Tests für Geschlechtskrankheiten

STI ist die Abkürzung für Sexually Transmitted Infections, folglich handelt es sich um Infektionskrankheiten, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Geschlechtskrankheiten sind derzeit auf dem Vormarsch, da immer häufiger auf die Verwendung eines Kondoms während des Geschlechtsverkehrs verzichtet wird. Gerade die Krankheiten, die zu Beginn einer Infektion wenig oder keine Beschwerden machen, bleiben oftmals unbemerkt und verbreiten sich durch Partnerwechsel. Regelmäßige Tests für sexuell aktive Personen, die häufig ihren Partner wechseln, werden zur Früherkennung von Infektionen und zur Vorbeugung einer Verbreitung empfohlen.

Wo kann man sich auf Geschlechtskrankheiten testen lassen?

Erste Anlaufstelle für Tests auf Geschlechtskrankheiten ist im Allgemeinen der Hausarzt oder für Frauen der Gynäkologe. Für manche Infektionen gibt es mittlerweile auch Selbsttests, die in der Apotheke erstanden werden können. Darüber hinaus gibt es Beratungsstellen, beispielsweise zu HIV, die ebenfalls Tests anbieten. Das Spektrum der Anlaufstellen kann sich für die einzelnen Geschlechtskrankheiten unterscheiden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Selbsttest und einem Labortest?

Selbsttests sind so konzipiert, dass sie problemlos Zuhause vom Betroffenen selbst durchgeführt werden können. Labortests beim Arzt bedürfen gegebenenfalls einer Blutentnahme und müssen durch Fachpersonal ausgewertet werden. Meistens wird die Probe des Patienten hierzu zunächst aufbereitet, um den Test im Anschluss durchführen zu können.

Sind Selbsttests sicher?

Die in Deutschland erwerblichen Tests tragen üblicherweise eine CE-Kennzeichnung. Diese sichert eine Herstellung nach europäischen Richtlinien, sagt dabei aber nichts über die Güte des Tests aus. Heimtests sind zumeist unzuverlässiger als die Tests beim Arzt. So sind zum Beispiel Heimtests für HIV in Deutschland nicht zugelassen, weil ihre Qualität nicht ausreichend ist.

Tests für eine Infektion mit Chlamydien sind in der Bewertung oft deutlich schlechter als die vom Hersteller angegebene Testqualität. Dennoch sollten Betroffene, wenn dieser Test positiv ausfällt, einen Arzt aufsuchen.

Was passiert während eines Tests beim Arzt?

Zunächst berät der Arzt über den Test und erfragt, warum der Patient diesen Test machen möchte oder erklärt, warum er sich testen lassen sollte. Danach ist es testabhängig, welches Körpermaterial benötigt wird. Manche Tests, insbesondere die, die Viren aufspüren sollen, benötigen Blut, um Erbmaterial des Virus (Hepatitis B, Hepatitis C, HI-Virus...) detektieren zu können.

Andere Tests basieren auf Speichel oder Urin. Zum Nachweis genitaler Infektionen erfolgt häufig die Entnahme eines Abstrichs. So kann ein Abstrich der Scheide zum Nachweis von Chlamydien oder HPV (Humanes Papilloma Virus, das mit dem Gebärmutterhalskrebs assoziiert ist) erfolgen. Vor der Durchführung eines Bluttests auf HIV muss der Patient eine Einwilligungserklärung unterschreiben.

Gibt es Unterschiede bei Tests auf verschiedene Geschlechtskrankheiten?

Ein HIV Test, umgangssprachlich auch als AIDS Test bezeichnet, kann durch eine Blutabnahme beim Arzt durchgeführt werden. Das Ergebnis erhalten Patienten in der Regel innerhalb von zwei Wochen. Da sich viele Menschen zu Unrecht schämen, werden immer häufiger so genannten HIV Schnelltests für Zuhause angeboten. Interessenten sollten dabei allerdings auf einen seriösen Hersteller achten und bedenken, dass sie sich bei einem positiven Ergebnis ohnehin an einen Arzt wenden müssen.

HIV-Nachweis durch Blutteset

Die Tests für HIV lassen sich in einen Suchtest und einen Bestätigungstest unterteilen. Der Suchtest dient dazu, potentielle Infizierte leicht zu erkennen - die Rate an falsch-positiven Ergebnissen ist allerdings recht hoch. Das bedeutet, dass ein positives Test-Ergebnis (= mit HIV infiziert) nicht unbedingt einer wirklichen Infektion entsprechen muss. Dafür ist bei einem negativen Test-Ergebnis (= nicht mit HIV infiziert) die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass tatsächlich keine Infektion vorliegt.

