Verhütungsmethoden für Raucherinnen

Die Kombination von Nikotinkonsum und hormonellen Verhütungsmitteln potenziert das Risiko für die Entwicklung von Herz-Kreislauferkrankungen. Dies gilt vorrangig für östrogenhaltige Präparate zur Empfängnisverhütung wie beispielsweise die Antibabypille, das Verhütungspflaster oder der Verhütungsring.

Rauchen fördert die Verkalkung und Verengung von Blutgefäßen. Von den Folgeerscheinungen sind hauptsächlich die Herzkranzgefäße und die äußeren Extremitäten betreffen. Zudem weisen Raucherinnen, die hormonelle Verhütungsmittel nutzen, ein signifikant erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und Thrombosen auf. Folglich ist es empfehlenswert, bei gleichzeitigem Nikotinkonsum andere, nicht hormonelle Verhütungsmittel vorzuziehen. Alternativ dazu bietet sich die östrogenfreie Minipille für Raucherinnen an.

Warum sind nicht alle Verhütungsmethoden für Raucherinnen geeignet?

Das in Verhütungsmitteln enthaltene Östrogen verändert die Zusammensetzung von Blutgerinnungsfaktoren. Es erhöht sich die Gefahr, dass das Blut verklumpt. Ähnliche Risiken bringt das Rauchen mit sich. Erfolgt nun eine Kombination aus östrogenhaltigen Verhütungsmethoden mit Nikotin, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für diese Reaktionen um ein Vielfaches. Studien zur Folge verdreifacht sich dieses Risiko bei Frauen über 30 Jahren, wenn ein täglicher Zigarettenkonsum von mehr als 20 Stück realisiert wird.

Gefahren durch Verhütung und Lebensstil

Im Endeffekt beeinflusst aber nicht nur die Wahl der passenden Verhütungsmethode, sondern vielmehr auch der eigene Lebensstil das Risiko für die Ausbildung von möglichen unerwünschten Begleiterscheinungen. Bedenkliche Komplikationen betreffen vorrangig das kardiovaskuläre Gefäßsystem:

  • Lungenembolien
  • Thrombosen
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall

Kommt zum Nikotinkonsum, welcher meist eine Erhöhung des Blutdrucks verursacht, noch starkes Übergewicht und kontinuierlicher Bewegungsmangel hinzu, besteht ebenso die Gefahr eines schweren Diabetes mellitus Typ-2 .

Liegen oben genannte Risikofaktoren vor beziehungsweise traten bei Familienangehörigen auf, ist von der Einnahme kombinierter Antibabypillen meist abzuraten. Grundsätzlich empfiehl sich ärztliches Beratungsgespräch für die korrekte Wahl des Verhütungsmittels. So belegen repräsentative Studienergebnisse, dass sich bei der Einnahme östrogenhaltiger Pillen das Risiko für das Auftreten eines Schlaganfalls erhöht.

Gleichzeitig unterstreichen durchführende Forscher auch, dass dieses Risiko vor allem dann sehr hoch ist, wenn die Frau zudem Nikotin konsumiert. Werden diese Rahmenbedingungen noch mit einem weiteren Risikofaktor wie hoher Blutdruck kombiniert, erhöht sich das Risiko um ein Weiteres. Durch eine ärztliche Konsultation ist es möglich, Frauen gezielt zu Risikofaktoren als auch zum aktuellen Lebensstil zu befragen. Das Ergebnis dient der Wahl des adäquaten Verhütungsmittels für Raucherinnen.

Aufgrund vorliegender Studienergebnisse der OECD aus dem Jahr 2009 sind diese ausführlichen Gespräche bereits bei jungen Mädchen empfehlenswert, da der Beginn von Nikotinkonsum zunehmend früher stattfindet. Nicht zuletzt gelten auch Adipositas (akutes Übergewicht) und diagnostizierter Diabetes mellitus als Ausschlusskriterien für die Einnahme von kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln.

