Chlamydien bei Frauen: Symptome, Behandlung & Folgen

Die Chlamydien-Infektion gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich zehntausend Neuerkrankungen in Deutschland auftreten. Die Infektion ist mit Antibiotika heilbar. Sofern sie rechtzeitig entdeckt wird, können so schwerwiegende Spätfolgen wie Unfruchtbarkeit vermieden werden.

Wie werden Chlamydien übertragen?

Chlamydien werden typischerweise über ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, wenn Kontakt mit infizierter Schleimhaut oder infektiösen Körperflüssigkeiten wie Zervix-Schleim, Sperma oder Lusttropfen besteht.

Chlamydien
Chlamydien Definition

Besonders gefährdet sind junge Frauen, da sich Chlamydien bei diesen aufgrund der Oberflächenbeschaffenheit leichter am Gewebe des Muttermundes festsetzen können. Diese Bakterien leben innerhalb der menschlichen Zellen, wo sie den menschlichen Energiestoffwechsel parasitieren und darum auch als "Energieparasiten" bezeichnet werden. Risikofaktoren für eine Infektion sind wechselnde Geschlechtspartner und das gemeinsame Verwenden von Sexspielzeug ohne Überziehen eines Kondoms.

Wie äußert sich eine Chlamydien-Infektion bei Frauen?

Ungünstig ist, dass eine Infektion mit Chlamydien in 70 bis 80 Prozent der Fälle klinisch stumm verläuft. Das bedeutet, dass keine Beschwerden auftreten. In einer Berliner Studie stellte sich heraus, dass jede zehnte Siebzehnjährige unwissend infiziert war! Wenn Symptome auftreten, handelt es sich häufig um Juckreiz und wässrig-eitrigen Ausfluss - je nach Sexualpraktik aus der Scheide oder dem Enddarm kommend.

Beim Wasserlassen kann ein unangenehmes Brennen auftreten, was darauf hindeutet, dass Harnröhre oder Blase befallen sind. Sowohl Vaginal- als auch Analverkehr können bei einer Chlamydien-Infektion schmerzhaft sein. Ist der Enddarm betroffen, können zu schleimig-eitrigem Ausfluss und Juckreiz auch Durchfall ähnliche Beschwerden und ein Analekzem auftreten.

Chlamydien können je nach Serotyp unterschiedliche Körperbereiche befallen. So ist eine begleitende Entzündung von Augen oder Gelenken möglich. Die in den Körperzellen lebenden Bakterien können durch die Scheide aufsteigen und Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke sowie den Bauchraum erreichen.

Beim Fitz-Hugh-Curtis-Syndrom ist die Leberkapsel entzündet (Perihepatitis) was sich durch Schmerzen im rechten Oberbauch, die in die rechte Schulter ausstrahlen können, zeigt. Die Leberwerte sind bei einer Entzündung der Kapsel normal, allerdings lassen sich Verwachsungen bei einer Bauchspiegelung feststellen.

Die Serotypen L1 bis L3, die in den Tropen anzutreffen sind, verursachen das Lymphogranuloma inguinale, bei dem es sich um schmerzlose Geschwüre handelt, die nach etwa zwei Wochen verschwinden und durch eine blaurote Lymphknoten-Schwellung in der Leiste ersetzt werden. Die Bildung von Abszessen und Lymphödemen ist möglich.

Wie wird eine Chlamydien-Infektion diagnostiziert?

Es gibt unterschiedliche Methoden, eine Chlamydien-Infektion festzustellen. Von den gesetzlichen Krankenkassen wird ein Urintest jährlich bis zum 25. Lebensjahr bezahlt. Danach muss die betroffene Frau selbst bezahlen, es sei denn, der Arzt hat den Verdacht auf eine Chlamydien-Infektion. In diesem Fall werden die Kosten wieder von der Krankenkasse übernommen. Mittels Laboranalysen kann im Urin Erbgut der Chlamydien aufgespürt werden. Noch zuverlässiger ist die Erbgut-Analyse einer Abstrich-Probe, die den Goldstandard der ärztlichen Praxis darstellt.