Nach einem positiven Test-Ergebnis sollte ein Bestätigungstest erfolgen, der aufwändiger und genauer ist. Nach einem Labortest kann es bis zu sechs Wochen dauern, bis das Ergebnis vorliegt. Ein direkter Virus-Nachweis kann bei Schwangeren und deren Neugeborenen sinnvoll sein.

Ein Schnelltest, dessen Ergebnis etwa 30 Minuten nach der Blutentnahme vorliegt, ist erst drei Monate nach einer möglichen Infektion sinnvoll. Tests, die Speichel und Urin verwenden, sind den Serum- und Plasma-Tests deutlich unterlegen.

Chlamydientest per Abstich

Es sind Urintests auf Chlamydien erhältlich. Ihre Aussagekraft ist allerdings begrenzt. Das Standard-Verfahren beim Arzt ist der Nachweis von Chlamydien-Genmaterial in Abstrich-Material entzündeter Bereiche. Alternativ können im Blut Antikörper gegen Chlamydien nachgewiesen werden. Allerdings dauert es einige Tage nach einer akuten Infektion, bis diese Antikörper im Blut zu finden sind.

2 Tests zur Feststellung von Syphilis (Lues)

Ähnlich wie bei HIV gibt es für die Syphilis, eine Infektion mit Treponema pallidum, einen Such- und einen Bestätigungstests. Zwei positive Test-Ergebnisse dienen der Sicherung der Diagnose, lassen aber keine Beurteilung der Aktivität der Infektion zu. Die Aktivität kann beispielsweise mittels 19S-IgM-FTA-ABS-Test ermittelt werden. Das häufigste Verfahren zur Sicherung einer Syphilis ist derzeit jedoch die Dunkelfeldmikroskopie.

Speichel- oder Blutproben um Hepatitis C festzustellen

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Hepatitis C Virus kann ein Suchtest auf Anti-HCV Antikörper durchgeführt werden, der bei akuter, chronischer und ausgeheilter Infektion positiv ausfällt. Zur Bestätigung wird RNA des Virus (Genmaterial) direkt nachgewiesen. Als Schnelltest ist OraQuick HCV rapid antibody test verfügbar, der in Speichel oder Kapillarblut Antikörper gegen das Hepatitis C Virus aufspürt.

Woran erkennt der Arzt, dass eine Geschlechtskrankheit vorliegt?

Bei einem Abstrich können Bakterien als Erreger einer STI direkt unter dem Mikroskop oder nach Anlegen einer Kultur nachgewiesen werden. Dieses Verfahren eignet sich zum Beispiel für Chlamydien und Gonokokken, die Erreger der Gonorrhoe (Tripper).

Andere Tests spüren Antikörper auf, die bei einer Infektion vom Körper gegen den Krankheitserreger gebildet werden. Zumeist kann aus einem Antikörper-Suchtest abgeleitet werden, ob einmal Kontakt zur Infektionskrankheit bestand. Ob derzeit eine akute Infektion vorliegt, die behandelt werden muss, kann meist nicht sicher ausgesagt werden. Hierzu nutzen Ärzte den Nachweis von Erbmaterial des Erregers. Diese Tests kommen zum Beispiel bei Hepatitis B und C Virus und dem HI-Virus zum Einsatz.

Was kostet ein STI Test?

Wenn ein Test auf eine Geschlechtskrankheit angezeigt ist, weil der Arzt den Verdacht hegt, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Zudem wird der Urintest auf Chlamydien bis zum vollendeten 25. Lebensjahr einmal jährlich von den Krankenkassen bezahlt. Dies ist sinnvoll, da Chlamydien oftmals keine Beschwerden machen, aber zu schwerwiegenden Folgen wie Unfruchtbarkeit führen können. Wenn sich ein Patient allerdings ohne Anhalt auf eine Infektion testen lassen möchte, muss er diesen wahrscheinlich selbst bezahlen.


Quellen:

  1. Was wird beim HIV-Test untersucht? Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. URL: gib-aids-keine-chance.de
  2. Chlamydien: Unerkannte Gefahr. Wort & Bild Verlag. URL: apotheken-umschau.de
  3. STD-Schnelltests von unterschiedlicher Qualität. Deutscher Ärzteverlag GmbH. URL: aerzteblatt.de

Aktualisiert am: 11.04.2017

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