Welche Verhütungsmethoden eignen sich bei Raucherinnen?

Auch Raucherinnen können auf eine Bandbreite von sicheren Methoden zur Empfängnisverhütung zurückgreifen. Einerseits eignen sich hierfür mechanische Varianten wie beispielsweise das Kondom oder Diaphragma. Andererseits bevorzugen Frauen auch natürliche Verhütungsmöglichkeiten wie beispielsweise die Kalender- oder Temperaturmethode. Gute Alternativen sind außerdem östrogenfreie Verhütungsmethoden wie die Spirale, das Implantat, die 3-Monats Spritze und die Minipille.

Östrogenfreie Verhütungsmittel

Bis heute ist die konkrete Wirkungsweise von Kupferspiralen nicht geklärt. Forscher vermuten, dass sich die Struktur des Gebärmutterschleims als auch des Schleims im Muttermund durch das Kupfer verändert. Dadurch hemmt Kupfer die Beweglichkeit von Spermien. Diese Rahmenbedingungen erschweren den Weg diese zur Eizelle.

Dennoch verbleibt ein gewisses Restrisiko für eine Befruchtung. Die Kupferspirale verhindert jedoch das Einnisten einer befruchteten Eizelle durch ihre lokale, intrauterine Position. Die hohe Wirksamkeit der Kupferspirale wird in der Praxis belegt. Kupferketten basieren auf einem ähnlichen Wirkungsprinzip und eignen sich ebenso wie Spiralen für die Anwendung bei Raucherinnen.

Der Pearl-Index beträgt 0.1 bis 0.5. Frauen entscheiden sich für diese kupferhaltigen Alternativen zu hormonellen Verhütungsmethoden, wenn sie auf der Suche nach einem sehr sicheren und einfach anwendbaren Verhütungsmittel sind.

Ist eine hormonelle Verhütung bei Nikotinkonsum möglich?

Rauchende Frauen sollten auf östrogenhaltige Verhütungsmittel verzichten. Es gibt verschiedene Alternative, um kombinierte Präparate sicher zu ersetzen. Zu den meist genutzten gehören:

  • Minipille
  • Hormonspritze
  • Hormonimplantat
  • Hormonspirale

Alle Gestagen-Monopräparate wirken auf ähnliche Weise. Sie verdicken den Schleim in der Gebärmutter. Es entsteht ein Schleimpfropf und Spermien können nicht in der Gebärmutter aufsteigen. Gleichzeitig ein Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verhindert. Eine Anwendung der Minipille, des Hormonimplantats oder der Hormonspritze verhindert zudem den monatlichen Eisprung.

Minipille

Östrogenfreie Minipillen wie beispielsweise Cerazette, Noriday oder Micronovum sind täglich zur gleichen Zeit einzunehmen. Sie eignen sich für Raucherinnen oder auch stillende Frauen. Durch eine vergessene Anwendung wird die zuverlässige Wirkung der östrogenfreien Antibabypille ungünstig beeinflusst, sodass zusätzliche mechanische Verhütungsmethoden notwendig sind. Östrogenfreie Pillen zählen zur Verhütungsmethode der ersten Wahl, wenn es um die Verhütung für rauchende Frauen über 35 Jahre geht.

Dreimonatsspritze

Im dreimonatigen Abstand erfolgt eine Hormoninjektion in den Oberarm- oder Gesäßmuskel. Bis zum fünften Tag nach Beginn der Periode ist diese Langzeitmethode anzuwenden. Sie eignet sich für Raucherinnen nur dann, wenn diese jünger als 35 Jahre sind.


Quellen:

  1. Non-hormonal Birth Control Methods. drugs.com. URL: drugs.com
  2. Die Spirale. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. URL: familienplanung.de
  3. Verhütung & Rauchen. Bundesministerium für Gesundheit und Frauen. URL: gesundheit.gv.at

Veröffentlicht am: 18.08.2016
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