Die Anzucht von Chlamydien im Rahmen einer Bakterienkultur ist nur schwer möglich, da die Bakterien auf lebende Zellen angewiesen sind, deren Energie sie stehlen können. Im Blut können Antikörper gegen Chlamydien detektiert werden, die allerdings erst verzögert nach einer Infektion nachweisbar sind. Selbsttests, die zum Beispiel in der Apotheke erworben werden können, sind unzuverlässiger als die Tests, die beim Arzt durchgeführt werden, weshalb von ihnen eher abzuraten ist.

Wie kann eine Chlamydien-Infektion behandelt werden?

Da es sich bei einer Chlamydien-Infektion um eine sexuell übertragbare Erkrankung handelt, sollte der Partner und auch die Partner der letzten 60 Tage ebenfalls getestet und gegebenenfalls behandelt werden. Während der Behandlung sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. In der Regel heilt eine Infektion mit Chlamydien nicht von selbst aus, kann vom Abwehrsystem des Körpers aber längere Zeit in Schach gehalten werden.

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Darum geht eine länger bestehende Infektion nicht zwangsläufig bei jedem Betroffenen mit schwerwiegenden Folgen einher. Behandelt wird mit einem Antibiotikum, zumeist handelt es sich bei diesem um oral einzunehmendes Doxycyclin. Bei Gegenanzeigen gegen dieses Antibiotikum können alternativ Makrolid-Antibiotika wie vorzugsweise Erythromycin und Azithroymicin oder Fluorchinolone der Klasse 3 und höher wie Levofloxacin und Moxifloxacin verabreicht werden. Betalaktam-Antibiotika sind gegen Chlamydien nicht wirksam, weil diese nur eine Membran, aber keine angreifbare Zellwand besitzen. Die Dauer der Therapie beträgt sieben bis 20 Tage.

Welche Folgen kann eine unbehandelte Chlamydien-Infektion haben?

Tausende Frauen in Deutschland sind schätzungsweise aufgrund einer unbehandelten Chlamydien-Infektion unfruchtbar. Gelangen die Chlamydien in die Eileiter, lösen sie dort Entzündungsreaktionen aus, durch die es zu Verwachsungen kommen kann. Diese Verwachsungen können den Eileiter komplett verschließen. Man spricht von tubarer Sterilität.

Darüber hinaus besteht bei einer unbehandelten Chlamydien-Infektion ein erhöhtes Risiko für eine Extrauteringravidität (Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft) sowie ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit HIV. Eine lange unbehandelte Infektion kann außerdem chronische Schmerzen im kleinen Becken nach sich ziehen. Darum ist die regelmäßige Testung und frühe Erkennung wichtig. Eine zeitige Behandlung verhindert Spätfolgen.

Welche Risiken bestehen bei einer Chlamydien-Infektion während der Schwangerschaft?

Eine Chlamydien-Infektion erhöht das Risiko einer Frühgeburt und kann während des Geburtsvorgangs auf das Kind übertragen werden. Das Neugeborene kann dadurch an einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis), einer Mittelohrentzündung (Otitis media) oder einer Lungenentzündung (Pneumonie) erkranken. Neugeborene haben noch kein voll entwickeltes Abwehrsystem, weshalb Infektionen bei ihnen schwer verlaufen können. Aufgrund dieser Komplikationen ist der Test auf eine Infektion mit Chlamydien fester Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge.

Wie kann man einer Chlamydien-Infektion vorbeugen?

Um eine Infektion mit Chlamydien zu vermeiden, sollte während des Geschlechtsverkehrs ein Kondom benutzt werden, gerade wenn mit einem neuen Partner geschlafen wird oder die Partner häufig wechseln. Zwischen Vaginal- und Analverkehr sollte das Kondom gewechselt werden, um eine Keimverschleppung zu verhindern. Werden Sexspielzeuge benutzt, sollten diese nach der Benutzung gereinigt und desinfiziert werden.

Zudem empfiehlt es sich, die Spielzeuge mit einem Kondom oder Ähnlichem zu überziehen. Aufgrund der so häufig symptomlos verlaufenden Infektion empfiehlt sich - je nach Sexualverhalten - eine regelmäßige Testung auf Chlamydien, beispielsweise einmal im Jahr. Denn auch Kondome bieten keinen 100 Prozent sicheren Schutz vor einer Übertragung.

Quellen:

Veröffentlicht am: 05.06.2017

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