermehrt.
  • Bei Ulcus Molle sind weiche, schmerzhafte Geschwüre ein typisches Erkrankungsanzeichen. Parallel können die Lymphknoten stark anschwellen und Beulen auf der Haut verursachen.

Die Hautveränderungen als typische Symptome von Genitalherpes, Feigwarzen und Syphilis sowie Geschwüre von Ulcus Molle können an folgenden Körperregionen vorkommen:

  • dem Penis
  • an den Schamlippen
  • im Mund
  • am After

Zu berücksichtigen ist, dass sich Hautveränderungen durch eine Geschlechtskrankheit verursacht, vor allem im Anfangsstadium von allein wieder zurückbilden können. Doch dies ist meist nur ein vorübergehender Zustand und kein Anzeichen für eine Abheilung. Die Geschlechtserkrankung bleibt weiterhin aktiv und zeigt sich im Anschluss an einen eventuellen Rückgang von Hautveränderungen, oftmals erneut. Allerdings meist in schlimmerer Form.

Geschlechtskrankheiten ohne Anzeichen

Zahlreiche internationale Studien wurden über die Symptomatik bei einer Ansteckung zahlreicher Geschlechtskrankheiten durchgeführt. Im Ergebnis zeigen diese, dass ein großer Teil der Geschlechtskrankheiten oftmals ohne spürbare beziehungsweise erkennbare Symptome einhergehen. In vielen Fällen sind auftretende typische Symptome nicht deutlich einer infektiösen Ansteckung durch Geschlechtsverkehr zuzuordnen.

Hier wird Frauen und Männern angeraten, die ungeschützten Geschlechtsverkehr, vor allem denjenigen, die ihre Geschlechtspartner öfter wechseln, sich regelmäßig beim Facharzt auf eventuelle Geschlechtskrankheiten untersuchen zu lassen. Da infektiöses Material ebenfalls über andere Wege als über ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden kann, sollte jeder zum eigenen gesundheitlichen Schutz, dem des Partners und gegebenenfalls des ungeborenen Kindes in regelmäßigen Abständen einen Test auf Geschlechtskrankheiten vornehmen.

Oft geht zum Beispiel eine Chlamydieninfektionen ohne Symptome einher. Nicht selten vergehen Jahre, bis eine bereits vergangene Infektion aufgrund von Folgeschäden ärztlich diagnostiziert wird. Rund 80 Prozent der Chlamydieninfektion werden aufgrund fehlender Symptome nicht bemerkt. Dennoch erfolgt während der Infektionszeit eine Übertragung. Vor allem bei in der Schwangerschaft neigen Patientinnen nach oder während einer Chlamydieninfektion zu Fehlgeburten. Zudem kann eine unbehandelte Chlamydieninfektion die Ursache für eine Unfruchtbarkeit sein.

Bei Männern, die sich an einer Chlamydieninfektion anstecken, fehlen die Symptome meistens. Ebenfalls ist dennoch eine Übertragung möglich. HIV-Infektionen verlaufen in der Regel den ersten Jahren nach einer Ansteckung ohne jegliche Symptomatik. Sollte es zu ersten Anzeichen kommen, so sind diese meist uncharakteristisch und gleichen eher einer Grippe mit Fieber, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit sowie Halsschmerzen.

Bei Hepatitis B und C können Symptome zwischen ein und drei Monate auf sich warten lassen und die Erkrankung unentdeckt bleiben beziehungsweise aufgrund anfänglicher erkältungstypischer Symptome mit einem grippalen Infekt verwechselt werden.


Quellen:

  1. Symptome von sexuell übertragbaren Infektionen. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. URL: gib-aids-keine-chance.de
  2. STD symptoms: common STDs and their symptoms. Mayo Foundation for medical Education and Research. URL: mayoclinic.org
  3. STI symptoms. Barts Health NHS Trust. URL: barthshealth.nhs.uk
  4. Sexually Transmitted Infections (STIs). World Health Organization. URL: apps.who.int

Aktualisiert am: 17.11.2016
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